VW: EU-Ziel von 95 Gramm CO2-Ausstoß bis 2020 soll erreicht werden 95 Gramm im Visier

24.09.2015

Ehrgeizig: Bis zum Jahr 2020 will der Volkswagen-Konzern den CO2-Ausstoß seiner Autos im Schnitt auf 95 Gramm pro Kilometer senken

Mit einer ehrgeizigen Zielvorgabe setzt sich Volkswagen auf dem Weg zum größten Autobauer der Welt selbst unter Druck: VW-Chef Martin Winterkorn hat sich zu den verschärften Umweltzielen der EU für die Autobranche bekannt. "Der Volkswagen-Konzern wird das 95-Gramm-Ziel bis 2020 schaffen", sagte der Vorstandsvorsitzende des europäischen Branchenführers in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

 

VW: EU-Ziel von 95 Gramm CO2 bis 2020 soll erreicht werden

Nach dem Willen der EU-Kommission sollen die Hersteller den durchschnittlichen CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge spätestens in sieben Jahren um ein Fünftel unter das Niveau von 1990 gedrückt haben. Der Grenzwert für das Treibhausgas liegt dann bei 95 Gramm pro Kilometer.

"Das ist extrem ehrgeizig", räumte der Vorstandsvorsitzende ein. "Aber wir nehmen diese Herausforderung an." Er erwarte jedoch, dass bei der Beurteilung der Reduktionserfolge auch Elektro- und Hybridautos berücksichtigt werden - "wie das in den USA und China der Fall ist".

Aus dem VW-Konzern hieß es, man sei nach eigener Einschätzung damit der erste Autobauer, der sich "offensiv" dazu bekenne, die strengeren CO2-Ziele in der Europäischen Union erreichen zu wollen. Winterkorn hatte bereits beim Genfer Autosalon vor knapp einem Jahr die Marschroute ausgegeben, Volkswagen solle der ökonomisch wie ökologisch stärkste Hersteller der Welt werden. Es gibt jedoch auch immer wieder Kritik von Umweltschützern. Greenpeace ist etwa der Ansicht, der Konzern könne noch weit mehr für die CO2-Reduktion tun.

Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts haben sich die Emissionen der deutschen Neuwagenflotte 2012 leicht verringert. Im bundesweiten Schnitt sank der CO2-Ausstoß bei neu zugelassenen Pkw im Vergleich zu 2011 um 3 Prozent. Dabei gelang VW ein Rückgang um 1,8 Prozent, andere Hersteller schnitten den Daten zufolge aber besser ab.

Auf die Frage, ob er sich eine Verlängerung seines 2016 auslaufenden Vertrages vorstellen könne, sagte Winterkorn: "Ich werde sie (die Aufgabe) sicher noch eine Weile ausüben, solange ich mit fit fühle." Die nächste Generation des VW-Modells Golf wolle er "schon noch entscheidend mitprägen".

Angesichts der Debatte um sein Millionengehalt sagte Winterkorn, er erkläre sich zu einer freiwilligen Begrenzung bereit: "Bei allem Erfolg des Konzerns können die Steigerungen nicht ins Uferlose weitergehen." Für das Jahr 2011 hatte Winterkorn je nach Berechnung allein bei VW bis zu 17,5 Millionen Euro bekommen. Im Fall unveränderter Bonusregeln könnte er für das vorige Jahr wegen des weiter brummenden Geschäfts nun auf bis zu 20 Millionen Euro kommen.

"Wenn ich wirklich 20 Millionen bekäme, wäre das den Menschen sicherlich nicht mehr zu vermitteln", gab Winterkorn zu. Eine Bezahlung außerhalb des gesellschaftlich akzeptierten Rahmens gelte es daher zu vermeiden: "Natürlich müssen wir da aufpassen. Aber ich bin überzeugt, dass die Dinge bei uns im Gleichgewicht sind."

Der VW-Aufsichtsrat berät derzeit über eine Reform der Vorstandsvergütung. Die Kontrolleure überlegen dabei vor allem, wie sich die Kriterien für die variablen Bestandteile anpassen lassen. Sie übertreffen das feste Grundgehalt meist um ein Vielfaches.
dpa/az

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