Prestige-Duell
Vergleichstest Diesel-Limousinen
Aus AUTO ZEITUNG 19 / 2008
Die E-Klasse zählt in Westeuropa nach wie vor zu den meistverkauften klassischen Business-Limousinen
Unter den repräsentativen Reiselimousinen mit kräftigem Dieselmotor zählt der 170 PS starke Mercedes E 220 CDI zum Besten, was der Markt zu bieten hat. Nun schickt sich der neue Skoda Superb 2.0 TDI mit ebenfalls 170 PS an, ihm den Rang streitig zu machen: billiger, geräumiger, dynamischer – besser?
Eine E-Klasse von Mercedes ist im Oberklasse-Segment so etwas wie der VW Golf im Reich der Kompakten. An der Stufenhecklimousine mit dem traditionellen Stern auf der Haube führt scheinbar kaum ein Weg vorbei. Sie gilt als Referenz – nicht nur in puncto Komfort. Besonders seit der tief greifenden Modellpflege vor zwei Jahren erweist sich die Baureihe als eine ebenso ausgewogene wie durchdachte Konstruktion.
Kein leichter Gegner also für den Newcomer, den Skoda Superb, der die E-Klasse um zwei Zentimeter überragt. Aber: Hat er auch dasselbe Format? Zumindest das Styling des aktuellen Superb wirkt selbstbewusster und präsenter denn je. Es scheint nicht so, als würde sich der tschechische Spross aus dem VW-Konzern vor arrivierten Namen fürchten. Doch wie stehts um die inneren Werte? Im Test: E 220 CDI gegen Superb 2.0 TDI – beide mit 170 Diesel-PS.
Karosserie
So sehr sich die Außenabmessungen der beiden Rivalen ähneln, so sehr gleicht sich auch das Raumangebot auf den vorderen Plätzen. Dank breiterer Karosserie offeriert der Benz etwas mehr Ellenbogenfreiheit als der Skoda. Dafür engt die mächtige Dachkonsole in der E-Klasse das Raumgefühl ein, der Superb wirkt luftiger.
Beide Autos warten mit einem sehr weiten Einstellbereich der Vordersitze auf, so dass auch ausgesprochene Langbeiner problemlos eine bequeme Position finden. Auf der Rückbank hingegen zieht man mit der E-Klasse eindeutig den Kürzeren: Weil der Skoda mit Frontantrieb und quer installiertem Motor Bauraum spart, erfreuen sich die Passagiere im Superb einer konkurrenzlos großzügigen Beinfreiheit. Hier sprengt der Tscheche den Rahmen der Mittel- und Oberklasse.
Selbst ausgewiesene Luxusliner können nur in der Langversion mithalten. Auch das clever gestaltete Stummelheck birgt eine Überraschung: Der Kofferraumdeckel lässt sich über einen zweiten Entriegelungsschalter als Fließheck öffnen (TwinDoor) und gibt so den Zugang zum opulent bemessenen Laderaum (565 bis 1670 Liter) bei umgeklappten Sitzen frei. Im Mercedes-Heck verschwinden ebenfalls reichliche 540 Liter Gepäck. Die Rückbank lässt sich gegen Aufpreis (518 Euro) vorklappen.
Dass der Mercedes mit einer nahezu vollständigen Sicherheitsausstattung auftrumpfen kann, erwartet man beinahe. Doch der Skoda steht kaum nach: Presafe und Abstandsradar sind nicht im Angebot, aber dafür schützt der Superb den Fahrer mit einem Knie-Airbag und hat serienmäßig zwei Isofix-Aufnahmen im Fond, eine dritte (Beifahrersitz) ist Option.
| karosserie | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | Skoda Superb 2.0 TDI | Mercedes E 220 CDI | |||||||
| Raumangebot vorn | 100 | 81 | 80 | ||||||
| Raumangebot hinten | 100 | 94 | 79 | ||||||
| Übersichtlichkeit | 70 | 35 | 39 | ||||||
| Bedienung/ Funktion | 100 | 85 | 74 | ||||||
| Kofferraumvolumen | 100 | 56 | 46 | ||||||
| Variabilität | 100 | 25 | 10 | ||||||
| Zuladung/ Anhängelast | 80 | 39 | 33 | ||||||
| Sicherheit | 150 | 95 | 109 | ||||||
| Qualität/ Verarbeitung | 200 | 180 | 185 | ||||||
| Kapitelbewertung | 1000 | 690 | 655 | ||||||
























































