Volvo S90 und Alfa Romeo Giulia 2012: Oberklasse-Limousinen im Vergleich Noble Alternativen

22.08.2012
Inhalt
  1. VOLVO INVESTIERT MIT GEELY-HILFE MILLIARDEN IN DIE ZUKUNFT
  2. Volvo: S90 und V90 kommen 2015
  3. ALFA GIULIA: GLOBALE ARCHITEKTUR UND EINE NEUE MOTORENFAMILIE

Der kühle Norden gegen den glühenden Süden: Der künftige Edel-Volvo S90 trifft den Nachfolger des Alfa 159, der als Giulia neue Kunden betören soll

Volvo und Alfa Romeo, das ist wie Eis und Feuer. Auf der einen Seite die glatten, kühlen Schwedenautos mit dem Status der Unkaputtbaren und dem totalen Sicherheitsanspruch, die dem Klischee nach gern von hornbebrillten Akademikern, Oberlehrern und Architekten bewegt werden.

Gegenüber die optisch oft aufregenden und auch fahrerisch reizenden Italiener für die automobilen Individualisten dieser Welt, die sich wegen einer technischen Unzulänglichkeit nicht gleich aus dem Fenster stürzen.

 

VOLVO INVESTIERT MIT GEELY-HILFE MILLIARDEN IN DIE ZUKUNFT

Eins eint sie: Beide Traditions-Marken sind im Aufbruch. Volvo, seit 2010 im Besitz des chinesischen Autobauers Geely, nabelt sich unter der Führung des Ex-VW-Topmanagers Stefan Jacoby endgültig von der früheren Mutter Ford ab. Die defizitären Zeiten sind beinahe vergessen:

2011 stieg der weltweite Absatz um 20,3 Prozent auf 449.255 Fahrzeuge, in China gab es sogar ein Plus von 54 Prozent (47.140 Autos). Bis 2020 sollen elf Milliarden US-Dollar investiert werden, der Gesamtabsatz soll sich auf 800.000 Autos fast verdoppeln. Und künftig soll das Design wieder den "skandinavischen Charme“ spiegeln. Jacobi sieht Volvo gar als „Apple im automobilen Premiummarkt“.

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Und Alfa Romeo? Erwacht im neuen Fiat-Chrysler- Konzern wieder zum Leben, seitdem der italienische Topmanager Sergio Marchionne, ein bekennender Pullover-Träger, Opernfan und Liebhaber extrem schneller Autos, die Zügel straff in der Hand hat. Mit der Kultmarke Alfa, durch Absatzschwund in den letzten Jahren chronisch in den Miesen, will er nicht nur den US-Markt zurückerobern: „Ihre Mission ist es, eine Premium-Sportwagenmarke zu werden.“ Immerhin gab es mit dem optisch interessanten Kleinwagen MiTo und dem Golf-Klässler Giulietta erste Achtungserfolge.

Fehlen nur noch passende neue Modelle für die Mittel- und Oberklasse – auch die sind bei beiden Marken in Sicht. So nimmt bei Volvo unter der Leitung von Chefdesigner Thomas Ingenlath das künftige Topmodell Volvo S90 gerade Gestalt an. Verkaufsstart: 2015. Pikanterweise kommt auch Ingenlath vom VW-Konzern – er saß auf Toppositionen bei Skoda und Audi.

Dieser designierte S 80-Nachfolger – künftig soll es bei Volvo nur noch 40er-, 60er- und 90er- Baureihen geben, nutzt als Zweiter nach dem neuen SUV XC 90 (Start 2014) die hochflexible SPA-Zukunftsplattform (Scalable Platform Architecture). Optisch ist er ein mutiger Mix aus traditionellen Elementen und den beiden 2011er-Messestudien „Concept You“ und "Universe“. Ungewöhnlich flächig, opulent, spektakulär – und präsent. Auch motorisch gibt es News, denn der große Mittelklasse-Volvo, gut 4,85 Meter lang, nutzt die noch streng geheime neue VEA-Vierzylinder-Benziner-Diesel-Geelegantneration (gemeinsamer Motorblock), die eine standardisierte Brennraumgröße von 500 cm³ hat und auch zum Andocken von Elektromotoren taugt. Das Benziner-Diesel-Spektrum liegt jeweils zwischen 100 und gut 300 PS.

 

Volvo: S90 und V90 kommen 2015

Zudem erhält der S 90 eine neue Achtstufen-Automatik und spannende Fahrerhilfssysteme, zum Beispiel fürs automatische Kolonnenfahren, für die Tier-Erkennung und zum automatischen Bremsen bei Crashgefahr an Einmündungen und Kreuzungen. Preislich soll sich der S 90 ab 2015 leicht über dem aktuellen S 80 bewegen – Einstieg bei etwa 35.000 Euro. Der dazugehörige Kombi soll V 90 heißen, auch ein Plug-in-Hybrid mit rund 50 km elektrischer Reichweite ist geplant – nach dem Muster des gezeigten Volvo XC 60 Concept: vorn ein Vierzylinder-Diesel oder -Benziner, an der Hinterachse ein E-Motor (70 bis 80 PS); Allradantrieb ohne Kardanwelle. Zusätzliche Power, im Gespräch sind rund 80 PS, soll hier Volvos künftiges Schwungradspeicher-System bringen, das vor der Serienreife steht. Der Top-Plug-in-Hybrid dürfte dann bis zu 450 PS Systemleistung bieten.

Und Alfa Romeo? Die Italiener arbeiten am Countdown ihrer neuen Mittelklasse-Baureihe, die im Frühjahr 2014 den 159 ersetzen und den traditionsreichen Namen Giulia tragen soll – in Anknüpfung an die frühere Erfolgsbaureihe, die zwischen 1962 und 1974 gebaut wurde.

 

ALFA GIULIA: GLOBALE ARCHITEKTUR UND EINE NEUE MOTORENFAMILIE

Technische Basis der neuen Stufenhecklimousine Alfa Romeo Giulia, die rund 4,70 Meter (159: 4,66 m) lang werden soll, ist die neue globale Compact U.S. Wide-Plattform des Konzerns, die derzeit in der Golf-Klasse von der Alfa Giulietta, aber auch vom amerikanischen Dogde Dart genutzt wird. Sie ist hier verlängert und verbreitert: sportlich kurze Karosserieüberhänge, langer Radstand. Das Auto, das als Studie schon 2013 gezeigt und ab 2014 verkauft wird, soll klar leichter als der aktuelle 159 werden und mit 3er BMW und Audi A4 konkurrieren können.

Auch die Giulia erhält Motoren einer neuen Generation, die bei Fiat/Alfa in Europa entwickelt werden: neue MultiAir-Benziner vom 1,4-Liter-Turbo mit 170 PS (Giulietta) bis zum Sechszylinder-Turbo mit weit über 300 PS. Das Ganze in Kombination mit Doppelkupplungsgetrieben und adaptiven Dämpfern (Option). Ach ja: 2015 kommt auch eine elegante Gulia-Kombiversion namens Sportwagon.
Wolfgang Eschment

AUTO ZEITUNG

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