Mittelklasse: Opel Insignia gegen VW Passat
Opel Insignia 2.0 CDTI - VW Passat CC 2.0 TDI
Aus AUTO ZEITUNG 17 / 2009
Viertürer müssen nicht limousinenhaft daherkommen. Das ist seit dem Mercedes CLS bekannt. So schneiderte Opel dem Insignia eine coupéhafte Dachlinie auf Maß, und VW leitete vom Passat den Passat CC ab. Welche Qualitäten stecken unter den eleganten Kurven der zwei?
Wer sich heute einen Insignia kauft, tut das nicht, um Opel ein wenig Geld in die Kassen zu spülen. Da gibt es handfestere Gründe, zum Beispiel das Design. Je öfter man dem Vectra-Nachfolger begegnet, desto mehr wächst die Überzeugung, dass dieser Opel stilistisch ausnehmend gut gelungen ist. Man schaut ihn gern an mit seinem mächtigen Bug und der geschwungenen Dachlinie, die zum runden Heck hin sanft abfällt und dieser Limousine einen Schuss Coupé mit auf den Weg gibt.
Ganz ähnlich gestrickt wie der Insignia ist der Passat CC, den VW der braven Limousine als elegante Alternative zur Seite stellt. Und wenn, wie bei den Testwagen, Zweiliter-Diesel an Bord sind, mischt sich die Freude über gefällige Formen sogar mit ökonomischer Vernunft.
Karosserie
Gutes Stichwort – Vernunft. Als Vernunftkäufe gelten echte Coupés ja nicht: weniger Auto für mehr Geld. Wer auf die Rücksitze der beiden Viertürer klettert, findet das bestätigt: Beide sparen mit Kopffreiheit und fallen so gegenüber gut gemachten Mittelklasselimousinen zurück. Der Passat CC nimmt seine Rolle als Viertürer-Coupé besonders ernst, denn er hat hinten zwei Einzelsitze. Auf Fahrer und Beifahrer wirkt er subjektiv flacher als die Passat Limousine und der Insignia, der für fünf Personen zugelassen und dadurch praxistauglicher ist als der CC. Auch in anderer Beziehung zeigt der Opel mehr Sinn fürs Praktische. So sind seine Rücksitzlehnen serienmäßig asymmetrisch geteilt (VW: 200 Euro Aufpreis), und mit 540 zu 460 Kilogramm Zuladung geht die Ehrenmedaille für den besseren Lastesel nach Rüsselsheim.
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Grobe funktionale Patzer erlaubt sich keiner der zwei. Die Kofferraumöffnung des Insignia dürfte ein wenig breiter, das Klimaanlagen-Display im CC besser ablesbar sein. Doch selbst bei kompletter Ausstattung mit Telefon, Navigation und diversen Assistenzsystemen läuft niemand Gefahr, sich in den Bedien-Menüs zu verirren. Im Insignia findet sich zusätzlich zu den Tastenfeldern in der Mittelkonsole ein Dreh-Drücksteller zwischen den Sitzen, der überwiegend dem Navigieren dient. Im Passat gilt dagegen „Pro Funktion eine Taste“; Navi- und Audiosystem lassen sich gut auf dem berührungsempfindlichen Monitor bedienen.
Ein Ärgernis ist die schlechte Übersichtlichkeit des Passat CC. Man sollte ihn nicht ohne Parksensoren vorn und hinten (ab 530 Euro; Opel: 520 Euro) bestellen oder gleich den gut funktionierenden Parkautomaten ordern (770 Euro). Den gibt es beim etwas übersichtlicheren Opel nicht, und auch bei der Sicherheitsausstattung zeigt der Insignia Lücken, obwohl seine Frontkamera (Opel Eye, 525 Euro mit Spurassistent) Verkehrsschilder erkennt und im Cockpit an Tempolimits oder Überholverbote erinnert. Der Passat CC hält serienmäßig mit Abbiegelicht, Notlaufreifen und Pannenwarnung dagegen und hat für 1170 Euro extra sogar einen Abstandregeltempomaten.
| karosserie | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | Opel Insignia 2.0 CDTI | VW Passat CC 2.0 TDI | |||||||
| Raumangebot vorn | 100 | 79 | 76 | ||||||
| Raumangebot hinten | 100 | 67 | 62 | ||||||
| Übersichtlichkeit | 70 | 32 | 30 | ||||||
| Bedienung/ Funktion | 100 | 83 | 81 | ||||||
| Kofferraumvolumen | 100 | 41 | 45 | ||||||
| Variabilität | 100 | 25 | 15 | ||||||
| Zuladung/ Anhängelast | 80 | 39 | 36 | ||||||
| Sicherheit | 150 | 95 | 107 | ||||||
| Qualität/ Verarbeitung | 200 | 176 | 182 | ||||||
| Kapitelbewertung | 1000 | 637 | 634 | ||||||
Autos im Test
Opel Insignia 2.0 CDTI
VW Passat CC 2.0 TDI
PS/KW 140/103
0-100 km/h in 10.30s,
Vorderrad, 6-Gang-Doppelkupplung
Spitze 210 km/h
Preis 33150 €
mehr
0-100 km/h in 10.30s,
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Spitze 210 km/h
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