VW-Konzern - Winterkorn stößt Umstrukturierung an Taktische Neuordnung

03.06.2015

Gerade erst ist das Kräftemessen an der VW-Spitze beendet, schon schiebt Vorstandschef Winterkorn neue Projekte an. Es geht um kürzere Entscheidungswege und mehr  Beweglichkeit in dem riesigen Weltkonzern. Vorentscheidungen dazu soll es bereits geben.

Der Volkswagen-Konzern steht neben der Neuordnung seines Nutzfahrzeug-Geschäfts laut einem Bericht vor weiteren Umbauschritten. Vorstandschef Martin Winterkorn habe die Führungskräfte von Europas größtem Autohersteller bei einem internen Manager-Treffen in Wolfsburg am Donnerstagabend auf eine neue Struktur eingeschworen, meldete die Fachzeitschrift «Automobilwoche» (Freitag). «Wir müssen schneller, effizienter und beweglicher werden», sagte Winterkorn nach Informationen des Blatts. Grund seien Herausforderungen wie die Digitalisierung oder das autonome Fahren.

 

VW-Konzern: Winterkorn setzt auf neue Strukturen

Aus dem Unternehmen hieß es, der VW-Chef habe die Manager kurzfristig einberufen, um einen Ausblick auf mehrere Zukunftsthemen zu geben. Zu Einzelheiten wollte man sich am Freitag aber nicht äußern. In Spanien gab Volkswagen unterdessen eine Milliarden-Investition bekannt.

Auf der Hauptversammlung am Dienstag hatte Winterkorn - nach einem Machtkampf mit dem inzwischen zurückgetretenen Chefaufseher Ferdinand Piëch - bereits angedeutet, dass nun wieder das tägliche Geschäft im Zentrum stehe. Erwartet werden aber auch Weichenstellungen, die VW sowohl personell als auch strukturell verändern dürften. Ein Thema ist dabei die Dezentralisierung von Aufgaben. Als ein erster Schritt gilt etwa der schon beschlossene Aufbau einer eigenständigen Holding für die schweren Nutzfahrzeuge mit den Töchtern MAN und Scania.

Dem Bericht zufolge soll die neue Gesamtaufstellung bis zum Oktober in Kraft sein, eine offizielle Bestätigung für diesen Zeitplan gab es zunächst nicht. Die künftige Struktur der Nutzfahrzeug-Sparte hatte VW Anfang der Woche nach langen Überlegungen vorgestellt. Die Holding soll nach dpa-Informationen in Niedersachsen angesiedelt werden. Sie
könnte als Blaupause für weitere Umbauprojekte dienen.

Der nach Toyota zweitgrößte Autoproduzent der Welt will raschere Entscheidungen treffen können und näher am Kundengeschmack in einzelnen Märkten sein. So gelten beispielsweise die USA als große Baustelle, die Kernmarke VW fährt dort mit ihrem derzeitigen Modellangebot vielen Konkurrenten hinterher. Auch Betriebsratschef Bernd Osterloh dringt auf eine Fortsetzung des Umbaus: «Wir brauchen klare Strukturen, um in einzelnen Bereichen schnell und flexibel handeln zu können.»

Von der neuen Holding für die Lastwagen und Busse verspricht sich VW eine «engere Vernetzung der Marken, kürzere Entscheidungswege und mehr Tempo in der Umsetzung». Vorstand und Kontrolleure wollen nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen in den nächsten Wochen konkret prüfen, inwieweit der Konzern insgesamt stärkere Holding-Funktionen
erhält, um sich um übergreifende Themen wie gemeinsame Einsparchancen zu kümmern. Im Gegenzug könnten die Fahrzeugmarken und -sparten mehr dezentrale und regionale Entscheidungsmacht erhalten.

In Spanien will VW kräftig aufstocken. Bis 2019 sollen dort 4,2 Milliarden Euro in Werke und Modelle fließen, wie der Konzern nach einem Treffen von Vorstand Francisco Javier García Sanz und Ministerpräsident Mariano Rajoy mitteilte. Neben dem Stammsitz der Tochter Seat in Martorell bei Barcelona betreibt VW auch ein Werk im nordspanischen Pamplona. Bei den Plänen handelt es sich laut Konzern um die größte industrielle Investition in der spanischen Geschichte.

AUTO ZEITUNG

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