Auto Vergleichstest Drei auf großer Fahrt
Vergleichstest Mittelklasse-Kombis
Aus AUTO ZEITUNG 8 / 2009
Caravan war gestern. Mit dem Insignia Sports Tourer wechselt Opel vom zweckorientierten zum schicken Lifestyle-Kombi, der sich gegen den VW Passat Variant und den Mazda 6 Sport Kombi behaupten muss
Der Plan scheint zu funktionieren: Statt des zwar zweckmäßigen, aber etwas konservativen Caravan bietet Opel nun auch was für die eher formverliebte Kombi-Kundschaft. Für den schicken Insignia Sports Tourer verbucht Opel bereits reichlich Vorbestellungen. Doch der Wettbewerb, gerade bei den Mittelklasse-Kombis, ist hart. Denn unangefochtener Favorit aller Familienvorstände und Handelsreisender ist der VW Passat Variant. Dabei gibt es genügend Alternativen, wie den Mazda 6 Sport Kombi. Der Japaner spricht – wie der Name schon sagt – besonders jene an, die Nutzwert gern mit einem Schuss Fahrdynamik verbinden wollen. Welcher der drei Hersteller nun das ausgewogenste Rezept hat, zeigt der Test mit den Benzinern zwischen 160 und 180 PS.
Karosserie
Wer in den Opel Insignia einsteigt, fühlt sich komplett in das Cockpit integriert. Der wuchtige, niedrig bauende Instrumententräger umschließt die Insassen, der weit vorn liegende Scheibenansatz verursacht ein nahezu van-artiges Raumgefühl. Nur die nach oben schmaler werdende Karosserie beschränkt das gute Raumangebot. Die konventioneller geschnittenen Karosserien von VW und Mazda mit tiefer angesetzten Instrumenten bieten trotz geringerer Außenbreite ein vergleichbares Raumangebot.
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Gleiches gilt auch für den Fond. Erst beim Laderaum gehen die Philosophien auseinander. Mit 635 Kilo Zuladung markiert der Opel zwar die Spitze, beim maximalen Ladevolumen muss er sich aber hinter beide Konkurrenten stellen. Hier hat der kantige Passat die Nase vorn. Nur bei ihm sind sowohl Fondsitzflächen als auch -lehnen umklappbar. Und: Der Passat offeriert eine umlegbare Beifahrersitzlehne (86 Euro).
VW und Mazda bieten beide einen (mehrstufig: VW) aufstellbaren Boden zur Unterteilung des Volumens. Bei Opel gibt es zwar ein Ladegutsicherungs-System (FlexOrganizer, 150 Euro), jeder Getränkekasten muss aber über die breite Ladekante (46 cm tief) hinweggehoben werden. Zudem verschmutzt die breite Oberkante des Stoßfängers schnell.
Die vielen Tasten und Schalter im Insignia-Cockpit verlangen nach einer kurzen Eingewöhnungszeit, ebenso die feine Rastung des Drehknopfs zur Navi-Steuerung in der Mittelkonsole. Hat man sich daran gewöhnt, gestaltet sich der Umgang mit dem Opel ebenso problemlos wie mit dem VW. Im Mazda stört nur das etwas überladene Infodisplay in der Mitte.
Höchste Punktzahlen für die umfassende Sicherheitsausstattung und die beste Verarbeitungsqualität im Test machen den ersten Kapitelsieg für den VW Passat Variant perfekt. Erwähnenswert: der serienmäßige Spurwechsel-Assistent im Mazda 6. Opel und VW bieten wiederum Seiten-Airbags für den Fond an (Opel: 300 Euro; VW: 335 Euro).
| karosserie | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | VW Passat Variant 1.8 TSI | Opel Insignia Sports Tourer 1.6 Turbo | |||||||
| Raumangebot vorn | 100 | 79 | 79 | ||||||
| Raumangebot hinten | 100 | 76 | 75 | ||||||
| Übersichtlichkeit | 70 | 32 | 28 | ||||||
| Bedienung/ Funktion | 100 | 83 | 83 | ||||||
| Kofferraumvolumen | 100 | 65 | 55 | ||||||
| Variabilität | 100 | 48 | 42 | ||||||
| Zuladung/ Anhängelast | 80 | 43 | 47 | ||||||
| Sicherheit | 150 | 99 | 94 | ||||||
| Qualität/ Verarbeitung | 200 | 180 | 175 | ||||||
| Kapitelbewertung | 1000 | 705 | 678 | ||||||
Autos im Test
VW Passat Variant 1.8 TSI
Opel Insignia Sports Tourer 1.6 Turbo
Mazda 6 Sport Kombi 2.5

















































