VW Golf VII 2012: Preise, Bilder und alle Motoren des neuen Golf Das Auto, 7. Akt

05.09.2012

Er ist nicht nur das Highlight auf dem Auto Salon Paris 2012, sondern für viele Experten schlicht die wichtigste Neuheit des Jahres: Der neue VW Golf VII

Seit 1975 ist der VW Golf – unterbrochen nur von einer einzigen Ausnahme – das meistverkaufte Auto in Deutschland. In sechs Generationen hat die Kompaktklasse aus Wolfsburg nicht nur den Namen "Golfklasse" geprägt, sondern weltweit auch über 29 Millionen Kunden gefunden. Für viele Deutsche ist der Golf nicht weniger als der Inbegriff des Automobils, was sich längst nicht nur aus der häufigen Verwendung als Fahrschulauto ableitet.

 

VW Golf VII 2012: Leichter, sparsamer & besser dank MQB

Wenn man eine solche Ikone des Automobilbaus verbessern möchte, neigt man zu vorsichtigen Aktionen – auf keinen Fall soll das Erfolgsrezept verwässert oder der Wiedererkennungswert geschmälert werden. In Wolfsburg beweist man hingegen Mut und spendiert dem VW Golf VII eine völlig neue technische Basis, die auch zu neuen Proportionen führt.

Der modulare Querbaukasten (MQB) ist das neue Prunkstück des Volkswagen-Konzerns, er soll über Baureihen und Hersteller hinweg für niedrigeres Gewicht, mehr Fahrdynamik und nicht zuletzt geringere Kosten in der Produktion sorgen. Der neue VW Golf VII wird Aushängeschild und Bewährungsprobe zugleich, auch wenn der MQB im Audi A3 2012 bereits seinen Marktstart gefeiert hat.

Die technische Plattform dürfte für die meisten Kunden allerdings von nachrangiger Bedeutung sein – entscheidend ist, was dabei herauskommt: Obwohl der VW Golf VII 56 Millimeter länger und 13 Millimeter breiter als der Vorgänger ausfällt, konnte das Gewicht um bis zu 100 Kilogramm reduziert werden. Im Innenraum profitieren die Kunden von verbesserter Ergonomie und mehr Bewegungsfreiheit, zudem punktet der Kofferraum mit einem um 30 auf 380 Liter vergrößerten Volumen, 17 Millimeter niedrigerer Ladekante und größerer Öffnung.

Das niedrigere Gewicht trägt gemeinsam mit dem verlängerten Radstand, den neu konstruierten Radaufhängungen, der Progressivlenkung und der nun serienmäßig verbauten elektronischen Differenzialsperre XDS zu einer Steigerung der Fahrdynamik bei, außerdem konnte dem Golf VII so deutlich mehr Sparsamkeit antrainiert werden.

Im Durchschnitt braucht die Kompaktklasse aus Wolfsburg nun 13,9 Prozent weniger Kraftstoff, im Fall des neuerdings mit Zylinder-Abschaltung (ACT) ausgerüsteten VW Golf 1.4 TSI mit 140 PS konnte der Normverbrauch sogar um 23 Prozent auf 4,8 Liter gesenkt werden. Basis-Benziner ist ein weiter TSI-Motor mit 85 PS, dieser verbraucht 4,9 Liter im EU-Zyklus.

Noch sparsamer sind die neuen Diesel-Modelle, die ohne Ausnahme über einen Fehlbetankungsschutz verfügen: Der Golf TDI mit 105 PS erreicht das Niveau des BlueMotion-Modells der Vorgänger-Generation, mit 150 PS steht ein Normverbrauch von 4,1 Liter zu Buche. Aushängeschild ist allerdings der neue VW Golf TDI BlueMotion, der mit 3,2 Liter auf 100 Kilometer einen neuen Bestwert in seinem Segment setzt.

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Beim Erreichen dieser Werte helfen die serienmäßige Start-Stopp-Automatik, die Rekuperation genannte Bremsenergierückgewinnung und eine Fahrprofilauswahl, mit der der Fahrer in fünf Stufen Einfluss auf Motorsteuerung, Klimaanlage und diverse Nebenaggregate nehmen kann: Die Modi Eco, Sport, Normal, Individual und in Kombination mit adaptivem Fahrwerk auch Comfort passen den VW Golf VII perfekt an die gewünschte Fahrweise an. Beim Getriebe haben die Kunden die Wahl zwischen klassischem Sechsgang-Handschalter und der je nach Motorisierung sechs- oder siebenstufigen Doppelkupplungs-Automatik DSG.

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Keine Experimente wagen die Wolfsburger beim Design, das den Golf weltweit als klassenloses Automobil etabliert hat. Auch ohne VW-Logo ist die siebte Generation klar als Golf erkennbar, besonders die C-Säule ist eine unübersehbare Reminiszenz an die erste und vierte Generation des Klassikers. Auffällig sind die um 43 Millimeter nach vorn versetzte Vorderachse, wodurch die Fahrgastzelle optisch weiter nach hinten rückt, und die unterhalb der Türgriffe verlaufende Charakterlinie, die um das gesamte Fahrzeug herumläuft.

 

VW Golf VII: Touchscreen und viele Assistenten serienmäßig

Da der neue Golf 2,8 Zentimeter flacher als der Vorgänger ausfällt, konnte auch die Stirnfläche verkleinert werden. Monatelange Detail-Arbeit im Windkanal hat gemeinsam mit der kleineren Stirnfläche für eine Reduzierung des Luftwiderstands um durchschnittlich zehn Prozent gesorgt. Der cw-Wert von 0,27 beim VW Golf VII BlueMotion ist gut, beschert dem Wolfsburger aber keine Sonderstellung.

Stark nachgelegt haben die Wolfsburger bei Assistenzsystemen und Infotainment, was Millionen Menschen einen bequemeren und sichereren Alltag bescheren soll. Egal ob Spurhalteasssistent, Müdigkeits- und Verkehrszeichenerkennung, blendfreier Fernlichtassistent oder automatische Distanzkontrolle mit City-Notbremsfunktion – für den Golf ist fast alles erhältlich, was gut und teuer ist.

Beim Einparken hilft der überarbeitete Parkassistent, der den 4,25 Meter langen Golf nun sowohl parallel als auch rückwärts im 90-Grad-Winkel einparken kann und dabei mit einer virtuell erzeugten 360-Grad-Rundumsicht auf dem Display glänzt.

Im Fall der Fälle sorgt der proaktive Insassenschutz PreCrash für eine optimale Vorbereitung von Passagieren und Sicherheitssystemen, was zu einer Linderung der Unfallfolgen führen soll. Hat es bereits gekracht, bringt die serienmäßige Multikollissionsbremse den Golf automatisch zum Stillstand und reduziert so das Gefahrenpotenzial von Folge-Crashs. Dass der modulare Querbaukasten den Ernstfall beherrscht, durfte der neue Audi A3 im Euro NCAP Crashtest beweisen.

Alle Varianten des Golf VII verfügen serienmäßig über einen fünf Zoll großen Touchscreen zur Steuerung diverser Systeme bis hin zum Radio, gegen Aufpreis sind auch leistungsfähigere Systeme erhältlich: Top-Modell ist ein 8 Zoll großer Touchscreen, der genau wie der Mittelweg mit 5,8 Zoll Bildschirmdiagonale über einen Näherungssensor verfügt und nur dann sämtliche Optionen anzeigt, wenn sich ein Finger in der Nähe befindet – anderenfalls wird die Anzeige auf die während der Fahrt relevanten Informationen reduziert.

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Ob der neue VW Golf VII auch in der Praxis überzeugt, werden schon bald erste Vergleichstests mit den zahlreichen Konkurrenten in der Kompaktklasse klären. Fest steht, dass die Wolfsburger auf dem Papier eine überzeugende Weiterentwicklung auf die Räder gestellt haben, die keinen Vergleich scheuen muss – Auch, weil Volkswagen beim Preis keine Experimente wagt und mit 16.975 Euro für den Basis-Benziner trotz aller Verbesserungen keinen Cent teurer wird als bisher.
Benny Hiltscher

AUTO ZEITUNG

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