Neuer VW Golf 7 R Variant (2015): Erste Testfahrt Mehr Golf geht nicht

25.10.2017

300 PS, Allradantrieb, maximaler Nutzwert: Der neue VW Golf 7 R Variant (2015) ist ein Alleskönner. So verlief die erste Testfahrt im sportlichen Kompaktklasse-Kombi!

Launch-Control im neuen VW Golf 7 R Variant (2015)! Aktivieren, voll aufs Gaspedal, fliegen lassen! Nicht ein Hauch von quietschenden Reifen dank Allradantrieb, brutale Beschleunigung mit dumpf ploppendem Gasknall, wenn das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe nahezu ohne Schaltruck die Gänge durchlädt. Und dann fällt schon nach 5,1 Sekunden aus dem Stand die 100-km/h-Marke. Deutlich länger ist man sprachlos über diesen Irrwitz, fragt sich die ganze Zeit, wer denn nochmal genau einen neuen VW Golf 7 R Variant mit 300 PS bestellt hat. Reicht denn nicht schon der normale R? Für die Wolfsburger R-Truppe stellt sich diese Frage nicht: Man argumentiert mit erfolgreichen Power-Kombis aus Ingolstadt und Untertürkheim – die Messlatte für den R Variant ist also selbstbewusst hoch gewählt. Dass der Power-Variant tatsächlich nicht zu den jungen Wilden in die GTI-Ecke abbiegen möchte, sondern sich in einer Linie mit den noblen Power-Transportern à la Audi S4 Avant sieht, beweist das vergleichsweise dezente Exterieur: Von der vierflutigen Auspuffanlage und moderaten Karosserie-Änderungen abgesehen, könnte man den schnellen R-Transporter bei einem flüchtigen Blick tatsächlich mit einem normalen Diesel-Golf verwechseln. Dieses gekonnte Understatement macht  den neuen VW Golf 7 R Variant (2015) richtig sympathisch.

Neuer VW Golf R im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen VW Golf 7 R Variant (2015)

Auch im Interieur bleibt der neue VW Golf 7 R Variant (2015) ein ganzer Golf. Nur wenige Details, wie zum Beispiel die blauen Zeigernadeln, weisen auf das 300 PS starke Turbo-Triebwerk unter der Motorhaube hin. Dazu garniert VW zum Einstandspreis von 42.925 Euro ein serienmäßiges Doppelkupplungsgetriebe, gut geschnittene Sportsitze und eine sinnvolle Ausstattung. Wer allerdings Leder, Navigation, Assistenzsysteme oder Adaptiv-Fahrwerk haben möchte, muss tiefer in die Tasche greifen: Ein voll ausgestatteter Golf 7 R Variant landet in greifbarer Nähe der 50.000-Euro-Marke – oder problemlos darüber. Viel Geld für einen Golf! Oder – es kommt immer auf die Sichtweise an – sagenhaft wenig für einen schicken Kombi der 250-km/h-Kategorie. Allzu viele Konkurrenten hat der Sport-Golf nicht, ähnlich große, ähnlich starke Kombis von BMW und Audi starten gute 10.000 Euro darüber. Ein lifestyliger CLA 45 AMG hat zwar 60 PS mehr, ist aber gleich runde 13.000 Euro teurer. Und in Sachen Funktionalität regelrecht chancenlos: Mit seinem bis zu 1620 Liter großen Kofferraum bietet der neue VW Golf 7 R Variant (2015) uneingeschränkt das üppige Ladevolumen seiner braven Brüder.

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Neuer Golf 7 R als Variant die bessere Wahl

Erstaunlicherweise ist der neue VW Golf 7 R Variant (2015) aber auch für engagierte Sportfahrer die bessere Wahl gegenüber seiner fünf- oder dreitürigen Version: Das längere Heck sorgt für eine etwas nach hinten verschobene Gewichtsverteilung und somit eine bessere Balance. Das Resultat ist ein Quäntchen mehr Ruhe in ganz haarigen Fahrsituationen oder bei harten Richtungswechseln. Es mag fast bizarr anmuten, aber der Kompakte macht selbst auf Rennstrecken eine gute Figur: Mit seiner enormen Gutmütigkeit lässt sich der Golf R Variant beinahe missbrauchsartig in die Ecken werfen, und trotzdem ist er beileibe kein Langeweiler. Bissig und fahraktiv prescht er um den Kurs, am Ende bleibt eigentlich nur ein Wunsch offen: Am Kurvenausgang schneller Ecken dürfte der smarte Allradantrieb mit seiner intelligenten Momentenverteilung noch etwas mehr Drehmoment an die Hinterachse schieben. Ansonsten ist der neue VW Golf 7 R Variant (2015) perfekt!

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