Kaufberatung VW Tiguan 2012: Alle Modelle, Preise und Motoren Architektur des Erfolges

12.02.2013
Inhalt
  1. Downsizing und sparsame Common-Rail-Diesel
  2. Die Ausstattungsliste lässt kaum Wünsche offen
  3. FAZIT

Mit dem VW Tiguan hat VW ein echtes Volks-SUV im Programm. 15 Motor-Getriebe-Kombinationen, drei Ausstattungslinien und unzählige Sonderausstattungen stehen für die Kunden zur Auswahl. Wir schaffen den Durchblick - auch bei den Preisen - mit unserer Kaufberatung

Das wurden die Wolfsburger in der Vergangenheit gescholten: Während zahlreiche Wettbewerber bereits Jahre auf der Kompakt-SUV-Welle surften, ließ man sich am Mittellandkanal gehörig Zeit, dieses Thema in Angriff zu nehmen. "Trend verpennt“, monierten die Kritiker der Modellpolitik, bis 2007 der VW Tiguan auf dem Markt erschien. Doch im Nachhinein scheint es, als hätte Volkswagen einfach nur Luft geholt, um die Konkurrenz zu verblasen. Schließlich wurde das Kompakt-SUV allein in Deutschland bislang über 200.000 Mal verkauft.

Inzwischen ist der VW Tiguan Marktführer seines Segments und in die Top Ten der Zulassungsstatistik aufgerückt. Und in der AUTO ZEITUNG stellte der Tiguan mit zahlreichen Vergleichstest-Siegen sowie einer eine nahezu makellosen Dauertest-Bilanz über 100.000 Kilometer bereits seine Qualitäten unter Beweis. Seit dem Facelift im vergangenen Jahr noch einmal technisch aufgerüstet, dürfte der kompakte Kraxler auch künftig nicht von der Erfolgsspur abkommen. Unter dem Blech teilt sich der VW Tiguan die Technikkomponenten mit dem Golf VI. Von ihm hat er auch die Vielfalt an Antriebs- und Ausstattungskombinationen, durch die wir den Weg weisen.

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Für jene, die die meiste Zeit auf Asphalt unterwegs sind, empfiehlt sich die Basisversion „Trend & Fun“. Damit beginnt der Einstieg in die Tiguan-Welt ab 24.450 Euro (122-PS-Benziner, Frontantrieb). Die Serienausstattung umfasst bereits Annehmlichkeiten wie Klimaanlage, das CD-Radio „RCD 210“, eine Reifenkontrollanzeige, eine asymmetrisch geteilt klappbare und längs verschiebbare Rücksitzbank inklusive Lehnenneigungs-Einstellung sowie eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Für eine knackige Optik steht die „Trend & Fun“-Variante auf 16-Zoll-Leichtmetall-Rädern vom Typ „Portland“.

Darüber rangiert die Version „Sport & Style“ (ab 26.375 Euro). Für den Mehrpreis von 1925 Euro rollt diese Version auf 17-Zoll-Rädern des Typs „Philadelphia“. Heckscheibe- und Seitenscheiben sind abgedunkelt und zu 65 Prozent lichtabsorbierend, was vor neugierigen Blicken in den Innenraum schützt. Dort warten vorn Sportsitze, unter denen Schubladen für allerlei Kleinkram angebracht sind, auf die Passagiere. Eine Multifunktionsanzeige, Nebelscheinwerfer, Licht- und Regensensor sowie eine höherwertiges CD-Radio („RCD 310“) sind ebenfalls an Bord.

Gelände-Fähigkeiten und Motoren - weiter geht es auf der nächsten Seite ...

Für Zeitgenossen, die leichte Geländeeinlagen nicht scheuen, kommt die Ausstattungsvariante „Track & Style“ in Frage. Permanenter Allradantrieb und ein vorderer „Offroad-Stoßfänger“ mit einem Böschungswinkel von 28 Grad sorgen dafür, dass der VW Tiguan beim Kraxeln über Stock und Stein besser weiterkommt als die frontgetriebenen Versionen und zugleich nicht so schnell aufsetzt. Sollte es dennoch einmal zu Bodenkontakt kommen, verhindert ein Triebwerksunterschutz teure Schäden am Antrieb. Das serienmäßige Offroad-Programm lässt sich per Tastendruck aktivieren und ruft einen Bergan- sowie Bergabfahrassistenten in Bereitschaft. Daneben wird die Regelgrenze des ABS angehoben. Außerdem gewährleistet die Elektronik, dass sich das Gaspedal feinfühliger dosieren lässt. Der Orientierung abseits der Straße dient ein serienmäßiger Kompass. Ansonsten statten die Wolfsburger die „Track& Style“-Modelle ähnlich hochwertig aus wie die „Sport & Style“-Versionen. Der Einstiegspreis für den offroadtauglichen VW Tiguan mit 160-PS-Benziner liegt bei 30.450 Euro.

 

Downsizing und sparsame Common-Rail-Diesel

Bei den Benzinern setzt VW bekanntermaßen auf kleine Hubräume mit Aufladung. Der Basis-Benziner ist ein 1,4-Liter-Benzin-Direkteinspritzer, der über einen Turbolader verfügt. Das Aggregat überzeugt mit ordentlicher Kraftentfaltung und ebensolcher Laufkultur. Seine 122 PS kommen mit den mindestens 1426 Kilogramm Leergewicht dank der 200 Nm Drehmoment überraschend gut zurecht. Die Fahrleistungen reichen völlig aus (null auf 100 km/h: 10,9 Sekunden, 185 km/h Spitze). Getreu dem Baukasten-System erhält der Motor für seine nächsthöhere Leistungsstufe (160 PS) zusätzlich zum Turbo einen Kompressor. Die 38 Mehr-PS schlagen mit vergleichsweise bescheidenen 1600 Euro Aufpreis zu Buche. Wenn aber die 160 PS etwa bei Nässe an den Vorderrädern zerren, stellt sich die Frage, ob nicht weitere 1950 Euro für den Allradantrieb „4MOTION“ gut investiertes Geld sind. Damit darf dann der Begriff Traktionsproblem getrost aus dem Wortschatz gestrichen werden. Die noch stärkeren Motorversionen stehen ohnehin ausschließlich als 4Motion-Modelle in den Preislisten.

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Beim 180 PS starken 2,0-Liter-Benzin-Direkteinspritzer handelt es sich um eine schwächere Ausgabe des Aggregats, das wir auch aus dem Golf GTI kennen. Dieser bildet mit 210 PS die Spitze der Benziner-Palette. Er überzeugt mit Sprintstärke und Drehfreude, ist aber nur in den teureren Ausstattungsversionen „Sport & Style“ sowie „Track & Style“ erhältlich. Deshalb müssen für den Kauf des stärksten Wolfsburger Kompakt-SUV mindestens 32.675 Euro veranschlagt werden. Beide Zweiliter-Benziner können die Kunden übrigens mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ordern (1850 Euro).

Vernunftkäufer mit entsprechender Jahresfahrleistung greifen in der Regel ohnehin zum empfehlenswerteren Diesel, den VW im Tiguan als 2,0-Liter-Aggregat in vier verschiedenen Leistungsstufen anbietet. Los geht’s mit 110 PS, die in der Frontantriebsversion ab 26.350 Euro zu haben sind. 280 Nm Drehmoment genügen für schaltfaules Fahren, 5,3 Liter Diesel sollen laut EU-Norm für 100 Kilometer reichen. Die Fahrleistungen bleiben indes etwas hinter denen des schwächsten Benziners zurück: 11,9 Sekunden von null auf 100 km/h, 175 km/h Spitze. Die goldene Mitte liegt bei 140 PS (ab 28.000 Euro, 4Motion: 29.950 Euro) – dank 320 Nm Drehmoment spürbar durchzugskräftiger als sein schwächeres Pendant, dafür aber laut Normverbrauch als Fronttriebler genauso sparsam und ebenfalls mit Schaltautomat lieferbar.

Verbrauch, Ausstattungen, Fazit - weiter geht es auf der nächsten Seite ...

Apropos Kraftstoffverbrauch: Start-Stopp-System, Bremsenergie-Rückgewinnung und Schaltanzeige sind für alle Fronttriebler Serie und kosten für die Allrad-Dieselmodelle mit 140 PS 400 Euro mehr. Darüber rangieren die 170- und 177-PS-Aggregate. Das stärkere dieser beiden wird ausschließlich mit dem Doppelkupplungsgetriebe angeboten (35.300 Euro), während die 170-PS-Version mit Sechsgang-Schaltgetriebe vorfährt. Im Frühjahr 2013 kommt diese Schaltbox auch für den 177-PS-Motor. Dann fällt die 170-PS-Version aus dem Programm. Interessant für Gespannfahrer: Mit 170 Diesel-PS darf der VW Tiguan in der „Track&Style“-Version maximal 2500 Kilogramm ziehen. Übrigens verfügen alle Tiguan serienmäßig über ein ESP mit Gespannstabilisierung.

 

Die Ausstattungsliste lässt kaum Wünsche offen

Sind Motorisierung und Ausstattungslinie geklärt, geht es an die Individualisierung. Zwölf verschiedene Außenfarben und zehn unterschiedliche Felgendesigns schaffen hier schon einmal reichlich Spielraum. Keine Geschmacksfrage ist das DCC-Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern (1100 Euro), da es den guten Federungskomfort nochmal verbessert. Die elektronische Differenzialsperre XDS (205 Euro) steigert die Traktion in Kurven. Wer eine optische Aufwertung wünscht, kann das RLine Exterieur-Paket ins Auge fassen (2590 Euro), das unter anderem mit 19-Zöllern, Heckspoiler und R-Line-Stoßfängern aufwartet.

Die Sitze lassen sich etwa mit „Volkswagen Exclusive“-Leder ordern (ab 3615 Euro). Tipp: Eine bulligere Optik kann man auch durch die separate Bestellung von 19-Zoll-Rädern erzielen, in deren Lieferumfang Radlaufverbreiterungen enthalten sind. Nicht nur Technik-Fans dürften sich über die dynamische Fernlichtregulierung freuen, die bei Gegenverkehr nicht abblendet, sondern den Lichtkegel verändert, um Blendwirkung zu verhindern (Bestandteil Fahrassistenzpaket, 2310 Euro). Sinnvoll angelegt ist auf jeden Fall das Geld für die Zwei-Zonen Klimaanlage Climatronic (365 Euro).

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Nicht scheuen sollte man auch die Investition in ein Winterpaket, das mit beheizbaren Scheibenwaschdüsen, einer Scheinwerfer-Reinigungsanlage und Sitzheizung vorn zum Preis von 425 Euro über den Winter hinweghilft. Eiskratzen lässt sich mit einer programmierbaren Standheizung verhindern. Wer sich bei plötzlichem Wintereinbruch nicht beim Reifenhändler in die Schlange einreihen möchte, ordert Winterkompletträder für 620 Euro gleich mit. Musikfreunde wiederum können für den guten Ton das Soundsystem „DYNAUDIO Contour“ (570 Euro) mit digitalem Acht-Kanal-Verstärker und 300 Watt Gesamtleistung bestellen. – auf dass der neue VW Tiguan nicht nur ein Fest für die Augen, sondern auch für die Ohren wird.

 

FAZIT

Der Erfolg des VW Tiguan dürfte sich nicht zuletzt durch die große Vielfalt an Motor-Antriebskombinationen und Ausstattungsdetails erklären. Nach dem Studium der Daten kristallisieren sich vier Empfehlungen heraus: Der frontgetriebene 122-PS-Benziner bildet den idealen Einstieg, weil er ordentliche Fahrleistungen mit günstigem Verbrauch und moderaten Kosten verbindet.

Vielfahrer sollten zum 110-PS-Basis-Diesel greifen. Die Ideallösung stellt der 2.0 TDI mit 140 PS und Allradantrieb dar. Drehmoment, geringer Durst und Traktionsstärke erklären ihn zum Universaltalent. Das Geld für das komfortable Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ist vor allem bei häufigem Kurzstreckenverkehr gut investiert.

Wenn die Kaufentscheidung weniger vom Geldbeutel bestimmt wird, dürften sich fahraktive Naturen über den sprintstarken 2,0-Liter-Turbo mit 210 PS freuen. Er würzt den VW Tiguan mit einer Prise GTI.
Elmar Siepen

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