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Sportliche Kleinwagen: Alfa Romeo MiTo QV und Seat Ibiza Cupra im Vergleichstest

Alfa Romeo MiTo QV und Seat Ibiza Cupra

Kleine Sportler bieten Fahrspaß zum günstigen Preis. Der neue Alfa Romeo MiTo Quadrifoglio Verde mit 170 PS tritt gegen den Seat Ibiza Cupra an

Dass Kleinwagen zugleich sportlich und sparsam sein können, will Alfa Romeo mit dem MiTo QV beweisen. Dazu spendieren die Italiener ihrem kleinen Auto Hightech vom Feinsten: Der mit 1,4 Liter Hubraum recht kleine Motor erhält einen Zylinderkopf mit elektrohydraulischem Einlassventiltrieb (MultiAir) und Turboaufladung. So entsteht eine Kombination aus Leistung und Effizienz: Das kompakte Triebwerk mobilisiert 170 PS, Verbrauch und CO2-Emission bleiben im Norm-Zyklus dennoch moderat (6,0 l /100 km und 139 g CO2/km). Übrigens: Das Kürzel QV steht für Quadrofoglio Verde und bedeutet grünes, vierblättriges Kleeblatt.

STARKE SPARMOTOREN
Für ein erstes Kräftemessen stellen wir dem kleinen Mailänder einen spanischen Kraftzwerg gegenüber. Der Seat Ibiza Cupra gehört mit seinem 180 PS starken 1,4-Liter-Motor zu den besonders durchtrainierten Modellen aus dem VW-Konzern. Sein Triebwerk gilt als modernes Downsize-Konzept – das heißt, dem hubraumkleinen Motor wird per Hightech-Paket eine hohe Leistung bei geringer Emission abgerungen. Hier führt eine Kombination aus doppelter Aufl adung per Abgasturbolader und Kompressor sowie Benzin- Direkteinspritzung zum Ziel. Der Verbrauch beträgt laut EU-Norm 6,4 l/100 km, die CO2-Emission wird mit 148 g/km angegeben. Doch während sich der Alfa mit Superbenzin begnügt, verlangt der Ibiza Cupra Super Plus.

Erster Fahreindruck: Nach dem Schlüsseldreh betört der Alfa-Motor die Insassen mit einem Sound, der perfekt zur italienischen Marke passt: leise grummelnd bis sportlich aufheulend – stets dem Gasbefehl entsprechend. Der Cupra ist dagegen etwas für Fahrer, die die leisen Töne lieben. Lediglich beim Kickdown und unter Volllast begleitet ein markantes Motorengebrüll die Kraftentfaltung.

Beim Tritt aufs Gaspedal ist der satte Vortrieb bei beiden gleichermaßen gut spürbar. Während der Seat auf dem Papier schneller Tempo 100 erreicht (in 7,2 Sekunden), ist die Beschleunigung beim MiTo QV deutlicher zu spüren (in 7,5 Sekunden). Dazu muss lediglich die Dynamikregelung auf der Mittelkonsole in Stellung „d“ gebracht werden. Die MultiAir-Technik wählt dann die leistungsoptimierten Ventilöffnungszeiten und die dazu passende Portion Zusatzkraftstoff aus. Das erlebt der Fahrer als vehementen Vortrieb. Und der Motor des MiTo QV hängt dabei deutlich besser am Gas als der Cupra-Antrieb. In Stellung „n“ ist dagegen sparsames Fahren mit Drehmoment-Begrenzung auf 230 Newtonmeter angesagt.

KNACKIGE SCHALTUNG
Für sportliches Fahren fordern Alfisti stets eine manuelle Handschaltung. Beim MiTo QV bekommen sie ein neu entwickeltes Sechsganggetriebe. Die Gangabstufung gelang hier recht gut, eine Schaltpunktanzeige fordert zum rechtzeitigen Gangwechsel auf. An unserem Testfahrzeug ließen sich die Gänge jedoch nur mit kräftigem Druck einlegen – also nichts für zarte Hände.

Ganz anders der Seat Ibiza Cupra. Der Spanier hat serienmäßig das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe (DSG) an Bord. Geschaltet wird wahlweise per Tipp auf den Ganghebel oder über Schaltpaddels am Lenkrad. Wer es lieber komfortabel mag, kann die Gangwahl der Automatik überlassen. Das funktioniert ausgezeichnet und völlig ruckfrei. Im Sportmodus „S“ arbeitet die DSG-Elektronik jedoch oft mit unmotiviert klingender Drehzahl- Anhebung. Und die Reaktion auf die Schaltwippen-Betätigung erfolgt häufig erst nach einer Gedenksekunde.

Um möglichst viel Antriebskraft auch in Kurven auf den Asphalt zu bringen, haben beide Testkandidaten eine elektronische Vorderachs- Differenzialsperre serienmäßig an Bord. Für den kleinen Mailänder gibt es elektronisch geregelte Stoßdämpfer – die den Insassen wahlweise ein sportliches Fahrgefühl oder einen guten Reisekomfort bieten. Das Dynamic Suspension-Fahrwerk (Aufpreis 600 Euro) ist mit der Motorsteuerung vernetzt und wird über die Dynamikregelung angesteuert. In jedem Fall minimiert es die Karosseriebewegungen.

Bei sportlicher Gangart im Modus „d“ unterstützt das System fahraktives Handling. Der Alfa giert jetzt nach Kurven – so wie es sportliche Fahrer mögen. In der Hebelstellung „n“ wie Normal sorgt die Dämpferregelung dagegen für spürbar mehr Komfort. Kleinere Unebenheiten bügelt die Fahrwerksregelung aus. Dann rollt der MiTo QV komfortabel über den Asphalt.

Mit so viel Variabilität kann der Seat nicht mithalten: Er ist ein Sportler durch und durch mit straffem Fahrwerk. Sicher meistert er auch schnell angegangene Kehren. Doch Fahrbahnunebenheiten gibt der kleine Spanier deutlich spürbar an die Insassen weiter.

Fazit

Beide Kraftzwerge gehen mit viel Temperament, ausgefeilter Technik und modernen Motoren an den Start. Der Alfa MiTo QV überzeugt mit gutem Ansprechverhalten, sattem Motorsound und variablem Fahrwerk. Der Seat Ibiza Cupra punktet mit einer besseren Verarbeitungsqualität und dem serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebe.

Holger Ippen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Alfa Romeo MiTo 1.4 TB 16V QV

PS/KW 170/125

0-100 km/h in 7.50s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 219 km/h

Preis 20.950,00 €

Seat Ibiza Cupra

PS/KW 179/132

0-100 km/h in 7.20s

Vorderrad, 7-Gang-Doppelkupplung

Spitze 225 km/h

Preis 23.390,00 €