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Ford Ka und Opel Agila im Vergleichstest

Ford Ka 1.2 und Opel Agila 1.2

Trotz ihrer zwergenhaften Staturen meistern Ford Ka und Opel Agila den automobilen Alltag auf erstaunlich versierte Art und Weise

Mit ihren preiswerten Einstiegsmodellen verfolgen Ford und Opel unterschiedliche Strategien, und das sieht man auf den ersten Blick. Aus dem Bauch heraus würden sich die meisten spontan für den frech gestylten Ford Ka entscheiden, gegen den der hoch aufragende, fast vanartige Opel Agila längst nicht so begehrenswert erscheint.

Das ändert sich jedoch, sobald beide Zwerge mit Alltagsanforderungen konfrontiert werden. Verblüfft stellt man im Opel fest, dass sich auf nur 3,74 Meter Länge mehr als genügend Bewegungsfreiheit für vier Erwachsene realisieren lässt. Da kann der Ford Ka nicht mithalten, und das liegt nicht nur daran, dass er zwölf Zentimeter kürzer ist als der Agila. Besonders hinten mangelt es dem ausschließlich mit zwei Türen lieferbaren Ka an Platz.

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Mit 224 Liter fasst sein Kofferraum zwar ebenso viel wie der des Agila, doch zeigt sich der viertürige Opel wesentlich talentierter, wenn es um den Transport sperriger Güter geht. Nachdem sich die geteilte Rückbanklehne kinderleicht hat umlegen lassen, entsteht ein ebener Laderaum von bis zu 1050 Liter Volumen. Für den Ka mit seiner engen Kofferraumluke und einem Maximalvolumen von 710 Litern endet so mancher IKEA-Einkauf hingegen im Transport-Desaster.

Doch der kleine Ford hat auch seine Vorzüge. Vorn finden Fahrer und Beifahrer nicht nur bequemere Sitze, sondern auch annähernd so viel Platz wie im Agila. Dabei ist man im Ka von einer stilvollen und auch höherwertig wirkenden Innenausstattung umgeben. Das nüchterne, etwas freudlose Ambiente im Agila hat aber auch seine Vorteile. Leicht erfassbar erklärt sich die Bedienung des Opel jedem auf Anhieb selbst, ohne das Bordbuch zu Rate ziehen zu müssen. Das gelingt im Ka nicht ganz so gut. Die Armaturen sind zwar schick, aber auch ein wenig verspielt und unübersichtlich.

DER SPORTLER HEISST KA
Gern und häufi g greift man im Ford hingegen zum präzise geführten Schalthebel, allein schon um den etwas zäh hochdrehenden Vierzylinder mit 69 PS bei Laune, sprich auf Drehzahl zu halten. Dann allerdings bereitet der Ka seinem Fahrer recht viel Vergnügen – besonders auf kurvigen Strecken. Nur mäßig untersteuernd und mit transparentem Lenkgefühl eilt der flinke Ford durch Radien aller Art und lässt sich auch durch provozierte Lastwechsel kaum aus der Ruhe bringen. Auch die gut dosierbaren, entschlossen zupackenden Bremsen sprechen für ihn, für das empfehlenswerte ESP inklusive Bremsassistent sind allerdings 360 Euro extra fällig.

Der elektronische Rettungsanker treibt auch den Preis für den Agila um 390 Euro zusätzlich in die Höhe. Ansonsten gehört Fahrdynamik nicht zu den herausragenden Eigenschaften des kleinen Opel. Seine Lenkung lässt den Fahrer wenig Kontakt zur Straße spüren, was präzises Einlenken erschwert. Auch die Dosierbarkeit und Leistung der Bremsen erreichen nicht das Niveau der Ford-Anlage. Trotz der eher sportlichen Abstimmung spricht die Federung des Ka erstaunlich sensibel an. Querfugen nimmt der Agila dagegen etwas hölzern und geräuschvoll, dafür hat der Opel auf grobwelligem Untergrund mehr Reserven.

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Wenn es stur geradeaus geht, lässt der Agila den Ka hinter sich. Der 86-PS-Vierzylinder zieht in allen Drehzahlbereichen kräftiger durch, läuft leise, dabei aber nicht ganz so vibrationsarm wie der Ford- Motor. Seine besseren Fahrleistungen lässt sich der Opel im Test allerdings mit einem um 0,6 Liter höheren Verbrauch vergüten, wogegen der Ka es bei 5,9 Litern pro 100 km bewenden lässt.

Womit wir bei den Kosten wären. Der 86-PS-Agila, den man dem schwächlichen 65-PS-Basismodell (ab 9990 Euro) vorziehen sollte, steht mit 14 020 Euro als Edition- Ausstattung in der Preisliste – inklusive Klima, Radio/CD, Fensterheber und 15-Zoll-Räder. Der als Benziner nur mit 69 PS lieferbare Ka startet bei 9950 Euro. Um annähernd auf das Ausstattungsniveau des Opel zu kommen, muss man schon zur Titanium-Version greifen, die mit 11 150 Euro aber immer noch deutlich unter dem Preis des Agila liegt. Jürgen Voigt

FORD 0:2 OPEL

FORD KA
Als preiswerter Lifestyle- Zwerg kommt der kleinste Ford all jenen entgegen, die meist maximal zu zweit und gern mal etwas sportlicher unterwegs sind, obwohl der Ka mit seinen 69 PS etwas müde wirkt.

OPEL AGILA
Das insgesamt bessere Auto in diesem Vergleich ist der Opel Agila. Dank seiner wesentlich effektiveren Raumausnutzung und des spritzigeren Antriebs bewährt sich der Kleine als Alleskönner im Alltag.

MARKENVERGLEICH - FORD GEGEN OPEL
» Kleinwagen: Ford Fiesta gegen Opel Corsa
» Kompaktklasse: Ford Focus gegen Opel Astra

» Kompakt-SUV: Ford Kuga gegen Opel Antara

» Kompakt-Vans: Ford C-MAX gegen Opel Zafira

» Mittelklasse: Ford Mondeo gegen Opel Insignia

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Ford Ka 1.2

PS/KW 69/51

0-100 km/h in 13.40s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 159 km/h

Preis 9.950,00 €

Opel Agila 1.2

PS/KW 86/63

0-100 km/h in 11.90s

Vorderrad, 5 Gang manuell

Spitze 175 km/h

Preis 14.020,00 €