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Vier kompakte Diesel-SUV im Vergleichstest

BMX X1, Subaru Forester, Toyota RAV4, VW Tiguan

Der neue BMW X1 bringt mit seinem geduckten und dynamischen Auftritt eine neue Farbe in die Riege kompakter SUV. Was er kann, zeigt das Kräftemessen mit drei bekannten Vertretern der Allradler-Zunft

Der BMW-Fahrer an der Tankstelle guckt interessiert und fragt dann freundlich von Marken-Kollege zu Marken-Kollege: „Was ist das denn?“ Der neue X1. „Ist das ein Kombi?“ Irgendwie schon, aber vielleicht auch ein flaches Sports Utility Vehicle. „Also ein tiefergelegter X3?“ Nein, nicht so ganz. Eher ein 1er Kombi mit erhöhter Bodenfreiheit und – auf Wunsch – Allradantrieb.

Man sieht: Der BMW X1 ist kein Selbsterklärer wie ein klassisches Coupé, eine Limousine oder ein Kombi. Denn er spielt wie auch der 5er GT irgendwie zwischen mehreren bekannten Fahrzeugkategorien.

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Ob der X1 beim Betreten dieses konzeptionellen Niemandslandes zwischen allen Stühlen landet, oder ob er sich als überzeugende Alternative zu konventionellen SUV profilieren kann, klärt der Vergleichstest des X1 xDrive20d (177 PS, 34 400 Euro) mit drei gestandenen Kompakt-SUV.

Japan vertreten in diesem Fall der Subaru Forester 2.0D (147 PS, 30 100 Euro) und der Toyota RAV4 2.2 D-CAT 4x4 (177 PS, 34 350 Euro), aus Deutschland komplettiert der VW Tiguan 2.0 TDI 4Motion mit 170 PS für 31 950 Euro das Quartett.

Karosserie

Wie der neue 7er und der 5er GT trägt der X1 seine Kühler-Niere groß und nahezu senkrecht stehend. Der mächtigen Frontpartie folgt bis zum luftig wirkenden Heck eine schlanke Karosserie, die neben der rund zehn Zentimeter höheren Konkurrenz fast zierlich wirkt.

Schon vor dem Einsteigen sind die Verhältnisse dadurch geklärt: Der BMW X1 ist kein Raumwunder, will es auch gar nicht sein. Fahrer und Beifahrer finden genügend Platz mit limousinenhafter Sitzposition und sehr guter Integration ins Auto. Doch in der zweiten Reihe ist schnell Schluss mit lustig mit Kniekontakt zur harten Rückseite der Vordersitzlehnen. Ähnlich beengt geht es nur im Fond des Toyota zu, der auch fürs Platzangebot in der ersten Reihe keine Jubelarien verdient.

Wie es besser geht, zeigen vor allem der Subaru Forester und der VW Tiguan, die vier Erwachsenen ganz komfortabel Raum bieten. Tipp für Tiguan-Käufer: Sitzen hinten öfters große Mitfahrer, sollte man aufs Panoramadach des Testwagens verzichten, denn das schränkt die Kopffreiheit ein. Der Blick in den Kofferraum des X1 erhärtet den Verdacht, dass maximales Platzangebot nicht unter den Top Ten der Entwicklungsziele vertreten war.

420 bis 1350 Liter sind keine Heldentat, wenn man die Volumina der Konkurrenz betrachtet. Immerhin bietet der X1 ordentliche Variabilität mit einer im Verhältnis 40 : 20 : 40 klappbaren Rücksitzlehne und einer nahezu ebenen Ladefläche.

Doch es geht besser – etwa mit zweigeteilten Sitzbänken, die sich getrennt verschieben lassen (Toyota, VW) oder einer klappbaren Beifahrersitzlehne (VW). Am Subaru gefällt der topfebene Ladeboden, wenn die Rücksitzlehnen federgespannt vorklappen, nachdem sie mit einem kleinen Hebel im Kofferraum entriegelt wurden.

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Der erfreulich übersichtliche Forester, das konstruktiv älteste Auto dieser Runde, ist also eine gute Wahl, wenn Platzangebot und Nutzwert im Vordergrund stehen. Ins Hintertreffen gerät er allerdings bei der Sicherheitsausstattung, wo auch der RAV4 (kein Xenonlicht lieferbar) den Anschluss an BMW und VW verliert: Kurvenlicht, Licht- und Regensensor oder Seitenairbags hinten gibt es nicht für den Forester.

Auch die rustikale Einrichtung mit tristem Hartplastik trübt die Punktebilanz des Subaru, wobei die Verarbeitung einen ebenso soliden Eindruck macht wie die des netter eingerichteten Toyota RAV4. Mit Ruhm bekleckert sich der BMW X1 in diesem Punkt aber ebenso wenig.

Wackelige Cockpiteinsätze und Dachsäulenverkleidungen, kratzempfindliches Billig-Plastik ohne Anflug von Aufschäumung im Griff- und Sichtbereich, eine scharfkantige Heckklappenoder eine halbherzig ausgeführte Lenksäulenverkleidung trüben den Qualitätseindruck nachhaltig und korrespondieren nicht im Geringsten mit dem Premium-Anspruch der weiß-blauen Marke.

Mag sein, dass sich die Verarbeitungsmängel mit zunehmender Fertigungsroutine legen. Doch bis zum durchgängig hohen Niveau des VW Tiguan ist es für den jüngsten kleinen BMW noch ein weiter Weg.

KarosserieMax. PunkteBMW X1 xDrive20dVW Tiguan 2.0 TDI 4MOTIONToyota RAV4 2.2 D-CAT 4x4Subaru Forester 2.0D
Raumangebot vorn10070736872
Raumangebot hinten10062676269
Übersichtlichkeit7047534855
Bedienung/ Funktion10089908585
Kofferraumvolumen10039474846
Variabilität10040454840
Zuladung/ Anhängelast8038454236
Sicherheit15094948873
Qualität/ Verarbeitung200161176161158
Kapitelbewertung1000640690650634
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

BMW X1 xDrive20d

PS/KW 177/130

0-100 km/h in 8.30s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 213 km/h

Preis 34.400,00 €

VW Tiguan 2.0 TDI 4MOTION

PS/KW 170/125

0-100 km/h in 9.20s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 201 km/h

Preis 31.950,00 €

Toyota RAV4 2.2 D-CAT 4x4

PS/KW 177/130

0-100 km/h in 9.00s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 200 km/h

Preis 34.350,00 €

Subaru Forester 2.0D

PS/KW 147/108

0-100 km/h in 9.30s

Allradantrieb, permanent, 6 Gang manuell

Spitze 186 km/h

Preis 30.100,00 €