VW Golf GTI-Historie 35 Jahre VW Golf GTI

13.05.2011

1976 kam der VW Golf GTI auf den Markt. Mittlerweile ist der Kompaktsportler in sechster Generation unterwegs und fit wie nie. Ein Rückblick

Der Höhepunkt auf dem VW Stand der IAA 1975 war sicherlich ein Golf. Wenn auch kein herkömmlicher. Denn der sportliche Ableger mit dem Namen GTI beeinflusste mehrere Generationen von Kompaktautos und machte den Weg frei für kleine und starke Flitzer. 1976 – also vor 35 Jahren – kam der schnelle Kompakte auf den Markt.

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Der erste Golf GTI wiegt 800 Kilogramm, misst nur 3,70 Meter und entwickelt aus 1,6-Liter Hubraum 110 PS. Damit beschleunigt der erste GTI in 9,2 Sekunden von Null auf 100 km/h – bei 182 km/h war erst im vierten Gang Schluss. Zum Vergleich: Damalige Mittelklasse-Limousinen schafften lediglich 165 km/h.

Die erste Generation mit der kantigen Karosserie war schlicht ausgestattet und ist von heutigen komfortablen GTI-Editionen meilenweit entfernt. Zwei Farben, Marsrot und Diamantsilber, standen zur Wahl, das Handschuhfach hatte keinen Deckel und es gab den Kompakten lediglich als Dreitürer. Passend zum erstarkten Motor bot VW aber Sportsitze und Sportfahrwerk an. Mit 13.850 Mark (7081 Euro) kostete der Brandstifter allerdings 5050 Mark zusätzlich zum Basis Golf L mit 50 PS.

Die Kunden erschreckt der Aufpreis nicht, der GTI wird ein Verkaufsschlager und die Ingenieure entwickeln und verbessern den Liebling weiter. Noch vor der zweiten Ölkrise 1979 erhält er Fünfganggetriebe und robustere Stoßstangen. 1980 werden die Heckleuchten breiter und ein neu gestaltetes Armaturenbrett samt Vierspeichenlenkrad findet Einzug. Ein Jahr später folgt der Fünftürer und 1982 der 1,8-Liter Vierzylinder mit 112 PS ab 19730 Mark (10.087 Euro). Bis September 1983 finden 350.000 Golf GTI ihre Kunden.

1983 bekommt der Kompakte ein neues Kleid – die zweite Generation des Golf steht beim Händler und ein Jahr später auch der GTI. In dem 3,98 Meter langen Wolfsburger geht es nun komfortabler, dafür aber weniger sportlich zu. 1985 kommen Doppelscheinwerfer und Doppelrohrauspuff dazu. Zu dem bekannten 1,8-Liter mit zwei Ventilen (112 PS) gesellte sich 1986 der Vierventilmotor im Golf GTI 16V. 139 PS stehen jetzt offiziell zur Verfügung, der Katalysator kostet allerdings zehn PS.

Um den durch die Katalysatoren geschwächten GTI zu mehr Kraft zu verhelfen, wird die Leistung 1990 dank G-Lader im G60 auf 160 PS erhöht. Der Zuwachs muss allerdings teuer bezahlt werden: 43.140 Mark (umgerechnet 22.057 Euro) sind fällig. Der auf 5000 Exemplare limitierte Rallye Golf mit 160 PS gehört zwar auch zu den sportlichen Ablegern, ist aber streng genommen ebenso wenig ein GTI wie der 210 PS starke G60 Limited für 70.500 Mark (36.046 Euro) von 1989.

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1991 läuft die dritte Generation des Golf und gleichzeitig auch der neue GTI von den Bändern: größer, stärker, moderner und durstiger. Der Vierzylinder steigt auf zwei Liter Hubraum, der Zweiventiler leistet 115 PS (34.500 Mark/17.639 Euro), der Vierventiler nun 150 PS (38.600 Mark/19.735 Euro). Dafür offeriert VW den Golf III GTI aber von Beginn als Drei- oder Fünftürer.

Mit dabei: ABS, Schiebedach, Klimaanlage und Aluräder. Eine Verbrennungs-Revolution unter der Motorhaube lässt die GTI-Familie 1996 um eine zusätzliche Variante anwachsen, nimmt man den GTD der II. Generation außen vor. Stark und sparsam: 110 PS starke 1.9 TDI.

Sechs Jahre später, im Sommer 1997, folgt die vierte Generation des Golf mit 4,15 Meter und über 1,2 Tonnen Gewicht. Neben dem 1,8-Liter wird der 2,3-Liter Fünfzylinder angeboten, beide mit 150 PS. Der 2.3 erstarkt später auf 170 PS. Auch hier gibt es wieder einen Diesel für den GTI. Als richtig sportlich gilt die vierte Generation jedoch nicht.

2005 kommt der Golf V auch als GTI auf den Markt. Seither steht „GTI“ beim Golf wieder für ein heißes Eisen. Die Optik ist dezent auf Sport getrimmt, historische Zitate wie Karositze und rot umrandeter Kühlergrill freuen die Fans. Unter der Haube wohnt ein Zweiliter-Direkteinspritzer mit Turboaufladung und 200 PS. In der GTI Edition 30 sind es sogar 230 PS.

Für die sechste Generation gilt im Prinzip das gleiche Rezept. Hier allerdings verfeinert mit einer elektronischen Quersperre und einem sparsameren Motor, der nun 210 PS leistet. Gegen Aufpreis gibt es elektronisch verstellbare Dämpfer, die dem Fahrer die Wahl zwischen sportlicher und komfortabler Charakteristik lassen.

Und es gibt wieder einen Golf GTD. In diesem sportlich ausgerichteten Diesel arbeitet ein 170-PS-TDI, den es im Golf sonst nicht gibt. Fahrwerk und Optik ähneln dem GTI, jedoch sind die Zierstreifen in Sitzen und Kühlergrill beim GTD grau statt rot.

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