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Vans im Vergleichstest

Rechenexempel

Fahrkomfort

Auf den mit allen nur erdenklichen Gemeinheiten gespickten Marterstrecken des Testgeländes erweist sich der VW als sehr ausgewogen. Egal ob Querfugen, hochstehende Kanaldeckel oder mit Flicken übersäte Asphaltabschnitte, der Touran meistert sie alle sehr harmonisch und steckt selbst die schlimmsten Unebenheiten noch recht passabel weg. Bodenwellen oder holprige Betondecken können den Touran nicht aus der Ruhe bringen. Stöße, die dennoch bis in den Innenraum dringen, werden spätestens von den bequemen und straff gepolsterten Sitzen absorbiert.

Das können die optional erhältlichen Sportsitze (315 Euro) im Ford C-MAX fast genauso gut. Zwar kann der Kölner seine sportliche Fahrwerksabstimmung nicht verleugnen, doch wird sein geschmeidiger Fahrkomfort davon nur unwesentlich beeinträchtigt. Kaum schlechter benimmt sich der Opel Zafira auf derbem Untergrund. Im Unterschied zum Ford sprechen seine Feder-Dämpfer-Elemente jedoch etwas steifbeiniger an. Auch zeigt die Karosserie des Rüsselsheimers beim Überfahren von Querfugen und Kanten mehr Versatz. Zudem gewährt sein straff gepolstertes Mobiliar dem Körper weniger Halt. Noch weniger Unterstützung gibt es im Renault, dessen schmal geschnittene Fauteuils ruhig eine Nummer größer hätten ausfallen können. Gleiches gilt für das Gestühl in Reihe zwei. Sieht man jedoch davon einmal ab, kann man sich auch über den Fahrkomfort des Franzosen nicht beschweren.

Das kann man vom Franzosen Nummer zwei, dem Citroën C4 Picasso, leider nicht behaupten. Denn weich abgestimmt bedeutet nicht gleichzeitig komfortabel. Während sein Fahrwerk abseits der Teststrecken noch mit einem weitestgehend geschmeidigen Abrollverhalten glänzt und er sich bei den Innengeräuschmessungen genauso vornehm zurückhält wie der ebenso leise Ford, zeigt er auf den derben Marterstrecken nur einen geringen Restkomfort. Das Citroën-Fahrwerk wird von den Unebenheiten ständig angeregt und neigt zum Poltern – so stark, dass die Schläge bis ins Lenkrad übertragen werden. So müssen die meisten Anregungen der Karosserie von den breiten und weichen Sitzpolstern herausgefiltert werden. Denen fehlt es aber wiederum an ordentlichem Seitenhalt und ausreichender Oberschenkelauflage. Doppelt schade, da der sänften-artige Komfort in der Vergangenheit immer ein markentypisches Charaktermerkmal von Citroën war. Hier sollten die Franzosen unbedingt noch einmal nachbessern.

Ablagen für alles und jeden haben die fünf Autos in Hülle und Fülle aufzuweisen, wobei jedoch vor allem die beiden Franzosen mit großen und praxisgerechten Fächern und Boxen aufwarten können.

FahrkomfortMax. PunkteFord Focus C-MAX 2.0 TDCiVW Touran 1.9 TDIOpel Zafira 1.7 CDTIRenault Scénic 1.9 dCiCitroën C4 Picasso HDi 110
Sitzkomfort vorn150122124119116118
Sitzkomfort hinten1006567675762
Ergonomie150126132126118115
Innengeräusche503534283235
Geräuscheindruck1005854565656
Klimatisierung503323212933
Federung leer200136138130128118
Federung beladen200135137126120120
Kapitelbewertung1000710709673656657
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Motor & Getriebe

Da für die Zusammenstellung dieses Vergleichstests der Grundpreis die maßgebliche Rolle spielte, fällt das Leistungsspektrum der fünf Kompaktvans sehr breit aus: So beträgt die Differenz zwischen dem schwächsten und dem stärksten Antrieb im Feld exakt 31 PS

Mit nur 105 PS rangiert der VW Touran am Ende des Testfelds. Doch ist man mit dem 1,9 Liter großen TDI keinesfalls untermotorisiert unterwegs. Der Zweiven-tiler zeigt sich bereits knapp unter 1900 Umdrehungen pro Minute lebendig und schiebt den 1,5 Tonnen schweren Van recht munter an. Nicht nur das spontane Ansprechverhalten des VW gefällt, er verwöhnt zudem mit der präzisesten Schaltung im Vergleich. Allerdings mag der Pumpe-Düse-Diesel keine hohen Drehzahlen und wirkt dann zäh. Zudem klingt der TDI beim Ausdrehen kernig-rau und verbraucht mit 6,9 Litern pro 100 km im Schnitt am meisten.

Etwas genügsamer geht der Citroën mit dem Dieselkraftstoff um. Er genehmigt sich 6,7 Liter. Der 109 PS starke 1,6-Liter-HDi gefällt mit angenehmer Laufruhe und hält sich auch akustisch dezent im Hintergrund. Zwar kann der C4 Picasso den Touran bei den Fahrleistungen knapp hinter sich lassen, ein Temperamentsbündel ist er aber nicht. Schuld daran hat das optional erhältliche automatisierte Sechsganggetriebe, das normalerweise sanft und frühzeitig hochschaltet, aber unter Volllast oftmals ruppig anspricht. Dabei ist es egal, ob der Automatik- oder der manuelle Modus mit Schaltwippeneingriff gewählt wurde. Das aufpreispflichtige und 800 Euro teure so genannte EGS-6-Getriebe erfordert eine Umstellung des Fahrstils. Wer es aber ruhig angehen lässt, wird mit einem hohen Schaltkomfort verwöhnt und rollt entsprechend entspannt durch den alltäglichen Stop-and-go im Feierabendverkehr.
Das Sechsganggetriebe im Opel ist – wie bei allen anderen Testkandidaten – von konventioneller Machart. Darüber hinaus hält zusammen mit dem Zafira-Facelift nun eine kräftigere Leistungsstufe des bekannten 1,7-Liter-CDTI Einzug ins Programm. Die bringt es unter Mithilfe eines neuen Turboladers in seiner stärksten Ausführung auf jetzt 125 PS. Der vibrationsarme Selbstzünder gefällt gleichermaßen mit Drehfreude und ruhigem Motorlauf. Allerdings kommt seine Kraft nur verzögert zum Einsatz. Grund dafür ist eine spürbare Anfahrschwäche. Auch das an sich leicht bedienbare Sechsgang-Schaltgetriebe ist in den Gängen fünf und sechs sehr lang übersetzt. Das hemmt zwar das Temperament, fördert aber die Sparsamkeit: So ist der Zafira mit nur 6,4 Liter Diesel der Genügsamste.

Erwartungsgemäß setzen sich der 130 PS starke Renault und der Ford mit 136 PS in den Beschleunigungsdisziplinen am besten in Szene. Wobei der kultivierte Antrieb im C-MAX sich in puncto Laufkultur dem des Scénic geschlagen geben muss. Dafür schluckt der Ford mit 6,6 Litern im Schnitt 0,2 Liter weniger als der Renault. Unterschiede zeigen sich auch in der Leistungsentfaltung. Während der Franzose seine Kraft gleichmäßig abgibt und sich aufgrund seines elastischen Charakters auch sehr schaltfaul bewegen lässt, spricht der Kölner aus unteren Drehzahlen druckvoller an. Dafür bittet der Ford häufiger zum Griff an den Schalthebel, was aber dank des knackig zu bedienenden Getriebes viel Fahrspaß bereitet.

Motor und getriebeMax. PunkteFord Focus C-MAX 2.0 TDCiVW Touran 1.9 TDIOpel Zafira 1.7 CDTIRenault Scénic 1.9 dCiCitroën C4 Picasso HDi 110
Beschleunigung200132102125127108
Elastizität0-----
Höchstgeschwindigkeit2007049596250
Getriebeabstufung1008286797155
Kraftentfaltung503029293126
Laufkultur1005548565754
Verbrauch250205201208203204
Reichweite251617181717
Kapitelbewertung925590532574568514
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Ford Focus C-MAX 2.0 TDCi

PS/KW 136/100

0-100 km/h in 10.30s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 200 km/h

Preis 25.235,00 €

VW Touran 1.9 TDI

PS/KW 105/77

0-100 km/h in 13.30s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 179 km/h

Preis 23.875,00 €

Opel Zafira 1.7 CDTI

PS/KW 125/92

0-100 km/h in 11.00s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 189 km/h

Preis 26.905,00 €

Renault Scénic 1.9 dCi

PS/KW 131/96

0-100 km/h in 10.80s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 192 km/h

Preis 24.000,00 €

Citroën C4 Picasso HDi 110

PS/KW 109/80

0-100 km/h in 12.70s

Frontantrieb, 6 Gang manuell

Spitze 180 km/h

Preis 26.270,00 €