Ford vs. VW: 13 Neuheiten in allen Klassen, von Fun-Up bis Focus Cabrio Köln gegen Wolfsburg

09.08.2012
Inhalt
  1. Ford gegen VW: Kölner Modelloffensive gegen Wolfsburg
  2. Ford: Einstieg in neue Fahrzeugklassen
  3. Der Ford Mondeo startet ein Jahr vor dem neuen VW Passat
  4. Volkswagen: Freches Mini-SUV für mehr Emotionalität
  5. Drei neue VW Tiguan in Planung: Neues Coupé und XL-Version

Still und heimlich plant Ford eine Modelloffensive. Dabei wagen sich die Kölner sogar in neue Fahrzeugklassen. Aber auch der große Rivale Volkswagen hat Überraschungen parat – wir zeigen 13 spannende Modellneuheiten

Prinzipiell ließe sich das Duell zwischen Ford und VW mit Geschichtchen aus der Bundesliga starten. Das passt aber gerade nicht, denn der 1. FC Köln ist mal wieder abgestiegen, und das harmoniert nicht mit dem Anspruch der ortsansässigen Ford-Werke.

In Wolfsburg hingegen findet der erfolgssüchtige VW-Konzernchef Martin Winterkorn den achten Tabellenrang des VfL garantiert nicht lustig, wenn er an die hier verpulverten Sponsorgelder denkt (Umfrage: Ford oder VW?).

 

Ford gegen VW: Kölner Modelloffensive gegen Wolfsburg

Beginnen wir lieber mit Verkaufszahlen, obwohl auch hier die Säge klemmt. Weil nämlich die europäischen Autokäufer durch die Finanzkrise schwer verunsichert sind. So hat Ford in Gesamteuropa bis Mai dieses Jahres 7,6 Prozent weniger Autos verkauft als 2011, auch die Aussichten sind nicht rosig.

Selbst beim Überflieger VW geht es in Europa nicht wie gewohnt voran, der Zuwachs von 3,1 Prozent bis Juni war relativ bescheiden. Konzernvertriebsvorstand Christian Klingler verbreitet wenig Optimismus: "Die Unsicherheiten im Euro-Raum beschäftigen uns intensiv."

Klar, bei Käuferstreiks helfen nur zugkräftige Automodelle, das wissen beide Hersteller. Überraschenderweise zieht Ford mit Genehmigung der US-Zentrale plötzlich tolle Joker aus dem Ärmel. "Das Volumensegment ist unsere Heimat – hier wollen wir neue Akzente setzen", sagt Bernhard Mattes, Chef der deutschen Ford Werke AG. Und er stellt direkt eine schöne "Produktoffensive" in Aussicht.

 

Ford: Einstieg in neue Fahrzeugklassen

Noch soll alles geheim bleiben, doch wir nennen erste spannende Details. Dabei geht es sogar um den Einstieg in neue Fahrzeugklassen. So soll die nächste Generation des beliebten Ford Kuga in gleich zwei Versionen anrollen. Anfang 2013 zunächst als gewohnt klassisches, 4,52 Meter langes SUV – mit und ohne Allradantrieb. Gut ein Jahr später dann auch als scharfes, viertüriges Gelände-Coupé im Stil des Range Rover Evoque. Erste Designideen gibt es bereits. Ford ist nämlich nicht entgangen, dass VW mit einem auf dem Tiguan basierenden Coupé-Offroader ein ähnliches Projekt plant. Motorisch gibt es für den Kuga die sparsamen 1,6- und 2,0-Liter-EcoBoost-Turbobenziner mit 150 bis 240 PS. Und auch der neue 1,0-Liter-Dreizylinderturbo wird mit von der Partie sein.

Zweite SUV-Überraschung bei Ford ist ein kleiner, dank langem Radstand aber recht geräumiger Stadt-Flitzer, der wegen seiner erhöhten Bodenfreiheit auch für leichtes Gelände taugen soll – wahrscheinlich nur mit Frontantrieb. Der EcoSport wird Ende 2014 quasi der Erbe des kantigen Fusion, er nutzt die neue globale B-Plattform der Marke (à la Fiesta) und natürlich auch den erwähnten Dreizylinder-Turbo. Optisches Vorbild ist die bullig-rustikale Studie gleichen Namens, die Ford im Januar zeigte. Das Auto soll weltweit in bis zu 100 Ländern verkauft werden, in technisch einfacheren Versionen zum Beispiel auch in Brasilien und Indien.

Auch bei den Luftigen plant Ford Neues: Den Focus soll es womöglich noch vor dem nächsten Modellwechsel wieder als Cabrio geben – aber nicht mehr mit Metallklappdach, sondern preisgünstiger und optisch gefälliger mit Automatik-Stoffdach, was dann auch ein vernünftiges Kofferraumvolumen möglich macht. Voraussichtlich wird das Ladeabteil eine ähnliche Schnell-auf-und-zu-Konstruktion wie beim neuen Golf Cabrio, bei der das am Ende oben liegende obere Dachelement zugleich als Abdeckung fungiert und eine fummelige Persenning überflüssig macht.

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Bleibt noch ein richtiger Kracher zu erwähnen: Ford Deutschland will den für etwa 2015 geplanten Nachfolger der Sportwagen-Ikone Mustang gern bei uns offiziell über seine Händler anbieten. Dieses Thema ist allerdings noch nicht entschieden – es gibt noch Diskussionen mit der US-Konzernführung über technische Parameter und das mögliche Preisgefüge. Klar ist aber schon jetzt, dass der neue Mustang alle europäischen Crashnormen erfüllen soll. In den USA ist der aktuelle Mustang mit einem Einstiegspreis von rund 23.000 Dollar für die 305-PS-V6-Version geradezu ein Billigangebot. Der Neue soll bis zu 100 Kilogramm leichter werden und bekommt sparsamere EcoBoost-Motoren inklusive eines 3,5-Liter-V6-Twinturbos mit deutlich über 300 PS. Auch eine moderne Mehrfachlenker-Hinterachse ist in der Entwicklung. Erste Technikträger sind schon seit mehreren Monaten unterwegs – geschickt getarnt unter einer aktuellen Mustang GT-Karosse.

Neues gibt es auch bei einem bewährten Modell der europäischen Ford-Familie: Ab August läuft der Fiesta technisch und optisch überarbeitet vom Band. Das neue Frontdesign lehnt sich an dem des sportlichen ST an. Auffälligstes Detail ist der große, ein ganzes Stück nach oben gewanderte Trapezgrill. Damit trägt auch der erfolgreiche Kölner den aktuellen Aston Martin-Look. Der renovierte Fiesta wird mit den sparsamen, nur 998 Kubikzentimeter großen Dreizylinder-Benzin-Direkteinspritzern bestückt, die bereits im Focus arbeiten. Geplant sind Leistungsstufen von 100 und 120 PS. Auch eine rund 80 PS starke Version ohne Turboaufladung ist in Vorbereitung.

 

Der Ford Mondeo startet ein Jahr vor dem neuen VW Passat

Im nächsten Jahr startet der neue Ford Mondeo. Wichtigste Nachricht: Das klassische Stufenheck kommt wieder. Damit wird das erstmals hauptsächlich in den USA entwickelte Mittelklassemodell wieder in drei Karossserieversionen angeboten (Stufenheck, Schrägheck, Turnier). Ford will den 4,87 Meter langen, 1,85 Meter breiten und 1,48 Meter hohen Mondeo ausschließlich mit verbrauchsoptimierten EcoBoost-Motoren anbieten.

Die Triebwerke mit 1,6 bis 2,0 Liter Hubraum leisten 160 bis 240 PS. Geplant sind zudem sparsame, bis zu 200 PS starke Turbodiesel sowie ein 185 PS leistender Vollhybrid mit Benzin- und Elektromotor. Der für den deutschen Markt besonders wichtige Turnier startet noch in der ersten Jahreshälfte 2013. Das maximale Kofferraumvolumen wächst auf rund 1800 Liter.

Natürlich ist der Mondeo-Nachfolger ein ernsthafter Rivale des VW Passat. Der völlig neue Nachfolger des Wolfsburger Bestsellers startet aber erst im Frühjahr 2014 – zeitgleich als viertürige Limousine und als Kombi Variant. Beide Modelle sollen bis zu 100 kg leichter werden, sie nutzen dann die Technik des neuen modularen Querbaukastens (MQB – quer eingebaute Motoren). Es gibt rund fünf Zentimeter mehr Radstand, ergo noch mehr Platz und Ladevolumen (plus 50 Liter). Die neuen Motoren: 1,4-Liter-Turbobenziner mit spritsparender Zylinderabschaltung und 140 PS, dazu der neue Zweiliter-Doppelturbo-TDI der Marke (bisher nur im T5) mit über 200 PS als dieselnde Speerspitze. Erstmals kommt der VW Passat dann auch als Benzin-Plug-in-Hybrid – gekoppelt mit einem 85-kW-Elektromotor –, der bis zu 50 km weit rein elektrisch fährt.

 

Volkswagen: Freches Mini-SUV für mehr Emotionalität

Aktuelle Neuheiten-Überraschung bei VW ist aber nicht der Passat, sondern ein ganz Kleiner: Die Wolfsburger planen ein freches Mini-SUV auf Basis des Up. Nein, das ist nicht der schon öfter erwähnte Cross-Up, der nur eine Höherlegung und ein paar rustikale Design-Elemente bekommt, sondern ein völlig eigenständiges Modell, ein echter Hingucker mit heißen Linien, der die neue Up-Baureihe entzückend emotionalisieren soll.

Vorbild sind die japanischen Bonsai-SUV à la Suzuki Samurai/ Jimny. VW-Designchef Klaus Bischoff arbeitet schon daran, ist zu hören – demnächst gibt es ein schickes, rund 3,65 Meter langes Messe-Konzeptmodell mit freundlichem Gesicht, coupéhafter Linie, zwei Türen, vier Sitzplätzen und Frontantrieb. Als Option für rund 1800 Euro wird der kurze Stadtindianer sogar mit einer einfachen Version des permanenten VW-Allradantriebs 4MOTION (Haldex-Kupplung) bestückt. Und wir müssen gar nicht so lange auf ihn warten. Verkaufsstart ist spätestens Anfang 2015. Sein Name? Uns gefällt Fun-Up.

Gute Chancen auf Realisierung hat derzeit auch das geplante etwas größere SUV auf Basis des VW Polo. Auch das soll es 2015 mit und ohne Allradantrieb geben. Seine Länge? Rund 4,20 Meter – damit ist dieser Wildfang ein echter Rivale des Ford EcoSport (rund 4,25 Meter) und natürlich des neuen Opel Mokka.

 

Drei neue VW Tiguan in Planung: Neues Coupé und XL-Version

Eine SUV-Klasse höher legt VW ebenfalls zu: Vom Verkaufsschlager Tiguan gibt es künftig gleich drei Modelle. Den Anfang macht 2015 der neue Fünfsitzer: schärfer gezeichnete und geräumigere, leichtere Karosse (5 cm mehr Radstand) auf MQB-Architektur, je nach Modellversion bis zu 15 Prozent verbrauchsgünstiger. Hinzu gesellt sich eine knapp 4,80 Meter lange XL-Version des Tiguan mit optional drei Sitzreihen und sieben Sitzplätzen.

Ein Jahr später folgt das erwähnte viertürige, flachere Geländecoupé – rund 4,36 Meter lang und nur 1,52 Meter hoch, die CrossCoupé-Studie zeigte schon die künftige Linie. Der fünfsitzige Tiguan und das CrossCoupé kommen auch als Plug-in-Hybridversionen mit elektrisch angetriebener Hinterachse. Rein elektrische Reichweite: rund 50 Kilometer.

Neben diesen trendigen SUV-Modellen hat VW auch neue Klassiker in der Planung. So startet Anfang 2014 die Neuauflage des Golf Plus, der besonders bei älteren Kunden und Familien beliebt ist. Dank neuer MQB-Technikbasis soll er neben der etwas erhöhten Sitzposition und des höheren Dachs nun auf allen Plätzen sowie im Kofferabteil (plus etwa 60 Liter) noch mehr Raum offerieren und gut 80 Kilogramm leichter sein. Auch eine Hybridversion ist für den Golf Plus geplant.
Text: Wolfgang Eschment, Stefan Miete
Computer-Design: Jean-Francois Hubert (5), De Lusi (1), Reichel CarDesign (5)

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