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Vans im Vergleichstest

Rechenexempel

Fahrdynamik

Lediglich der VW Touran kann es dem Ford gleichtun und überzeugt mit einem ebenso stabilen wie agilen Fahrverhalten. Sein Leistungsmanko sorgt allerdings dafür, dass er auf der Rundstrecke deutlich hinterherfährt. Im Extremfall neigt er etwas weniger stark dazu, mit dem Heck auszubrechen, überrascht seinen Lenker jedoch mit einem schlagartigen Verhärten der Lenkung, sobald man tatsächlich einmal blitzschnell und weit gegensteuern muss. Dann fühlt sich das Lenkrad auf einmal an, als habe man sich mit den Vorderrädern in einer Schiene eingehakt. Erst mit erhöhtem Kraftaufwand lässt sich der Lenkeinschlag wieder zurücknehmen. Dieses Phänomen tritt jedoch nur bei wirklich extremen Fahrmanövern auf – sofern zuvor das ESP deaktiviert wurde.

Mit seiner nicht abschaltbaren Fahrdynamikkontrolle erreicht der Opel Zafira nur die geringste Punktzahl im Kriterium Fahrsicherheit. Schuld daran hat seine aus der Mittellage heraus nervös ansprechende Lenkung. Nur wer konzentriert und behutsam einlenkt, kann den Opel in schnelle Kurven zirkeln, ohne die elektronische Zwangsbremse zu aktivieren. Zudem greift das ESP früher und vehementer ein als bei den Konkurrenten, was den Spaß an flotten Passagen rasch vereitelt. So überrascht es nicht, dass der Zafira im Slalom die langsamste Geschwindigkeit erreicht. Der Opel überzeugt dafür aber mit den kräftigsten Bremsen, die – sowohl kalt als auch warm gefahren – die kürzesten Bremswege realisieren. Und das dürfte den meisten Familienvätern wichtiger sein als ein agiles Handling.

Spürbar maßvoller schreitet die ebenfalls nicht abschaltbare Schleuderbremse des Citroën ein. Im Slalomtest gefällt der C4 mit einem spontanen Umsetzen und sanften Regeleingriffen. Jedoch verhärtet seine Lenkung um die Mittellage und muss mit Kraft über die Null-Position gedreht werden. Auch auf der Rundstrecke leitet der Picasso Richtungswechsel willig ein und bevormundet seinen Fahrer nicht unnötig. Insgesamt vermittelt die Lenkung aber zu wenig Rückmeldung, und die Do-sierbarkeit der Bremse erfordert eine längere Gewöhnungszeit, weil die Stopper regelrecht giftig zupacken. Das nervt besonders im Stadtverkehr und ändert nichts daran, dass der Bremsweg mit kalten Belägen und Scheiben der längste im Test ist. Erst warm gefahren verbessert sich die Verzögerungsleistung deutlich.

Problemlos gebärdet sich schließlich auch der Renault Scénic, dessen indirekte Lenkung aber mit großen Winkeln operiert und jegliche Rückmeldung vermissen lässt. Immerhin arbeitet sie gleichmäßig und leidlich präzise, so dass sich das familienfreundliche Mégane-Derivat recht flott um die Slalom-Hütchen wedeln lässt und auch den Handlingparcours manierlich absolviert. Allerdings bremst die starke Seitenneigung das Fahrvergnügen. Das stets wachsame ESP greift wie beim Citroën sanft und maßvoll ein.

FahrdynamikMax. PunkteFord Focus C-MAX 2.0 TDCiVW Touran 1.9 TDIOpel Zafira 1.7 CDTIRenault Scénic 1.9 dCiCitroën C4 Picasso HDi 110
Handling1504727353828
Slalom1006249324146
Lenkung1008483766570
Geradeauslauf504140403335
Bremsdosierung251818171416
Bremsweg kalt1506864696652
Bremsweg warm1506067767173
Traktion1003033333333
Fahrsicherheit150136134130135135
Wendekreis2513129138
Kapitelbewertung1000559527517509496
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Umwelt & Kosten

Ansatz dieses Vergleichstest war ja die Fragestellung, welcher Kompaktvan für rund 24000 Euro der beste ist. Zwischen dem teuersten Auto, dem Opel Zafira, und dem günstigsten, dem VW Touran, liegen gerade einmal 1075 Euro Differenz. Allerdings treten diese beiden Modelle mit einer auffallend mageren Grundausstattung an, wodurch sich saftige Aufpreise (Opel 3200 Euro, VW 2885 Euro) für die AZ-Normausstattung errechnen. Der Citroën C4 Picasso kostet 24400 Euro, besitzt aber bereits das automatisierte Schaltgetriebe. Doch auch bei ihm summieren sich die Bestandteile der von uns definierten Normausstattung auf stattliche 1870 Euro. Ford und Renault hingegen glänzen mit einer recht vollständigen Serienausrüstung. Hier schlagen die fehlenden Features der AZ-Normausstattung mit 1235 Euro (Ford) sowie 1290 Euro (Renault) zu Buche.

Ansonsten ergeben sich nur marginale Unterschiede bei den Unterhaltskosten: Im Wertverlust trennen nach vier Jahren lediglich 1374 Euro den besten (VW) vom schlechtesten (Opel). Die Jahressteuer differiert gerade einmal um 62 Euro zwischen dem C4 mit 1600er-Antrieb und dem Zweiliter-Ford. Seine auf zwei Jahre limitierte Mobilitätsgarantie kostet den C-MAX wesentlich mehr Punkte und vereitelt seinen Kapitelsieg, den sich so der VW mit nur einem Zähler Vorsprung schnappt.
Die optionalen Anschlussgarantien von Citroën, Ford und Renault oder auch die derzeit von Opel beworbenen sechs Jahre Garantie auf die Technik haben wir übrigens nicht berücksichtigt, weil wir kostenpflichtige Verlängerungen nicht bewerten und die Opel-Aktion vorerst nur bis zum 31. März gilt.

Kosten / umweltMax. PunkteFord Focus C-MAX 2.0 TDCiVW Touran 1.9 TDIOpel Zafira 1.7 CDTIRenault Scénic 1.9 dCiCitroën C4 Picasso HDi 110
Bewerteter Preis675225226219225222
Wertverlust502525232424
Ausstattung2513--126
Multimedia50-----
Garantie/Gewährleistung501828272828
Werkstattkosten201316141315
Steuer1077778
Versicherung403435323336
Kraftstoff554544454444
Emissionswerte258484887378
Kapitelbewertung1000464465455459461
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Ford Focus C-MAX 2.0 TDCi

PS/KW 136/100

0-100 km/h in 10.30s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 200 km/h

Preis 25.235,00 €

VW Touran 1.9 TDI

PS/KW 105/77

0-100 km/h in 13.30s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 179 km/h

Preis 23.875,00 €

Opel Zafira 1.7 CDTI

PS/KW 125/92

0-100 km/h in 11.00s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 189 km/h

Preis 26.905,00 €

Renault Scénic 1.9 dCi

PS/KW 131/96

0-100 km/h in 10.80s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 192 km/h

Preis 24.000,00 €

Citroën C4 Picasso HDi 110

PS/KW 109/80

0-100 km/h in 12.70s

Frontantrieb, 6 Gang manuell

Spitze 180 km/h

Preis 26.270,00 €