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Markenvergleich - Ford Mondeo und Opel Insignia

Ford Mondeo und Opel Insignia

Die Mittelklasse hat immer Konjunktur. Denn sie bietet viel Auto fürs Geld, wie Mondeo und Insignia zeigen

Mittelklasse – das klingt für manchen ein wenig nach Mittelmaß. Doch davon ist dieses Fahrzeugsegment meilenweit entfernt. Ford und Opel haben traditionell sehr profi lierte Vertreter in dieser Fahrzeuggattung, die für beide Autohersteller das Ende der Fahnenstange darstellen: Teure Oberklasse-Limousinen, wie sie VW, Audi, Mercedes und BMW anbieten, fehlen den deutschen Marken mit den US-amerikanischen Müttern. Mondeo und Insignia, die es als Viertürer, als Fünftürer und als Kombi gibt, sind selbst mächtige Autos und mit über 4,80 Meter Länge nicht weit entfernt vom Format einer Mercedes E-Klasse.

Doch Ford hat mehr aus dem umbauten Raum gemacht: 550 zu 500 Liter Kofferraumvolumen und das Platzangebot auf den hinteren Sitzen sprechen für den Kölner. Denn die stark abfallende Dachlinie des Insignia schränkt die nutzbare Kopffreiheit deutlich ein und macht das Einsteigen ein wenig mühsamer. Außerdem ist die Rundumsicht des Opel ziemlich miserabel mit riesigen Toten Winkeln, sodass ganze Fahrradfahrer hinter den C-Säulen unsichtbar werden. Andererseits: Mehr Flair bietet der Opel mit wertiger wirkenden Materialien und einer im Detail sorgfältigeren Verarbeitung.

Beim Bedienkomfort spielen die zwei Rivalen in einer Liga. Auf Anhieb wirken die vielen Tasten und Knöpfe im Insignia zwar verwirrender als die Schalter der Mittelkonsole des Mondeo. Doch es braucht nicht viel Eingewöhnung, um zielsicher Radiosender oder CDs zu wechseln und zu navigieren. Zentrale Bedieneinheit hierfür sind neben den Tasten im Multifunktionslenkrad zwei Dreh- Drücksteller nach Art des BMW iDrive. Sie steuern auch das beim Insignia Edition (Basisausstattung für den hier getesteten 2.0 CDTI mit 160 PS) serienmäßige Navigationssystem. Das kostet bei Ford mindestens 1060 Euro Aufpreis, wobei die Bedienung über einen berührungsempfi ndlichen Bildschirm auch nicht ganz ohne Eingewöhnungsphase gelingt.

KOMFORTABEL UND AGIL
Auf Anhieb gefallen kann indes der Komfort der zwei Limousinen. Fahrgeräusche sind gut gedämmt, die großen Vordersitze sind ausgesprochen bequem und lassen sich auf Wunsch nicht nur beheizen, sondern auch belüften (Insignia nur Fahrersitz). Der Mondeo untermauert die alte Erkenntnis, dass Ford hervorragende Fahrwerke zu bauen versteht, mit guten Umgangsformen auf allen Fahrbahnoberflächen.

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Der Opel wiederum ist serienmäßig schon gut unterwegs und gibt anspruchsvollen Kunden mit dem 930 Euro teuren FlexRide-Fahrwerk noch ein wenig mehr: Adaptive Dämpfer erlauben die Wahl zwischen Sport, Tour und Normal, wobei der Tour- Modus Bodenwellen, Querrinnen und andere Nickeligkeiten unserer Straßen sehr souverän ausbügelt. Im strafferen Sport-Modus wiederum zeigt sich der Insignia noch einen Hauch agiler als der Mondeo, woran allerdings auch die breiten 245er Reifen des Opel-Testwagens ihren Anteil haben.

Die angenehmere, weil gefühlsechtere Lenkung hat allerdings der Ford. Und den überzeugenderen Motor obendrein, wenn es wie hier um die Top-Diesel der jeweiligen Baureihe geht. Das raue Kaltstartnageln des Opel-Zweiliters ist dem 2,2-Liter von Ford nämlich ebenso fremd wie nachlassende Laufkultur bei Drehzahlen jenseits der 4000. Trotz 15 Mehr-PS kann der Mondeo den 160 PS starken Insignia allerdings nicht düpieren: Die gemessenen Unterschiede in der Beschleunigung sind vernachlässigbar, 223 zu 218 km/h Höchstgeschwindigkeit im Grunde auch.

Bedeutsamer sind da vielleicht der Minderverbrauch des Insignia (7,5 zu 8,0 Liter) und der trotz serienmäßigen Navisystems günstigere Preis von 30 255 gegenüber 31 400 Euro für den Mondeo, den es als 2.2 TDCi nur ab der noblen Ghia-Ausstattung gibt. Andererseits: Fahrerknieairbag (Serie) und einen adaptiven Tempomaten hat nur der Mondeo.

Ford oder Opel? Die Wahl ist schwer. Mondeo und Insignia sind beide gute Autos. Mittelmaß? Von wegen. Michael Harnischfeger

FORD 3:3 OPEL

FORD MONDEO
Der Mondeo ist ein fahraktives Auto, dessen Fahrwerk Komfort und Dynamik vereint. Viel Platz und der kultivierte, allerdings nicht sehr sparsame Motor sprechen ebenfalls für den großen Kölner.

OPEL INSIGNIA
Das Design des Insignia wirkt frisch und mutig, kostet aber Platz auf der Rückbank. Dafür gefallen die Innenraumqualität, die Fahreigenschaften und der Preis. Dem Motor fehlt es im Vergleich an Kultur.

MARKENVERGLEICH - FORD GEGEN OPEL
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Inhaltsübersicht

Autos im Test

Ford Mondeo 2.2 TDCi

PS/KW 175/129

0-100 km/h in 9.50s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 223 km/h

Preis 31.400,00 €

Opel Insignia 2.0 CDTI

PS/KW 160/118

0-100 km/h in 9.60s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 218 km/h

Preis 30.255,00 €