VW Golf GTI VI Von der Studie zur Serie

27.05.2011

Bei der Neuauflage des VW Golf GTI lassen es die sonst eher braven Wolfsburger ziemlich krachen. Mit der neuen Powerfront wird der Volkssportler auf der Piste zum Abräumer

Sie kennen ja den alten Spruch: Die Straße brennt und raucht, ein GTI ist aufgetaucht! Das waren die Zeiten, als das Benzin noch 55 Pfennig kostete und die Füchse Angst um ihre Schwänze hatten, weil die Opel-Manta-Fahrer was Kuschliges für ihre Antennen brauchten. Damals identifizierten wir einen Golf GTI erst beim Überholversuch, weil er auf die Entfernung mit seinen roten Rähmchen im Kühlergrill und der mattschwarzen Deko nicht übermäßig scharf aussah, sich aber auf der Autobahn mit 110 PS auf sensationelle 182 Stundenkilometer schraubte. Später war der GTI mal ganz schick und mal ziemlich wurstig, erst der letzte, den Sie noch beim Händler bekommen, macht mit dem Krawallgrill und schönem Speed ordentlich was her.

Doch mit dem Golf 6 rollt demnächst nun wieder ein Kracher von GTI auf uns zu. Die Händler werden ihn im Mai des nächsten Jahres herausrücken, aber auf dem Pariser Autosalon kann er als Studie schon jetzt besichtigt werden. Seine Front haut etwas heftiger auf die Pauke, die angriffslustig vorgeschobene Kinnpartie erinnert uns an die Physiognomie von Michael Schumacher, ein wenig auch an die 650 PS starke GTI-W12-Studie, die VW beim 26. GTI-Treffen am Wörthersee im Mai 2007 auf die Bühne schickte.

Nahtlos verschmelzen hier die Stile von GTI I und GTI V: Eine klare, horizontale Ausrichtung der Front trifft auf das typisch wabenförmige Kühlergitter und die V-förmige, bis über die Scheinwerfer reichende Motorhaube. Den hochglänzend schwarz lackierten Grill rahmt unten und oben nostalgisch der berühmte rote Streifen ein, die extrem weit nach außen gerückten Nebelscheinwerfer sorgen quasi für hochgezogene Lachmundwinkel.

Rundum sind die Formen dieses GTI bemerkenswert klar – bis auf den aerodynamisch wichtigen Heckspoiler gibt es nicht ein einziges profanes Anbauteil, und die glanzgedrehten 18-Zoll-Alu-Räder (Basisausstattung: 17 Zoll) des Typs Denver machen was her. Am Heck ein verschärfter Diffusor für mehr Abtrieb an der Hinterachse, links und rechts je ein verchromtes Abgasendrohr.

Das Sportfahrwerk der Studie legt das Auto um 15 Millimeter tiefer, Federn, Dämpfer und der hintere Stabilisator sind komplett neu abgestimmt. Auch die Eckmaße haben sich verändert: Zwar bleibt die Länge bei 4,21 Metern, aber die Breite wächst um zwei Zentimeter auf 1,78 Meter, während die Höhe um gleich drei Zentimeter auf nur noch 1,47 Meter sinkt, was den Luftwiderstand klar verringert und den GTI sportlicher macht.

Im Innenraum sehen wir natürlich Sportsitze, deren klassisches Karodesign (Jacky) an den GTI I erinnert. Dazu die obligatorischen roten Ziernähte, Alu-Pedalerie, Alu-Schaltknauf, seidenmatte Chrom-Applikationen, ein neues Sport-Lederlenkrad und spezielle Instrumente – siehe Foto. Und auch im GTI gibt es das neue Radio-Navigationssystem RNS 310 mit Touchscreen.

Jetzt müssen wir über die Power reden: keine Sensation, aber solides Überholpotenzial. Der direkt einspritzende Zweiliterturbo, der also wieder TSI heißt (intern EA 888), erstarkt moderat von 200 auf 210 PS, sein maximales Drehmoment liegt nach wie vor bei 280 Nm, die bei 1800 Touren erreicht werden. Serienmäßig ist das Sechsgang-Schaltgetriebe, gegen Aufpreis von 1825 Euro gibt es wieder die rasend schnelle Doppelkupplungsautomatik mit der Möglichkeit des manuellen Eingriffs.

Der stammtischwichtige Sprint von null auf Tempo 100 läuft wie bisher in 7,2 Sekunden, die Spitze steigt von 235 auf 239 km/h. Aber Leute, der EU-Normverbrauch soll deutlich sinken – von 8,0 auf 7,5 Liter (178 g/km CO2). Die Euro-5-Abgasnorm ist keine Hürde, und die derzeit angedachte Versicherungseinstufung ist für GTI-Verhältnisse ein Schnäppchen: Vollkaskoklasse 21, Teilkasko 25, Haftpflicht 14.

Fahren können wir den neuen GTI noch nicht, aber die VW-Techniker schwärmen schon vom neuen elektronischen Sperrdifferenzial XDS, das Traktion und Handling schön verschärfen soll. Gegen Aufpreis gibt es die adaptive Fahrwerksregelung DCC, die mit der Dämpferkennung permanent auf den Zustand der Piste reagiert und über eine Taste in der Mittelkonsole ruck, zuck von komfortabel bis sportlich verstellt werden kann.
Apropos Geld: Zum Verkaufsstart könnte Freude aufkommen, denn der Grundpreis des Golf GTI – bisher 25650 Euro – soll sich trotz verbesserter Ausstattung nur wenig erhöhen.  Wolfgang Eschment

AUTO ZEITUNG

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