VW Golf 7: Neue Golf-Familie ab 2012 Kompakte Familie

Inhalt
  1. VW Golf VII: acht Zentimeter mehr Radstand
  2. Neu im Golf: fahrerorientiertes Cockpit
  3. Neue TSI-Motoren im Golf mit 110 bis 220 PS
  4. Modell-Varianten vom Golf R bis zum Variant

Im Sommer 2012 bringt VW den Golf VII, 2013 folgt das Kombi-Modell Variant. Dazu kommt ein ganzes Team vom Audi A3 bis zum Skoda Octavia

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Der Golf ist für Volkswagen das Aushängeschild, der Kern der Marke. Und nach dem Willen des VW-Konzernchefs Martin Winterkorn, 63, dem derzeit offenbar alles gelingt, soll der Neue die personifizierte Perfektion sein. „Das ist wie im Leistungssport“, philosophiert er gern, „die letzten fünf Prozent sind die wichtigsten.“

Winterkorn, dessen Amtszeit vor kurzem bis Ende 2016 verlängert wurde, will den Bestseller in der siebten Auflage endgültig zum unangreifbaren Klassenprimus machen. Deshalb hat er das Design des VW Golf VII, die nach internem Zeitplan als Drei- und Fünftürer schon im November 2012 startet, in den letzten Monaten erneut profilieren lassen. Die Front, speziell der untere Teil, wirkt massiver, die Seitenlinien sind noch schärfer. Konzern-Designchef Walter de Silva, der „pure, klare und einfache Linien“ liebt, und VW-Designchef Klaus Bischoff, hatten noch mal viel Arbeit.

 

VW Golf VII: acht Zentimeter mehr Radstand

Zumal die neue technische Basis durch ihre hohe Flexibilität neue Spielräume bietet. Erstmals kommt bei Volkswagen der modulare Querbaukasten (MQB) zum Einsatz, eine nahezu geniale, kostengünstige Alleskönner-Basis.

Gut für die ideale Raumausnutzung, kurze Karosserieüberhänge, ausgewogene Achslastverteilung und Leichtbau-Lösungen – passend für alle klassischen Quermotoren, aber auch für neue Hybrid- und Elektroantriebe. Die Bauzeit des Golf wird sich reduzieren, die Produktionskosten sollen um bis zu 20 Prozent sinken. Einen Teil dieses Geldes werden die Wolfsburger in noch edlere Materialien und in dieser Klasse exklusive technische Finessen stecken.

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Der neue VW Golf bleibt in der Länge bei rund 4,20 Metern, hat aber acht Zentimeter mehr Radstand als das aktuelle Modell. Der vordere Karosserieüberhang reduziert sich um gleich vier Zentimeter. Die Breite des Golf wächst um zwei Zentimeter auf etwa 1,80 Meter.

Das alles soll für die künftigen Passagiere, speziell in der zweiten Reihe, spürbar mehr Platz bringen – nebenbei wächst der Kofferraum um ein paar Liter. Am Klappmechanismus der Rücksitzlehnen wird sich nichts ändern, wie beim Polo gibt es einen doppelten Kofferraumboden, der obere liegt rückenfreundlich auf Höhe der Ladekante. Apropos Höhe: Der Golf VII wird rund zwei Zentimeter flacher, die Sitzposition für Großgewachsene ist nun entsprechend etwas tiefer.

 

Neu im Golf: fahrerorientiertes Cockpit

Weil das neue Modell auch durch die stärker geneigte A-Säule und Frontscheibe weniger Stirnfläche und einen cW-Wert von unter 0,3 hat sowie nach aktuellem Stand um 80 bis 90 Kilogramm leichter wird, dürften die Verbräuche je nach Motorisierung um rund 15 Prozent sinken. Neue Dichtungen und Scheiben reduzieren zudem massiv die Innengeräusche.

Das neue Cockpit erinnert an BMW-Modelle der 80er-Jahre: Alles gruppiert sich stärker um den Fahrer herum, die Bedienung soll sich so weiter verbessern – und vereinfachen. Der Bordcomputer ist mit neuer Grafik besser ablesbar. Dazu gibt es (gegen Aufpreis) ein Füllhorn neuer elektronischer Helfer: Fernlichtassistent, Einschlafverhinderer, blitzschnelle kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung (Tempolimits), Abstandsregel-Tempomat und mehr. Dazu Feintuning am Fahrwerk für noch mehr Fahrdynamik und Langstreckenkomfort.

 

Neue TSI-Motoren im Golf mit 110 bis 220 PS

Spannende News auch bei den Motoren – Turbotechnik ist Trumpf. Als Benzin-Einsteiger dient der bekannte, hier optimierte 1,2-Liter-Vierzylinder-TSI mit Leistungen von 85 und 105 PS. Schon der darüber rangierende, aufgeladene 1,4-Liter-TSI ist eine völlige Neuentwicklung. Im Gegensatz zum Vorgänger EA 111 kommt der EA 211 in der stärkeren Version, die jetzt bessere Leistungswerte offeriert und dank besserem Ansprechverhalten des Turbos ohne den zusätzlichen Kompressor auskommt.

In der einfachen Variante hat der neue TSI rund 125 PS, womöglich folgt noch eine 170-PS-Version. Toptriebwerk ist wieder der Zweiliter-Vierzylinderturbo des Golf GTI, der im Sommer 2013 startet. Auch der Motor ist neu – und eine Audi-Entwicklung. Er heißt intern 888 (VW-Vorgänger: EA 113), hat mehr Powerpotenzial und weniger Durst. Dennoch soll sich der neue, leichtere GTI bei besseren Sprintwerten mit 220 PS begnügen. Erstmals erhält der Fronttriebler für noch mehr Fahrspaß ein elektronisch gesteuertes, aktives Sperrdifferenzial. Die TDI-Diesel: 1,6-Liter mit 105 PS, Zweiliter mit 140 und 180 PS. Dazu gesellt sich ein CNG (Erdgas)-Modell mit 1,4-Liter-TSI und 110 PS.

 

Modell-Varianten vom Golf R bis zum Variant

Und für die 2014 erscheinende Neuauflage des extrem sportlichen R Golf-Allradlers plant VW beim EA 888-TSI eine Leistung von satten 300 PS – das bisherige Modell bot 270 PS. In der Diskussion ist hier auch zusätzlich eine doppelt aufgeladene vierzylindrige Zweiliter-Dieselversion mit 200 PS.

Zum zivileren Fahrplan: Der Golf VII Variant startet im Sommer 2013. Auch der verkaufsstarke Hochdach-Golf Plus erhält einen Nachfolger – im Spätherbst 2013. Der neue Golf-Van Touran folgt 2014, der neue Tiguan-SUV-Nachfolger kommt indes schon im Herbst 2013. Und 2013 fahren die Plug-in-Hybrid- und die Elektroversion des Golf vor, deren Technik schon im Test läuft.
Wolfgang Eschment

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