Ein ungleiches Paar
Vergleichstest Kompakte Cabrios
Aus AUTO ZEITUNG 12 / 2009
Kompakt, viersitzig, 140 Diesel-PS und versenkbare Dächer – fast meint man, A3 Cabrio und 308 CC seien Zwillinge. Das sind sie aber ganz und gar nicht
Die Entwicklung technischer Universalgenies beschert uns tolle Dinge wie Telefone, die Fotos machen und Musik abspielen, oder Kühlschränke, die sich ihren Nachschub selbsttätig im Internet bestellen. Und ein Cabrio kann heutzutage zugleich Coupé sein, wobei auch noch Platz für vier Leute nebst brauchbarem Gepäckabteil bleibt.
Letzteres sagt man dem neuen Peugeot 308 CC nach, dessen Stahldach sich auf Knopfdruck im geräumigen Kofferraum ablegt. Ob es sich hier tatsächlich um ein geniales Konzept handelt, muss der Franzose gegen das Audi A3 Cabriolet mit klassischem Stoffverdeck beweisen. Beide treten mit 140 PS starken Zweiliter- Turbodieselmotoren an.
Karosserie
Die spektakulär kurvig gestylte Blechrobe des Peugeot mit fl ach angestellter Frontscheibe stiehlt dem zwar harmonisch, aber eher
zurückhaltend modellierten A3- Cabrio die Schau. Das Design hat aber Einfluss auf die Funktionalität. Von der Flunder-Front sieht der Peugeot-Fahrer nämlich nichts, nach vorn endet für ihn das Auto am unteren Scheibenrand, und auch die flach verlaufenden A-Säulen schränken das Sichtfeld ein.
Anders der Audi: Hier wird es erst hinten richtig finster: Vor der kleinen Heckscheibe machen sich Kopfstützen und Überrollbügel breit, und die toten Winkel fallen deutlich größer aus als im Peugeot. Da aber auch der 308 CC-Fahrer vom langen Heck nichts sehen kann, sind die optionalen Einparkhilfen für A3 und 308 sehr zu empfehlen.
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Mit Platz für Fahrer und Beifahrer geizen beide nicht, wobei der Franzose das etwas luftigere Raumgefühl vermittelt. Hinten wird es dagegen in den Cabrios verdammt eng, so dass von vollwertigen Viersitzern kaum die Rede sein kann. Besonders der Peugeot schränkt die Knie- und Kopffreiheit seiner Passagiere massiv ein. Massig Punkte heimst der Gallier mit seinem 403 Liter fassenden, leicht beladbaren Kofferraum ein, allerdings nur, solange das Dach geschlossen ist. Hat sich das Klappdach nach 22 Sekunden auf Knopfdruck verabschiedet, behält man noch 226 Liter Kofferraumvolumen übrig, die nur schwer zugänglich sind.
Der A3-Eigner muss sich nicht zwischen Getränkekästen und Offenfahren entscheiden. Hat sich das Verdeck in nur zehn Sekunden über dem Kofferraum abgelegt, bleibt das Volumen von 260 Litern erhalten, und sogar die Durchlademöglichkeit (geteilt klappbare Fondlehnen) ist noch nutzbar. Die kleine Hecköffnung erschwert aber das Beladen.
Leicht hat man’s dagegen mit der problemlosen Bedienbarkeit im Audi, im 308 hingegen muss man sich mit schlechter ablesbaren Instrumenten und einer etwas wirren Radio-Bedienung arrangieren. Außerdem hinterlässt der Peugeot mit deutlichen Knarzgeräuschen längst nicht einen so verwindungssteifen und soliden Eindruck wie der Audi, dessen Interieur höherwertiger wirkt und der selbst auf schlechten Wegstrecken lediglich ein leichtes Karosseriezittern zeigt.
| karosserie | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | Audi A3 Cabriolet 2.0 TDI | Peugeot 308 CC HDi FAP 140 | |||||||
| Raumangebot vorn | 100 | 64 | 66 | ||||||
| Raumangebot hinten | 100 | 22 | 18 | ||||||
| Übersichtlichkeit | 70 | 45 | 42 | ||||||
| Bedienung/ Funktion | 100 | 88 | 82 | ||||||
| Kofferraumvolumen | 100 | 13 | 30 | ||||||
| Variabilität | 100 | 10 | 5 | ||||||
| Zuladung/ Anhängelast | 80 | 30 | 32 | ||||||
| Sicherheit | 150 | 82 | 85 | ||||||
| Qualität/ Verarbeitung | 200 | 182 | 172 | ||||||
| Kapitelbewertung | 1000 | 536 | 532 | ||||||
























































