Ratgeber: Tipps zum Versicherungswechsel Worauf muss ich achten, wie kann ich sparen?

12.10.2015

Der Countdown für alle, die ihre Kfz-Versicherung in diesem Jahr noch wechseln wollen, läuft:  Autofahrer, die im kommenden Jahr günstiger fahren wollen, müssen ihre alte Police bis spätestens 30. November kündigen.

Und gerade jetzt im Herbst lohnt es sich, einen Vergleich anzustellen und die alte Versicherung auf Herz und Nieren zu prüfen – schließlich ist eine Ersparnis von durchschnittlich 500 Euro möglich!

Aber: Auf was muss ich als Verbraucher eigentlich achten, um beste Leistungen zu möglichst guten Konditionen zu bekommen? Wo gibt es Tricks und Kniffe, um Schnäppchen beim Wechsel machen zu können? Und: Wussten Sie eigentlich, dass gerade die KFZ-Versicherung durch so viele Faktoren beeinflusst wird wie kaum eine andere Versicherung?

Das unabhängige Vergleichsportal Verivox hat sich mit den wichtigsten Fragen auseinandergesetzt und zeigt Tipps und Möglichkeiten auf, die der Verbraucher beim Wechsel der KFZ-Versicherung beachten sollte.

 

LEISTUNGEN, DIE DIE POLICE BEINHALTEN SOLLTE

100 Millionen Euro Deckung in der Kfz-Haftpflicht

In der Kfz-Haftpflicht schreibt der Gesetzgeber eine sogenannte Mindestdeckung vor. Jede Police - egal ob teuer oder günstig - muss mindestens für Personenschäden bis zu 7,5 Millionen Euro, für Sachschäden bis zu 1,12 Millionen Euro und für Vermögensschäden bis zu 50.000 Euro aufkommen. „Was sich zunächst viel anhört, kann aber sehr schnell knapp werden, nämlich dann, wenn der Versicherer nach einem Unfall für kostspielige Operationen, Schmerzensgeld und lebenslange Rentenzahlungen aufkommen muss“, erklärt Ingo Weber, Geschäftsführer und Chef Financial Officer beim unabhängigen Vergleichsportal Verivox. Autofahrer sollten daher in der Kfz-Haftpflicht eine pauschale Deckung von mindestens 100 Millionen Euro vereinbaren. Noch besser sei eine unbegrenzte Deckung, so Weber.

Einschluss grob fahrlässig verursachter Schäden

Grob fahrlässig handelt, wer schon einfachste Überlegungen zur Gefahrenabwehr nicht anstellt. Dann darf der Versicherer Leistungen kürzen oder ganz verwehren. Wie schnell man grob fahrlässig handelt, zeigen folgende Beispiele: Überfahren einer roten Ampel, Handynutzung ohne Freisprecheinrichtung, Missachtung eines Stoppschildes oder zu dichtes Auffahren. Eine gute Kfz-Police umfasst deshalb den sogenannten „Verzicht auf die Einrede bei grober Fahrlässigkeit“.

Marderbisse und Zusammenstöße mit Wirbeltieren

Entgegen landläufiger Meinung sind durch Marderbiss verursachte Schäden nicht grundsätzlich mit der Teilkasko abgedeckt – insbesondere nicht in den günstigen Basistarifen. Kein Autofahrer sollte jedoch auf diese Leistung verzichten. Ganz wichtig: Nicht nur direkte Schäden an Leitungen und Schläuchen versichern, sondern auch Folgeschäden einschließen. Gerade diese können schnell Kosten in fünfstelliger Höhe verursachen. Zusammenstöße mit Wirbeltieren sind in der Regel in der Teilkasko enthalten. „Hier ist es wichtig darauf zu achten, dass der Versicherungsschutz nicht nur Haarwild, sondern „Tiere aller Art“ umfasst“, so der Experte. Der Versicherer leistet dann auch, wenn beispielsweise ein Hund über die Straße läuft und das Fahrzeug infolgedessen verunfallt.

Für Auslandsreisende: Mallorca-Police und Auslandsschadenschutz

Die Mallorca-Police ist ein Muss für Urlauber, die sich im Ausland einen Leihwagen mieten wollen. Sie erhöht die landesspezifischen Deckungssummen in der Kfz-Haftpflicht auf deutsches Niveau. Denn nicht immer reichen die Deckungssummen ausländischer Fahrzeugverleiher aus, um nach einem Unfall alle Kosten zu tragen. Ohne Mallorca-Police muss der Urlauber den Fehlbetrag aus eigener Tasche zahlen. Wer mit seinem eigenen Pkw im Ausland unterwegs ist, sollte an den Auslandsschadenschutz denken. Warum? „In jedem Land gibt es unterschiedlich hohe gesetzliche Deckungssummen. Sind nach einem Unfall nicht alle Kosten durch die gegnerische Versicherung gedeckt, übernimmt der Auslandsschadenschutz die Differenz zwischen der Versicherungsleistung des Unfallgegners und den tatsächlich entstandenen Kosten“, weiß Ingo Weber.

SCHNÄPPCHEN BEI DER KFZ-VERSICHERUNG – SO SPAREN SIE BEI EINEM WECHSEL

Ähnlich wie bei den Leistungen, mit denen man sich bereits im Voraus ausführlich auseinander setzen sollte, so sollte der Versicherte auch beim Wechsel selbst genau hinschauen und den richtigen Zeitpunkt wählen.

Vom Wettbewerb profitieren

Bevor das Versicherungsjahr am 31. Dezember endet, haben Wechselwillige bis zum 30. November Zeit, ihre alte Kfz-Versicherung zu kündigen. Und spätestens in diesem Zeitraum wird deutlich, dass sich ein Wechsel gerade dann lohnt. „Zum Jahresende wetteifern daher die Kfz-Versicherer wieder vermehrt um die Gunst der Kunden“, erklärt Ingo Weber. Schnäppchenjäger können sich also in dieser wettbewerbsintensiven Zeit durch Vergleiche gute Angebote sichern.

Weiche Tarifmerkmale können Prämie senken

Nicht nur die wettbewerbsbedingten günstigen Angebote können dazu beitragen, die Kfz-Versicherungsbeiträge zu senken. Auch gibt es zahlreiche Angebote an Rabattmöglichkeiten: „Der Rabattkatalog der Kfz-Versicherer ist lang, deshalb sollte individuell geprüft werden, mit welchen Merkmalen die Beträge reduziert werden können“, empfiehlt Weber. Von Rabatten profitieren beispielsweise Besitzer eines Neuwagens oder einer abschließbaren Garage, aber auch jeder, der sein Fahrzeug nur selten bewegt. Sogar der Besitz einer Bahncard oder die Mitgliedschaft in einem Automobilclub können sich beitragssenkend auswirken. Günstige Konditionen erhalten darüber hinaus Angestellte des öffentlichen Dienstes oder Mitarbeiter gemeinnütziger Organisationen.

Einzelfahrer- und Wenigfahrerrabatt

Fährt ausschließlich der Versicherungsnehmer mit dem Fahrzeug, kann die Versicherung einen Einzelfahrerrabatt gewähren. Wer selten das Fahrzeug benutzt, ist auch seltener in Unfälle verwickelt. Versicherungsgesellschaften prämieren aus diesem Grund eine jährliche Fahrleistung unter 10.000 Kilometer zumeist mit einem Wenigfahrerrabatt.

Neuwagen und Garage

Die Versicherungsprämien für Neu- bzw. Jahreswagen können bis zu 10 Prozent günstiger sein. Gründe hierfür sind in der modernen Fahrzeugtechnik und der potentiell vorsichtigen Fahrweise des Versicherten zu sehen. Die Unterbringung des Fahrzeugs in einer abschließbaren Garage schützt vor Diebstahl und Beschädigungen. Versicherungen prämieren dies mit einem Garagenrabatt.

Familien – und Partnerrabatt

Eltern fahren in der Regel vorsichtiger und vorausschauender. Deshalb gibt es für im Haushalt lebende Kinder unter 14 Jahren den Familienrabatt. Fährt lediglich der Versicherungsnehmer und dessen in häuslicher Gemeinschaft lebender Partner das Fahrzeug, profitiert der Versicherungsnehmer vom Partnerrabatt.

Zahlungsweise

Zahlt der Versicherungsnehmer die jährliche Versicherungsprämie in einer Summe, kann er bis zu fünf Prozent gegenüber der halbjährlichen, vierteljährlichen oder monatlichen Zahlungsweise sparen. Daneben werden zum Teil auch Rabatte für die Zustimmung zum Lastschriftverfahren eingeräumt.

Wohneigentum und andere Sonderkonditionen

Versicherungsgesellschaften gewähren Rabatt für den Besitz von Wohneigentum. Sie bieten zudem Vergünstigungen an, wenn der Versicherte im Besitz einer Bahncard oder Mitgliedschaft in einem Automobilclub ist. Sonderkonditionen erhalten auch die Angehörigen bestimmter Berufsgruppen wie zum Bespiel Angestellte des öffentlichen Dienstes, Beamte oder Mitarbeiter gemeinnütziger Organisationen.

Werkstattbindung und Selbstbeteiligung

Auch Autofahrer, die mit ihrer Versicherung eine Werkstattbindung vereinbaren, können ihre Prämien um bis zu 20 Prozent senken. Wer bereit ist, im Schadenfall einen Teil der Kosten aus eigener Tasche zu tragen, kann mit der Selbstbeteiligung zusätzlich sparen. In der Regel beträgt diese 150 Euro in der Teilkasko- und 300 Euro in der Vollkaskoversicherung.

 

Versicherung erst kündigen, wenn der neue Vertrag steht!

Grundsätzlich sollten Autobesitzer ihre Kfz-Versicherung erst kündigen, wenn der neue Versicherungsvertrag bereits unter Dach und Fach ist. Der Grund: Während Versicherer keinem Kunden eine Kfz-Haftpflichtversicherung verwehren dürfen, können sie in der Teil- und Vollkaskoversicherung durchaus Antragsteller ablehnen. Damit Sie nicht plötzlich ohne Kfz-Versicherung dastehen, sollten Sie sich deshalb vorab um einen neuen Vertrag kümmern. Vermeiden Sie aber Laufzeitüberschneidungen der Kfz-Policen – das ist unnötig teuer.

AUTO ZEITUNG

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