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JA NEIN

Vergleichstest fünf Diesel-Kompakte

Auf Golf-Jagd

In den ersten Tests hat sich der neue VW Golf mit Bravour geschlagen – Der 1.4 TSI gewann auch den Vergleichstest souverän. Diesmal tritt der Wolfsburger als 2.0 TDI mit neuem Common-Rail-Diesel gegen populäre Turbodiesel an, darunter auch der frisch renovierte Citroën C4

Der neue Leitwolf ist der alte, könnte man mit Blick auf ersten Vergleichstest des VW Golf VI mit dem 1.4 TSI-Motor glauben. Da – dies zur Erinnerung – bügelte der neue Golf nicht nur den A3 Sportback der noblen Konzerntochter Audi und den erfrischend hinterradgetriebenen 1er-BMW, sondern auch Opel Astra, Ford Focus, Peugeot 308 und Lancia Delta. Angetreten waren Benziner mit 145 (Focus 2.0) bis 180 PS (Astra 1.6 Turbo).

Alle Fragen geklärt, oder? Na ja, nicht ganz. Denn nicht weniger spannend als der Vergleich der Benziner ist das Kräftemessen unter den Dieselversionen. Früher, in der lethargischen Ära vor Turbo, Hochdruck-Direkteinspritzung und Partikelfilter, kaufte man Dieselfahrzeuge wegen ihrer Sparsamkeit und nahm ihr hemdsärmeliges Wesen in Kauf. Wer Kultur und Kraft wollte, fuhr Otto. Heute dagegen lieben wir den Hightech-Diesel wegen seiner souveränen Durchzugskraft, nehmen den Knauser-Verbrauch als angenehme Begleiterscheinung mit und haben keinen Grund, über schlechte Laufkultur oder Rußwolken am Heck zu klagen.

So geht die Golf-Jagd in die zweite Runde mit vier Herausforderern in der Zweiliter-Klasse mit 136 bis 150 PS bei Fünftürer-Einstiegspreisen zwischen 22250 (Ford Focus 2.0 TDCi) und 24850 Euro (VW Golf 2.0 TDI).

Karosserie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

Der Citroën C4 bringt Extravaganz ins Spiel

Im Grund-Layout ähneln sich die fünf Testwagen zwar mit Quermotor und Vorderradantrieb. Beim Design gehen sie dennoch erkennbar eigene, vom Zweck-formdenken und Markenbewusstsein bestimmte Wege – Verwechselungen weitestgehend ausgeschlossen. Auffallend anders ist, Tradition verpflichtet, nur der Citroën C4. Mit der aktuellen Modellpflege wuchs seine Motorhaube noch ein wenig in die Höhe, was ihn – wie auch die gerundete Heckpartie mit dem kleinen Dreiecksfenster – formal in die Nähe des C6 rückt.

Die weit vorn ansetzende Windschutzscheibe und das recht tief bauende Armaturenbrett lösen bei Fahrer und Beifahrer vanartige Gefühle aus. Keiner der Konkurrenten, auch nicht der VW Golf oder der Pattform-Kollege des C4, der Peugeot 308, können da mithalten. Dafür übertrumpfen sie ihn durch die Bank, wenn es um das Raumangebot zwischen den Hecktüren geht, die beim C4 eher schmal ausfallen und den Einstieg erschweren.

Die schöne Extravaganz des Citroën fordert auch beim Kofferraumvolumen ihren Tribut: 320 bis 1023 Liter sind weit von dem entfernt, was etwa Astra (380 bis 1295 Liter) oder Focus (396 bis 1256 Liter) wegschlucken. Der Ford markiert auch – gemeinsam mit dem VW – die Spitze beim Bedienkomfort. Alle wichtigen Funktionen lassen sich intuitiv steuern, die Instrumente sind gut ablesbar – wie übrigens auch die in klassischem Schwarz-Weiß gehaltenen Uhren des Peugeot.

C4-Kennern wird auffallen, dass der Drehzahlmesser von der Lenksäule ins mittig auf dem Armaturenbrett platzierte Display gewandert ist. Das zeigt in großen Ziffern nicht nur das Tempo, sondern – weniger groß – auch diverse andere Daten an. Nicht alles ist so funktional wie bei der gewöhnlich instrumentierten Konkurrenz, doch dafür lieben ja Citroën-Freunde diese Marke. Weniger Grund zur Freude gibt die Verarbeitung des C4. Der Testwagen zumindest enttäuschte mit einer wackelig montierten Mittelkonsole und instabilen Sitzverkleidungen.

Typisch französisch? Nein, wie der Peugeot 308 zeigt. Der aktuelle Testwagen war wesentlich routinierter montiert als der Benziner aus dem letzten Vergleichstest. An das Niveau des deutschen Trios, in dem der Golf mit angenehmen Materialien und sehr exakten Passungen den Ton angibt, reicht der 308 dennoch nicht ganz heran. Meriten verdienen sich er und der C4, weil nur sie optional mit einem Spurhalteassistent ausgestattet werden können. Bedenklich hingegen ist, dass nur der Peugeot und der VW (beide mit serienmäßigem Fahrer-Knie-Airbag) ihren Kunden Seitenairbags für die Rücksitze anbieten.

 

KarosserieMax. PunkteVW Golf 2.0 TDIFord Focus 2.0 TDCiOpel Astra 1.9 CDTIPeugeot 308 HDi FAP 135Citroën C4 HDi 140 FAP
Raumangebot vorn1007067617071
Raumangebot hinten1005754535652
Übersichtlichkeit703838353734
Bedienung/ Funktion1009090787876
Kofferraumvolumen1003035342923
Variabilität1002035233535
Zuladung/ Anhängelast803531363734
Sicherheit1509579879383
Qualität/ Verarbeitung200185180178172165
Kapitelbewertung1000620609585607573
Bewertung aller Fahrzeuge ansehen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Golf 2.0 TDI

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 9.60s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 209 km/h

Preis 24.850,00 €

Ford Focus 2.0 TDCi

PS/KW 136/100

0-100 km/h in 9.30s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 203 km/h

Preis 22.250,00 €

Opel Astra 1.9 CDTI

PS/KW 150/110

0-100 km/h in 8.80s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 208 km/h

Preis 23.745,00 €

Peugeot 308 HDi FAP 135

PS/KW 136/100

0-100 km/h in 9.30s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 205 km/h

Preis 23.300,00 €

Citroën C4 HDi 140 FAP

PS/KW 140/103

0-100 km/h in 9.40s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 207 km/h

Preis 23.950,00 €