VW: Neuer Geländewagen für die USA geplant Modell zwischen Tiguan und Touareg

25.10.2012

VW: Während das Geschäft in Europa schwächelt, peilt der Autobauer in den Vereinigten Staaten der USA einen Rekordabsatz an. Mit einem günstigen Geländewagen wollen die Wolfsburger im Land der Highways noch mehr Käufer gewinnen.

Volkswagen will nach dem Verkaufserfolg des US-Passats den nordamerikanischen Markt mit einem weiteren Modell aufmischen. Dieses Mal denkt der Konzern an einen Geländewagen, der von der Größe her zwischen dem Touareg und dem Tiguan rangieren, aber technisch simpler und dadurch billiger sein soll.

Im Segment der in den USA sehr beliebten mittelgroßen SUV habe Volkswagen eine Lücke, sagte Konzernchef Martin Winterkorn am Dienstag in New York. Eine Entscheidung solle "sehr bald" fallen, aber wohl nicht mehr in diesem Jahr. "Wir sind davon überzeugt, dass die USA für uns ein wichtiger Markt sind und bleiben." VW legt an diesem Mittwoch seine Geschäftszahlen fürs dritte Quartal vor.

 

VW: 4 Milliarden Dollar in USA investiert

Der Konzern hat nach Angaben von Winterkorn in den vergangenen vier Jahren rund 4 Milliarden Dollar in den Vereinigten Staaten investiert, um seine schlecht laufenden Verkäufe anzukurbeln. So stampfte der Konzern ein neues Werk in Chattanooga im Süden der Vereinigten Staaten aus dem Boden, wo seit vergangenem Jahr der eigens entwickelte US-Passat vom Band läuft.

"Wenn wir das Auto produzieren, böte es sich natürlich an, dass man das Ganze in Chattanooga macht", sagte Winterkorn zum neuen günstigen Geländewagen. Es kämen aber auch andere Standorte in Frage. Zuletzt hatte Audi einen Werksneubau im mexikanischen Puebla verkündet, wo die Marke VW schon seit Jahrzehnten fertigt, unter anderem den alten Käfer.

Anders als in Europa wächst der US-Markt. "Wir sehen weiterhin eine beständige Erholung in den USA", sagte Nordamerika-Chef Jonathan Browning. Für VW war der US-Passat der Treiber. Sein Erfolgsrezept ist einfache Technik und viel Platzangebot zu einem günstigen Preis. Der zweite Verkaufsschlager ist der kleinere Jetta, der in Mexiko gefertigt wird. Mit dem neuen Geländewagen würde die Palette um ein weiteres Volumenmodel ergänzt.

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Die Massenmarke VW konnte von Januar bis September ihren Absatz in den USA um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern. Zusammen mit Audi und den anderen Schwestermarken lag das Plus bei 30 Prozent. Der Konzern will in diesem Jahr erstmals in seiner Geschichte in den USA mehr als eine halbe Million Autos verkaufen.

Den Beschäftigten in Deutschland entstehe durch neue Werk im Ausland kein Nachteil, versicherte Winterkorn. "Wir stehen dazu, dass wir in Europa Beschäftigung sichern wollen." Denn wo die Produktion verschwinde, verschwinde über kurz oder lang auch die Entwicklung, erläuterte er. "Wir wollen nicht, dass Europa ein Armenhaus wird."

Die Hoffnung, dass sich der europäische Markt rasch erholt, hat Winterkorn nicht. "In Europa werden wir in den nächsten zwei, drei, vier Jahren keinen großen Wachstumsschub mehr haben, deswegen sind wir froh, dass wir global aufgestellt sind", sagte er.

 

Globalisierung in großen Schritten

Die weltweite Aufstellung helfe letztlich auch der Belegschaft in der Heimat. Selbst nach China mit mittlerweile elf Werken würden immer noch Getriebe aus Kassel, Motoren aus Salzgitter oder Lenkungen aus Braunschweig geliefert, erklärte Winterkorn.

Für die Schwellenländer überlegt VW, ein Billigmodell zu einem Preis zwischen 6000 und 8000 Euro zu entwickeln. "Das ist ein Thema, mit dem wir uns zurzeit beschäftigen", sagte der Konzernchef. Es würde ein ausgewachsener Wagen mit bis zu 4,30 Meter Länge. Die deutschen Kunden dürften ihn jedoch kaum zu Gesicht bekommen. Momentan sei nicht geplant, das Modell auch in Europa anzubieten, sagte Winterkorn.

Er hielt sich in New York auf, um den "International Leadership Award" des American Institute for Contemporary German Studies (AICGS) entgegen zu nehmen. Damit wird alljährlich eine Persönlichkeit geehrt, die das deutsch-amerikanische Verhältnis verbessert hat. Winterkorn bekam den Preis für den Werksneubau in Chattanooga, der Tausende Arbeitsplätze auch bei Zulieferern geschaffen hatte.
dpa/az

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