Fahrbericht VW Golf VII 1.6 TDI BlueMotion: Bilder und technische Daten Der Spar-Golf

24.07.2013

Fahrbericht VW Golf 1.6 BlueMotion: Viel Kraft – wenig Saft. Die neue Spar-Ausgabe des Wolfsburger Bestsellers knausert mit Diesel, erfordert ansonsten aber nur wenig Verzicht

Auch wenn der neue Golf TDI BlueMotion von außen äußerst unscheinbar daherkommt, trieben die Entwickler auf allen Ebenen maximalen Aufwand für minimalen Verbrauch. Im Interesse verkürzter Warmlaufphasen verfügt der neue, nun 110 PS starke 1,6-Liter-TDI zum Beispiel über ein ausgeklügeltes Temperaturmanagement mit getrennten Kühlkreisläufen für Zylinderkopf und Kurbelgehäuse samt abschaltbarer Wasserpumpe. Die Kraftübertragung übernimmt neuerdings ein Sechsgang-Getriebe mit länger übersetzter letzter Fahrstufe.

Ein Start-Stopp- und ein Rekuperations-System helfen ebenfalls beim Sparen. Die Fahrwiderstände senken Leichtlaufreifen, Unterbodenverkleidungen, ein fast vollständig "geschlossener" Kühlergrill sowie ein um 49 Kilogramm gesunkenes Leergewicht. Stolz vermeldet die Presseabteilung das Ergebnis des Prüfstandlaufs nach EU-Norm: 3,2 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Damit würde der erfolgreiche Kompakte vom Mittellandkanal als "3-Liter- Golf" zu den sparsamsten Automobilen überhaupt zählen. Der Mehrpreis für die Spartechnik gegenüber einem konventionellen Golf mit 105-PS-TDI beträgt verträgliche 1200 Euro.

 

ENTWARNUNG NACH DEN ERSTEN KILOMETERN

Wenn Autos auf Effizienz getrimmt werden, bleibt der Fahrspaß allzu oft auf der Strecke. Erwartet die Kundschaft auch hier ein phlegmatisches Sparmobil? Unterwegs wird schnell deutlich, dass derlei Befürchtungen unbegründet sind. Der Motor läuft kultiviert und lässt sich dank 250 Nm Drehmoment, die im alltagsrelevanten Drehzahlbereich zwischen 1500 und 3000 /min zur Verfügung stehen, angenehm schaltfaul bewegen. Die Durchzugskraft reicht völlig aus, um ordentlich vorwärtszukommen.

Nur wenn es beim VW Golf 1.6 TDI BlueMotion flott vorangehen soll, muss beim Beschleunigen im sechsten Gang schon mal zum Schalthebel gegriffen werden. Hier fordert die lange Übersetzung ihren Tribut. Die Werksangaben für die Beschleunigung (10,5 Sekunden von null auf 100 km/h) und die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h wirken glaubhaft. Alles andere funktioniert Golfgewöhnlich unspektakulär, aber erfreulich. Der Feder-Dämpfer-Abstimmung gelingt exakt der Kompromiss zwischen der nötigen Straffheit für die Fahrsicherheit und der erforderlichen Sensibilität für den Komfort.

 

ZAHLREICHE AUSSTATTUNGSOPTIONEN

Bei Kurvenfahrt reicht das fahrdynamische Talent zwar nicht an das der üppiger bereiften und deutlich stärkeren GTI und GTD heran, bleibt aber stets auf der ausgewogenen und sicheren Seite. Die Bedienung funktioniert weitgehend intuitiv und lenkt nicht unnötig vom Verkehrsgeschehen ab. So hat der Fahrer Aufmerksamkeitskapazitäten, um die Verbrauchsanzeige zu verfolgen. Und um es vorwegzunehmen: Die 3,2 Liter nach EU-Norm waren während der ersten Ausfahrt im Überlandverkehr nicht zu erreichen. Laut Bordcomputer kamen wir am Ende der Strecke aber auf respektable 4,4 Liter – ein Wert, der den späteren Testverbrauch mit Spannung erwarten lässt.

Der Spar-Golf kann in den Versionen Trendline und Comfortline geordert werden. Serienmäßig sind auf jeden Fall die Multikollisionsbremse, die elektronische Differenzialsperre XDS+, Reifendruckkontrolle, Touchscreen mit TFT-Display und eine Klimaanlage an Bord. Darüber hinaus können Kunden sich im Wolfsburger Ausstattungs-Universum bedienen und zahlreiche Assistenzsysteme oder eine Verkehrszeichenerkennung wählen. Im großen Stil dürften Flottenkunden sparen. Und gegen Jahresende wird es den TDI BlueMotion auch als Variant geben

Unser Fazit

Kalorienarmes Golf-Vergnügen zum moderaten Tarif. Der Golf TDI BlueMotion taugt zum Erfolgsmodell

Elmar Siepen

Zmarta Autokredit
Autokredit

Jetzt den günstigsten Autokredit finden

Tags:
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.