VW Golf twinDrive, e-Up, XL1 2013 Eco Autos: Bilder und technische Daten Die Elektriker sind da

19.07.2013

Nächstes Jahr kommt der Plug-in-Hybrid-Golf für die breite Masse, noch dieses Jahr gehen der Elektro-Up und – als Krönung – das spektakuläre Einliter-Auto VW XL1 an den Start. Wir sind die Strom tankenden Sparmeister von VW bereits gefahren

Gerne sagt man VW nach, den Hybridtrend verschlafen zu haben. Moment mal. Welchen Trend eigentlich? Erstens sind die meist teuren Verbrennungs-Elektro-Zwitter nun wirklich allesamt keine Verkaufsrenner, und zweitens hat man mit dem Touareg Hybrid ja schon seit einiger Zeit einen Hybrid im Programm – von dem zumindest hierzulande kaum jemand Notiz nimmt. Doch nächstes Jahr wird VW das Thema Hybrid stark forcieren, und zwar mit dem E-Autos im Vergleich: VW Golf blue-e-motion gegen VW Golf twinDRIVE. Dahinter steckt ein Plug-in-Hybrid, also ein Hybrid mit leistungsfähiger Lithium-Ionen-Batterie (8,8 kWh), die man auch an der Steckdose aufladen kann. So soll der Golf im reinen Elektromodus bis zu 50 km weit kommen. Abgesehen davon wird der twinDrive kein armseliges Sparbrötchen, sondern ein eher luxuriös ausgestatteter, ordentlich motorisierter Kompakter, der in 7,7 Sekunden auf Tempo 100 und deutlich über 200 km/h rennen soll. Das Gros der Leistung stellt dabei der 1,4-Liter-TSI bereit, der es auf etwa 150 PS bringt – genaue Daten gibt es noch nicht.

 

Um die 200 PS Im Hybrid-Golf

Der E-Motor wird etwa 75 kW liefern. Insgesamt bringt es der VW auf eine Systemleistung von gut 200 PS, die auf ein Leergewicht von 1530 kg trifft. So ganz hat der erste Großserien-Hybrid-Golf den Serienstand noch nicht erreicht, macht aber jetzt schon einen sehr erwachsenen Eindruck: Im Stadtverkehr surrt der E-Antrieb zufrieden und kaum hörbar vor sich hin und sorgt stets zügig für Anschluss an die restliche Meute. Dem im positiven Sinne unauffälligen E-Antrieb schaltet sich bei Bedarf der 1,4-Liter-Turbo-Bezindirekteinspritzer zu, und dies meistenteils ruckfrei und leise. Die Kraftübertragung und die Wahl der passenden Übersetzung übernimmt ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG), in dessen Gehäuse auch der E-Motor integriert ist. Im Umgang ist der twinDrive damit genauso unkompliziert wie jeder andere Golf – und dabei auch noch richtig flott.

Schnell haben sich unter Volllast die Zahnradpaarungen im DSG sortiert, und der twinDrive stürmt mit vereinter Elektro-/ Verbrennerkraft gen Horizont. Das ist zwar noch nicht 100-Prozent-GTI, geht aber schon in die Richtung. Was übrigens auch für den Preis gilt, der etwas oberhalb der GTI-/GTD-Gölfe, also bei etwa 33.000 Euro liegen dürfte. Dafür wird der twinDRIVE auch der sparsamste Golf werden, zumindest nach EU-Norm. Mit voll geladener Batterie liegt der Verbrauch bei nahezu Null, bei komplett entladener Batterie sollen es etwa 4,5 Liter sein. Nach EU-Norm ergibt sich daraus rechnerisch ein Verbrauch von etwa 1,5 l/100 km. Erreichen lässt sich das in der Praxis wohl kaum, zumal in der Normrechnung vorausgesetzt wird, dass der Plug-in-Hybrid nach 25 km Fahrt mit leerer Batterie wieder ans Stromnetz zu hängen und voll aufzuladen ist.

Völlig ohne Sprit ist man hingegen im Erste Infos zur e-Up!-Markteinführung unterwegs, und zwar ohne Verzicht, denn im Vergleich zur Normal-Up-Version mit Verbrennungsmotor fehlt es hier an nichts. Weder das Platzangebot für die Insassen, noch das Gepäckraumvolumen haben unter der vollständigen Elektrifizierung gelitten. Antriebsmotor und Leistungselektronik finden locker unter der kurzen Motorhaube Platz, während die Batterie für den Antrieb raumsparend im Unterboden integriert ist. Der Lithium-Ionen-Akku (18,7 kWh) soll Energie für bis zu 150 km Reichweite liefern und kann sowohl mit Wechselstrom als auch – besonders effektiv – mit Gleichstrom geladen werden. Letzteres erlaubt eine 80-Prozent-Ladung in nur 30 Minuten, allerdings sind dafür geeignete Ladestationen bislang erst in der Planung. Mit einem Leergewicht von nur 1139 kg bei tiefem Schwerpunkt überzeugt der e-Up mit seiner ausgewogenen Gewichtsverteilung und fein ausbalanciertem Fahrwerk für viel Vertrauen. Mit einer Dauerleistung von 40 kW (55 PS) und aus dem Stand verfügbaren 210 Nm Drehmoment schwimmt der Elektro-VW problemlos nicht nur im Stadtverkehr mit. Für kurzzeitige Überholsprints sind sogar stramme 82 PS verfügbar. Bis zum Herbst muss man sich gedulden, um in diesen Genuss zu kommen. Statt eines fixen Kaufpreises wird es wohl eher ein All-inclusive-Leasingangebot geben, das bei einer Rate von etwa 500 Euro pro Monat liegen könnte.

So unauffällig wie im e-Up kommen wir mit dem spektakulären Einliter-Auto VW XL1 nicht davon. Eine Traube von Menschen umringt den futuristisch wirkenden Flügeltürer, der laut EU-Norm nur 0,9 Liter Diesel verbraucht. Nachdem wir geduldig Frage und Antwort gestanden haben – vmax? 160 km/h; 0–100? In 12,7 Sekunden; Wie viel? Zunächst sind 250 Leasingmodelle geplant, Preis noch ungewiss –, machen wir uns auf den Weg im flachen Karbon-Zweisitzer, der gerade mal 795 kg wiegt. Trotz der dürren Leichtlaufreifen (vorn 115/80 R 15) vermittelt der XL1 mit servofreier Lenkung ein sportlich präzises Lenk- und Fahrgefühl, unterstützt durch die straffe Federung.

 

Raue Klänge ohne Filter im XL1

Sowohl die kaum gedämmten Abrollgeräusche als auch der meist bei niedrigen Drehzahlen vor sich hin rumpelnde 0,8-Liter-Zweizylinder-Turbodiesel erzeugen eine etwas raue Klangkulisse. Im Stadtbetrieb kann der XL1 aber auch anders: nämlich rein elektrisch vor sich hin gleiten, besonders wenn sich der Lithium-Ionen-Akku (5,5 kWh) vorher an der Stromtankstelle sattgesaugt hat. Eine elektrische Reichweite bis zu 50 km soll dann möglich sein. Dabei hilft auch die ausgefeilte Aerodynamik (cW 0,189): Um mit 100 km/h in der Ebene zu fahren, reichen dem XL1 gerade mal 8,4 PS.

Nach der Sparfahrt durch Stadt und über Land biegen wir ab auf die Autobahn und geben dem XL1 die Sporen. Mit seinen 48 Diesel- und 27 Elektro-PS erreicht der Spar-VW zügig seine elektronisch abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. In Kooperation mit dem flink und effizient schaltenden Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) sorgt der Diesel-/Elektroantrieb stets für muntere Beschleunigung. Keine Frage, so macht Sparen Spaß, auch wenn wir am Ende des Tages den Normverbrauch von 0,9 Liter klar verfehlen und der Bordcomputer – immer noch sehr respektable – Werte von zwei bis drei Liter pro 100 km meldet.

TECHNIK ¹  

VW GOLF twinDRIVE
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, Direkteinspritzung
Hubraum 1395 cm³
Systemleistung ca. 147 kW/200 PS
Leistung ca. 110 kW/150 PS
Leistung E-Motor ca. 75 kW/102 PS
Drehmoment Gesamt: 330 Nm
Getriebe 6-Gang, Doppelkupplung
Antrieb Vorderrad
Batterie Lithiumionen, 8,8 kWh
L / B / H 4268 / 1790 / 1450 mm
Radstand 2631 mm
Leergewicht 1530 kg
Kofferraum ca. 380–1270 l
FAHRLEISTUNG /
VERBRAUCH
 
0-100 km/h¹  7,7 s
Höchstgeschwindigkeit¹ über 200 km/h
EU-Verbrauch¹ 1,5 l S/100 km
CO2-Ausstoß¹ ca. 59 g/km
Grundpreis ca. 33.000 Euro
¹ vorläufige ca.-Angaben

Jürgen Voigt

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