Volvo V70 D3 im Test Volvo V70 D3

Volvo hat den großen, schwedischen Kombi V70 überarbeitet. Er ist nun sparsamer und sicherer – praktisch und komfortabel war er schon immer

Eckdaten
PS-kW163 PS (120 kW)
AntriebVorderrad, 6 Gang manuell
0-100 km/h9.8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
Preis37.350,00€

Facelift ist ein Begriff, den jeder Automobilbauer anders versteht. Der eine Hersteller implantiert neue Motoren, ändert die Form des Blechkleids und entwirft das Cockpit neu. Der andere modifiziert Scheinwerfer und Stoßfänger, lässt den Rest aber unberührt. Der V70 erhielt nun ein Facelift, bei dem es vor allem um die Verbesserung der inneren Werte ging.

Auf der Mittelkonsole sind die Knöpfe neu sortiert, die Assistenzsysteme können jetzt mehr, und die Motoren verbrauchen weniger. Für einen ersten Test stand uns die meistverkaufte Version zur Verfügung. Der Volvo V70 D3 mit 163 PS unterscheidet sich von dem neuerdings 215 PS starken Biturbo-D5 durch das Fehlen von 400 cm3 Hubraum und eines Turboladers. Was übrig bleibt genügt, um den V70 schwungvoll anzutreiben.

D3: ZWEI LITER, FÜNF ZYLINDER, 400 NEWTONMETER
Mögliche Sorgen, zwei Liter Hubraum könnten für einen 1,8 Tonnen schweren Kombi nicht reichen, zerstreuen sehr glaubhafte 400 Newtonmeter Drehmoment. Aus dem Stand legt der Fünfzylinder leise grummelnd los, eine Anfahrschwäche kennt er nicht. Mehr als 3000 Umdrehungen sind selten nötig, aber möglich. Laut wird der Motor dabei nicht, wahrnehmbar ist das typische Stakkato der fünf Zylinder unter Last aber immer.

Die krumme Zylinderzahl ist gut für die Laufkultur, vergleichbare Vierzylinder laufen etwas rauer und klingen nicht so schön. Sparsam ist der Volvo V70 D3 auch, der Testverbrauch von 7,1 Liter Diesel liegt auf Augenhöhe mit dem von guten Vierzylindern. Auch nach dem Facelift glänzt der V70 mit Praktikabilität und Variabilität. Mit zwei Handgriffen fallen die beiden Rücksitzlehnen um und bilden eine teppichbespannte Ebene von 1,87 Meter Länge und 1,08 Meter Breite.

Mehr Testberichte: Das kostenlose Newsletter-Abo der AUTO ZEITUNG

Das Kofferraumrollo lässt sich leicht entfernen und ohne Fummelei wieder einsetzen. Vor fliegenden Gegenständen schützt ein stabiles Netz, das sich hinter der vorderen oder hinteren Sitzreihe einhaken lässt, und eine Alu-Schiene wartet auf Verzurrbares. Geschmackssache ist das R-Design-Paket des Testwagens. Denn außer Optischem wie Schwellerverkleidungen, poliertem Endrohr und Dachspoiler sind unter anderem 18-Zoll-Räder und ein Sportfahrwerk dabei. Damit liegt der Volvo vor allem in schnellen Autobahnkurven sehr sicher. Doch bei Schlaglöchern und Gullideckeln kennt das Fahrwerk wenig Gnade. Dafür sind die Sportsitze betont komfortabel.

Fazit

Schön, dass es solche Autos wie den V70 gibt: ein von der aktuellen Mode abweichendes, steiles Kombiheck, ein starker Zweiliter-Fünfzylinder-Diesel, dazu ästhetisch gelungene Details wie die Mittelkonsole. Das Navigationssystem ist nun auf dem Stand der Technik – besonders die Spracheingabe überzeugt.

Das Facelift hat dem V70 seine Schwächen ausgetrieben, die Stärken sind geblieben. Der D3 wird den meisten genügen. Statt des R-Design-Pakets ist übrigens das Four C-Fahrwerk (1.540 Euro) mit verstellbaren Dämpfern eine Überlegung wert: Es lässt dem Fahrer die Wahl zwischen kommod und sportlich.

Technische Daten
Motor 
ZylinderR5-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel, Partikelfilter
Hubraum1984
Leistung
kW/PS
1/Min

120/163
3500 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
400
1500 - 2750 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang manuell
AntriebVorderrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 245/40 R 18 Y
h: 245/40 R 18 Y
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1792
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)9.8
Höchstgeschwindigkeit (km/h)210
Verbrauch 
Testverbrauch7.1l/100km (Diesel)
EU-Verbrauch5.2l/100km (Diesel)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)137

Tags:
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.