Diesel-Skandal: Auto-Rückkauf droht Muss VW Autos zurückkaufen?

11.01.2017

Im Abgas-Skandal droht VW in den USA der Rückkauf tausender Autos. In Europa könnte die Nachbesserung der 1,6-Liter-Diesel mit einem 10-Euro-Sensor zu schaffen sein.

Der VW-Konzern muss möglicherweise einen Teil der knapp 500.000 vom Abgas-Skandal betroffenen Diesel-Fahrzeuge in den USA zurückkaufen. Erfahrungen aus der Vergangenheit hätten gezeigt, dass Nachrüsten oft nicht so gut funktioniere wie geplant, sagte die Chefin der kalifornischen Umweltbehörde CARB, Mary Nichols, dem Handelsblatt (Freitag). "Deshalb denke ich, es ist ziemlich wahrscheinlich, dass VW wenigstens einen Teil der Flotte von den Besitzern zurückkaufen muss." Die CARB-Chefin forderte die Wolfsburger zudem auf, ein Umweltkonzept vorzulegen, das die zusätzlichen Emissionen der Fahrzeuge kompensiert. Der Umweltaspekt bekomme nicht genug Aufmerksamkeit. "Ganzseitige Anzeigen in der Zeitung zu schalten und den Kunden 1000 Dollar anzubieten, ist ja nett. Aber das ist noch nicht einmal ansatzweise genug, um das Ausmaß des Schadens zu thematisieren." In den USA läuft am Freitag eine Frist für eine VW-Erklärung aus, wie die Abgas-Manipulationen behoben werden sollen. Sollte sich VW nicht an die Vereinbarungen halten, gäbe es die Möglichkeit, die betroffenen Autos aus dem Verkehr zu ziehen, hatte Nichols gewarnt.

Muss VW in den USA hunderttausende Autos zurückkaufen?

Zur Nachbesserung der manipulierten Dieselmotoren mit 1,6-Liter Hubraum muss Volkswagen möglicherweise deutlich weniger Geld einplanen als zunächst befürchtet. Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche können die Schadstoffemissionen durch ein Software-Update sowie den Einbau eines etwa zehn Euro teuren Sensors im Luftfilter behoben werden. Die Lösung werde derzeit vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) auf Tauglichkeit überprüft. Seitens des Konzerns wollte man den Bericht am Donnerstag nicht bestätigen: "Die Gespräche zwischen Volkswagen und dem KBA laufen noch", sagte ein VW-Sprecher. Erst danach werde eine Aussage getroffen. "Grundsätzlich steht für uns fest: Wir wollen die für den Kunden beste Lösung finden und diese dann entsprechend umsetzen." Im Stickoxid-Skandal hatte das KBA für 2,4 Millionen Wagen in Deutschland einen Rückruf angeordnet, der Anfang 2016 beginnen soll. Es geht um verschiedene Motoren- und Fahrzeugmodelle. Das Bundesverkehrsministerium hatte kürzlich unter Berufung auf das KBA mitgeteilt, dass in Deutschland für 540.000 Wagen des VW-Konzerns neben einer Software-Lösung auch neue Bauteile hermüssen. Nach aktuellem Stand sind davon nur die 1,6-Liter-Motoren betroffen. VW hatte zudem bereits mitgeteilt, dass für Autos mit 2,0 Litern Hubraum reine Software-Lösungen ausreichen sollen. Für Fahrzeuge mit 1,2-Liter-Motoren soll VW bis Ende November Lösungen vorschlagen.


Bei allen betroffenen Motoren vom Typ EA 189 war Mitte September eine versteckte Manipulations-Software entdeckt worden, welche die Stickoxid-Emissionen auf dem Prüfstand niedriger ausfallen ließ als im Straßenverkehr. Ursprünglich war befürchtet worden, dass Fahrzeuge mit einem zusätzlichen Katalysator nachgerüstet werden müssten. VW hat bislang allein für die technischen Maßnahmen 6,7 Milliarden Euro zurückgestellt. In Brüssel bittet Volkswagen unterdessen um eine Verlängerung der Frist, die den Wolfsburgern zu Angaben bezüglich geschönter CO2-Angaben gemacht wurde. Die ursprüngliche Frist der EU-Behörden ist am Donnerstag abgelaufen. Bei rund 800.000 Fahrzeugen sollen die CO2- und Verbrauchswerte nicht korrekt angegeben sein, was unter anderem zu Nachzahlungen bei der Kfz-Steuer führen wird.

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