Mit dem VW Amarok durch Albanien und Montenegro Erlebnis Balkan

13.06.2015

Montenegro und Albanien gelten als Geheimtipp für Offroad-Fans – ohne robusten Allradler wie den VW Amarok geht hier nichts. Reportage

Die Erwartungen an eines der kleinsten Länder Europas waren nicht gerade gewaltig. Was sollte Montenegro, das gerade so groß ist wie Schleswig-Holstein und übersetzt soviel heißt wie „Schwarzer Berg“,  schon zu bieten haben? Doch bereits die Ankunft in der malerischen Hafenstadt Tivat raubt einem den Atem. Eingebettet in die zerklüftete Mittelmeerbucht von Kotor reihen sich venezianische Steinhäuser an den schmalen Uferstreifen zwischen grünen Bergen und türkisblauem Wasser.

 

Balkan im Pick-up: Im Amarok durch Albanien & Montenegro

Selbst Mitte Oktober weht hier noch ein seichter, warmer Wind vom Mittelmeer her, der zum Schwimmen im salzigen Wasser einlädt. Große Hotelkomplexe oder mehrspurige Autobahnen gibt es hier nicht. Stattdessen ziehen Fischerboote und einige Yachten durch das fjördähnliche Gewässer. Die meisten davon stammen aus dem stilvollen Porto Montenegro, wo selbst Superreiche vor Anker gehen.

Hörte man vorher vom Begriff „Balkan“, dann erinnerte man sich zwangsläufig an Bilder des Bürgerkriegs im ehemaligen Jugoslawien. Doch längst sind die Zeiten der Unruhen vorbei, die Gebiete wurden demokratisiert, und viele der Nachfolgestaaten arbeiten emsig an der Integration in die Europäische Union. Das vielfältige Kroatien ist bereits Mitglied – das wissen nicht nur die zehn Millionen Touristen zu schätzen, die jährlich an die Adriaküste pilgern. Sein kleines Nachbarland Montenegro im Süden hingegen ist nach wie vor ein echter Geheimtipp.

Es gibt nicht viele Straßen, die vom schmalen Küstenstreifen in das gebirgige Hinterland hineinführen. Und längst sind auch nicht alle Wege asphaltiert. Zu steil sind die Hänge der dinarischen Gebirgsausläufer, zu viele Schluchten zerteilen das Land. Doch für Geländewagenfahrer beginnt genau in dieser Landschaft ein Eldorado. Früh am Morgen klettert unser kleiner Konvoi aus fünf VW Amarok die engen Serpentinen hinauf auf das Stirovnik-Massiv. Schnell sind Höhen von mehr als 1000 Metern erreicht, und der Blick in die Bucht wird von Kurve zu Kurve fantastischer.

Auf dem Hochplateau heißt einen der Lovcen-Nationalpark willkommen, der auch mit dem Auto befahren werden darf – vorausgesetzt, man kommt auf den hauptsächlich geschotterten Wegen voran. Für die Amarok dient diese Etappe allenfalls als Übung für das, was sie noch erwartet. Denn der Osten des Landes und vor allem Albanien gelten als dünner besiedelt, gebirgiger und unwegsamer. Beide Länder erreichen übrigens zusammen nicht einmal die Größe von Nordrhein-Westfalen und sind mit zusammen rund 3,5 Millionen Einwohnern ohnehin eher karg besiedelt.

Der mächtige Shkodra – der größte See auf der Balkanhalbinsel – soll als Zwischenziel angesteuert werden. Er liegt im Grenzgebiet zwischen Montenegro und Albanien und streckt seine langen Arme gleichermaßen in beide Länder aus. Auf den kleinen Straßen östlich von Cetinje kann man ihnen in ihren Schluchten kilometerweit folgen. Die Karawane zieht es aber noch weiter nach Osten, wo die Berge ringsum längst zu Zweitausendern heranwachsen.

In dieser verlassenen Gegend liegen die höchsten Gebirgstöcke der dinarischen Alpen, die bis zu 2487 Meter hoch reichen. Um in das Dreiländereck zwischen Montenegro, Albanien und dem Kosovo zu gelangen, müssen diese Komovi-Pässe gemeistert werden. Trocken und staubig ist die Piste, Menschen begegnen einem hier oben nicht.

Stattdessen grasen Schafe die kargen Fügel ab. Nur hin und wieder sieht man ein einzelnes verlassenes Holzhäuschen, das wohl den Schäfern als Notunterkunft dient. Nachts soll es hier wegen der Höhe schnell sehr kalt werden. Grund genug, sich an der Ostflanke noch vor der Dämmerung wieder talabwärts zu kämpfen und das Zeltlager aufzuschlagen. Hotels oder Gasthäuser sind in dieser Provinz dünn gesät.

 

Montenegro: Steile Hänge und umwerfend schöne Panoramen

Noch vor Sonnenaufgang treibt einen die Kälte aus dem Zelt. Während die Morgenröte die ersten Felsspitzen einfärbt, wärmt der Instantkaffee die klammen Finger. Erst jetzt ist die Ruhe und Abgeschiedenheit dieser Landschaft begreifbar. Man hört keinen Motorenlärm, kein Flugzeug, keinen Menschen. Nur die Dieselmotoren der Amarok durchbrechen kurz darauf die Stille.

Die sind noch nicht richtig warmgelaufen, da öffnet sich schon der Schlagbaum der albanischen Grenze hinter Gusinje. Langsam trotten die fünf deutschen Autos durch das Vermoshit-Tal. Dies ist nicht nur der nördlichste Teil Albaniens, sondern auch der abgelegenste. Denn um in die zivilisierteren Bereiche und in die 2400 Jahre alte Stadt Shkodra zu kommen, müssen zwei unwegsame Gebirgspässe überwunden werden.

Erst jetzt muss der VW Amarok beweisen, dass er als waschechter Geländewagen taugt – die felsigen Wege werden oft von kleinen Flüssen gekreuzt. Und hier und da müssen Felder von Geröll überwunden werden, das wohl Wochen zuvor herabgestürzt, aber nicht weggeräumt worden war. Gut, dass die Allradler mit Unterbodenschutz und geländegängigen AT-Reifen bestückt sind.

Das verschlafene Tal hat gerade im Herbst etwas Märchenhaftes. Die Laubbäume strahlen in allen Farben in der Sonne. Und tatsächlich gibt es auch kleine Ortschaften, in  denen Schornsteine rauchen und Leute auf kleinen Feldern arbeiten. Sie freuen sich und winken. Aus dieser Richtung kommt eher selten Besuch. Überhaupt begegnen einem auf dem Balkan nur Freundlichkeit und Offenheit. Dass die Mehrheit der Menschen in Albanien muslimisch ist, fällt schon an den Moscheen und Minaretten auf. Im Vergleich zu Montenegro sind die Bewohner hier aber ärmer. Für Kirche, Moschee oder Schule putzt man sich dennoch auch auf dem Land fein heraus.

Nach einigen Stunden auf unwegsamen Pfaden rollt der VW-Tross nahe der Kleinstadt Koplik das erste Mal nach rund 200 Kilometern wieder auf glattem Asphalt. Und auf dem Weg nach Shkodra – entlang auf der anderen Seite des gleichnamigen Sees – ist auch der Aufschwung des Landes zu erkennen: Tankstellen und Einrichtungshäuser säumen die Hauptstraße, moderne, blankpolierte Autos ziehen vorbei. Verkehrsregeln scheint hier allerdings niemand zu kennen. Es gilt offensichtlich das Recht des Größeren oder Schnelleren. Ein Umstand, der einem im über fünf Meter langen und knapp zwei Meter hohen Pick-up viel Sicherheit und ausreichend Respekt verschafft.

Bevor der Konvoi in den Ballungsraum der Metropole Tirana mit knapp einer Million Bewohner eindringt, geht es noch einmal abseits befestigter Straßen nach Osten an den Gebirgszügen der Mirdita vorbei. Mit roter Erde, saftigem Grün und großen Pinienbäumen bewachsen, vermittelt dieser idyllische Landstrich erneut ein ganz neues Bild Albaniens. Das Klima scheint hier heißer und trockener zu sein. Kein Wunder, schließlich ist die griechische Grenze nur einen Steinwurf entfernt. Dort soll es übrigens auch noch unentdeckte Landstriche geben, die nur per Geländewagen erkundet werden können. Doch das ist eine andere Geschichte.

TECHNIK
 

VW Amarok 2.0 TDI BlueMotion Technology
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler, Bi-Turbodiesel, Partikelfilter
Hubraum 1968 cm3
Leistung 132 kW/180 PS bei 4000 /min
Max. Drehmoment 420 Nm bei 1750 /min
Getriebe 8-Stufen-Automatik
Antrieb Allradantrieb, permanent
Aufbau Doublecab
Fahrwerk vorn: Doppelquerlenker, Federn, Dämpfer, Stabi.; hinten: Starrachse, Blattfedern, Dämpfer, ESC (ESP)
Bremsen rundum: innenbel. Scheiben; ABS, Bremsassistent
Bereifung 245/70 R 16 T
L/B/H 5254/1954/1834 mm
Radstand 3095 mm
Leergewicht 1990 kg
Zuladung 830 kg
Beschleunigung1 0-100 km/h in 10,6 s
Höchstgeschwindigkeit1 174 km/h
EU-Verbrauch1 7,5 l D/100 km
CO2-Ausstoß1 197 g/km
Grundpreis 36.247 Euro
1 Werksangaben

Tags:

Wirkaufendeinauto

So verkauft man Autos heute!

Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.