Auto Vergleichstest Erholungsräume
Minivans von Citroën, Opel und Renault im Vergleichstest
Aus AUTO ZEITUNG 5 / 2009
Fahrkomfort
Dort, wo die Schlaglöcher tief sind, zeigt das Schluckvermögen der Minivans unterschiedliche Qualitäten. Im leeren Zustand überzeugt vor allem der C3 mit einem guten Federungskomfort. Unter Beladung führt die relativ weiche Abstimmung zu etwas stärkeren Karosseriebewegungen als in unbeladenem Zustand.
Der Opel Meriva verfügt über eine straffere Grundabstimmung und wirkt auf schlechten Straßen mit voller Beladung eine Spur souveräner als der Citroën, unbeladen neigt er auf Kopfsteinpflaster dagegen zu Karosserie-Zittern.
Die Federung des Renault Grand Modus zeigt bei einer straffen Grundabstimmung ein ordentliches Schluckvermögen, dennoch rollt der Franzose sowohl leer als auch beladen deutlich unruhiger ab als der Opel. Mit voller Beladung sind seine Dämpfungsreserven überdies schnell aufgebraucht und es kommt vereinzelt zum Durchschlagen an der Hinterachse. Beim Thema Ergonomie punktet der Picasso als einziger mit einer axial einstellbaren Lenksäule. Auch kann nur er mit einer Zwei-Zonen-Klimaautomatik ausgestattet
werden (650 Euro).
Vorn sitzt man im Citroën am bequemsten, während sich im Opel große Zeitgenossen daran stören, dass die Kopfstützen nur in einer relativ niedrigen Position zu arretieren sind. Speziell auf langen Strecken sind die Renault-Sitze unbequemer als die des Opel. Im Fond wiederum reist es sich im Rüsselsheimer dank gut
konturierter Rückenpolster und neigungseinstellbarer Lehnen am komfortabelsten.
Beim Geräuscheindruck müssen sich der Meriva und der Grand Modus abermals dem C3 Picasso geschlagen geben: Er verwöhnt mit dem angenehmsten Klangbild.
| fahrkomfort | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | Citroën C3 Picasso | Opel Meriva 1.6 Twinport Ecotec | |||||||
| Sitzkomfort vorn | 150 | 80 | 72 | ||||||
| Sitzkomfort hinten | 100 | 61 | 63 | ||||||
| Ergonomie | 150 | 120 | 110 | ||||||
| Innengeräusche | 50 | 32 | 30 | ||||||
| Geräuscheindruck | 100 | 74 | 72 | ||||||
| Klimatisierung | 50 | 30 | 28 | ||||||
| Federung leer | 200 | 128 | 125 | ||||||
| Federung beladen | 200 | 123 | 125 | ||||||
| Kapitelbewertung | 1000 | 648 | 625 | ||||||
Motor und Getriebe
Opel und Citroën vertrauen auf konventionelle 1,6 Liter große Saugmotoren, während Renault – dem Trend zum Downsizing folgend – einen turbogeladenen 1,2 Liter-Vierzylinder mit 100 PS einsetzt. Wer nun glaubt, das Hubraum immer noch durch nichts anderes als durch Hubraum zu ersetzen sei, ist nach dem Aussteigen aus dem Renault eines Besseren belehrt. Mit einer harmonischen Leistungsentfaltung, spontanem Ansprechen und ordentlicher Durchzugskraft bei niedrigen Drehzahlen lässt sich der Motor in Kürze charakterisieren.
Die Elastizitätsmessung von 80 bis 120 km/h absolviert der Modus gar noch 0,4 Sekunden schneller als der 120 PS starke, aber auch 130 Kilogramm schwerere C3 Picasso. Demgegenüber fällt der Opel deutlich ab. Im unteren Drehzahlbereich agiert er ziemlich lustlos, und beim Überholen auf der Autobahn ist reichlich Geduld gefragt. Seine mäßige Elastizität verlangt oft nach dem Griff zum Schalthebel. Zur Verteidigung sei gesagt, dass der Meriva mit 1310 Kilogramm Leergewicht sogar etwas schwerer ist als der C3.
Dessen 120-PS-Motor stammt aus der Kooperation zwischen PSA (Peugeot/Citroën) und BMW und legt eine etwas bessere Laufkultur als die Triebwerke der Konkurrenz an den Tag. Der Leistungsvorsprung sichert ihm die besten Beschleunigungswerte und im Alltag ein sehr entspanntes Fortkommen. Allerdings fällt der Testverbrauch mit 8,7 Liter Super am höchsten aus ( Opel: 8,5 Liter, Renault: 8,6 Liter). Das zeigt, dass die vergleichsweise hohen Karosserieaufbauten der Minivans bei Autobahntempi ihren Tribut fordern.
Hinzu kommt, dass keiner der drei über einen sechsten Gang verfügt. Apropos Getriebe: Die mäßige Schaltpräzision des Citroën-Getriebes sollten die Franzosen unbedingt verbessern. Sie stört beim Fahren ungleich mehr als die etwas knochig zu bedienende Renault- Schaltbox oder die hin und wieder hakelnde Opel-Schaltung.
| motor und getriebe | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | Citroën C3 Picasso | Opel Meriva 1.6 Twinport Ecotec | |||||||
| Beschleunigung | 150 | 95 | 80 | ||||||
| Elastizität | 100 | 61 | 43 | ||||||
| Höchstgeschwindigkeit | 150 | 44 | 39 | ||||||
| Getriebeabstufung | 100 | 60 | 72 | ||||||
| Kraftentfaltung | 50 | 27 | 22 | ||||||
| Laufkultur | 100 | 74 | 72 | ||||||
| Verbrauch | 325 | 216 | 220 | ||||||
| Reichweite | 25 | 9 | 11 | ||||||
| Kapitelbewertung | 1000 | 586 | 559 | ||||||
Autos im Test
Citroën C3 Picasso
Opel Meriva 1.6 Twinport Ecotec
Renault Grand Modus 1.2 16V TCE
















































