Großer Kompakt-SUV-Vergleichstest

Kompakt-SUV - Skoda Yeti gegen die Konkurrenz

BMW X3 xDrive18d | Nissan Qashqai 2.0 dCi 4x4 | Renault Koleos 2.0 dCi 4x4 | Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 | VW Tiguan 2.0 TDI 4x4
Skoda lässt nicht locker. Mit dem neuen Yeti treten die Tschechen jetzt auch im SUV-Segment an. Mit der Technik des VW Tiguan zum günstigen Preis stehen die Chancen gut, die Konkurrenz hinter sich zu lassen. Erster Vergleich

Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Es ist noch gar nicht so lange her, da machte der VW Tiguan deutlich, dass solche Weisheiten sich durchaus bewahrheiten. Denn obwohl er spät kam, mischte er den SUV-Markt heftig auf und stand sofort auf Platz eins der Verkaufscharts, weshalb der Konkurrenz schnell das Lachen verging.

Allerdings könnte nun auch Volkswagen die Freude vergehen, denn ein neuer Konkurrent erscheint auf der Bildfl äche: der Skoda Yeti. Der kleine Tscheche darf als Volkswagen-Konzern- Mitglied die technische Basis des bisherigen Klassenprimus Tiguan nutzen – keine schlechte Voraussetzung, um im ersten Vergleich mit BMW X3, Nissan Qashqai, Renault Koleos und natürlich VW Tiguan als strahlender Sieger hervorzugehen. Wir testen die Kompakt-SUV mit Allradantrieb und Zweiliter-Turbodieseln zwischen 140 und 150 PS.

Karosserie

Natürlich beugt sich der Skoda ein wenig der Konzernhierarchie und fährt mit etwas schmaleren Schultern und gut 20 Zentimeter weniger Außenlänge als der VW Tiguan vor. Kleine Tricks verschaffen ihm jedoch innen reichlich Platz. So fällt die Armlehne zwischen Fahrer und Beifahrer deutlich schmaler aus als im Tiguan und kaschiert damit die etwas geringere Innenbreite. Zudem schaffen die steilen Scheiben ringsum und die sehr tiefe Sitzposition mit der daraus resultierenden großzügigen Kopffreiheit ein angenehmes Raumgefühl.

Das kommt besonders im Vergleich mit Nissan und Renault zum Tragen, die zum einen deutlich weniger Raum über dem Scheitel bieten und deren Dachholme stärker in den Innenraum ragen. Auch hinten sieht es nicht besser aus. Während man im Koleos noch akzeptabel untergebracht ist, engt das stark abfallende Dach des Qashqai den Fondraum stark ein. Im Skoda hingegen ist die Kopffreiheit so üppig bemessen, dass man eine Zwischendecke einziehen könnte. Allerdings offerieren VW und BMW das Quäntchen mehr Beinfreiheit, und die ist in diesem Fall von größerer Bedeutung.

Und das, obwohl der kleine Tscheche wie das Wolfsburger Vorbild ab Werk eine verschiebbare Fondbank besitzt. Die dient jedoch nicht nur den Passagieren, sondern in erster Linie dem Laderaum. Denn die zweite Sitzreihe des Skoda hat es in sich. Sie macht den Tschechen zum echten Transportkünstler.

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Die dreiteilige Sitzbank lässt sich verschieben, vorklappen, jeder der drei Einzelsitze kann separat ausgebaut werden. Neben der Konfiguration mit drei Sitzplätzen in Reihe zwei besteht auch die Möglichkeit, nur zwei Sitze zu montieren. Ohne Mittelsitz lassen sich die beiden äußeren Sitze für mehr Ellbogenfreiheit näher zusammenrücken. Sind alle Sitze entfernt, entsteht das mit 1760 Litern größte Ladervolumen in diesem Vergleich. Etwas störend sind nur der unpraktische innenliegende Umlegemechanismus der Lehnen und die hakelige Entriegelung unter den Sitzen.

Der einfache, außen angebrachte Umlegemechanismus des Koleos ist da deutlich besser. Ein Zug, und die Bank faltet sich flach zu einer ebenen Ladefläche zusammen. Auch die Lehne des Beifahrersitzes lässt sich für den Transport langer Gegenstände nach vorn legen. Das geht auch im Tiguan, allerdings nur ab der Ausstattung Track & Field, die 1200 Euro Aufpreis kostet. Der Nissan ist hier deutlich abgeschlagen, während der BMW zumindest mit seiner niedrigen Ladekante Punkte erntet.

Auch bei der Sicherheitsausstattung macht Skoda keine halben Sachen. Zum einen kosten Extras wie das Bi-Xenonlicht mit Kurvenlichtfunktion deutlich weniger als bei der Konkurrenz, zum anderen ist der Yeti als 2.0 TDI schon ab Werk sehr gut ausgestattet. So sind beispielsweise automatisch abblendbare Außen- und Innenspiegel serienmäßig verbaut. Zudem bietet er einen Rundumschutz an Airbags. Als einziger im Testfeld hat er bereits einen Knieairbag ab Werk mit an Bord. Hintere Seitenairbags lassen sich – wie bei BMW und VW – gegen einen Extra-Obolus ordern.

Der Renault könnte deutlich besserNissan verspielt mit der mageren Sicherheitsausstattung des Qashqai wertvolle Punkte. Er hat zwar in den höheren Ausstattungen eine aufwendige Lichttechnik, verzichtete aber – bis aufs Fahrerfenster – auf einen Einklemmschutz der elektrischen Fensterheber. dastehen, wenn die Franzosen den 150-PS-Koleos 2.0 dCi 4x4 mit Schaltgetriebe auch in der Ausstattung Expression anbieten würden.

Denn Xenon- und Kurvenlicht, Regensensor sowie weitere Sicherheitsfeatures gibt es bei Renault nur in der höchsten Ausstattungsstufe, die ein Automatikgetriebe oder den stärkeren Motor voraussetzt. Sehr ordentlich ist hingegen die Verarbeitung des Franzosen. Auf gleichem Niveau rangiert der Skoda. Im Vergleich zum Tiguan ragen die Hartplastikflächen aber deutlich weiter in den Sichtbereich.

Aber vor allem der BMW trumpft hier auf. Neben der sehr guten Materialauswahl überzeugt der Bayer abermals mit seiner extrem steifen Karosseriestruktur. Man hat das Gefühl, der X3 wird von Jahr zu Jahr besser.

karosserie
  Max.
Punkte
Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 VW Tiguan 2.0 TDI 4x4
Raumangebot vorn 1007273
Raumangebot hinten 1006768
Übersichtlichkeit 705653
Bedienung/ Funktion 1009090
Kofferraumvolumen 1004247
Variabilität 1006545
Zuladung/ Anhängelast 803947
Sicherheit 1509995
Qualität/ Verarbeitung 200172176
Kapitelbewertung 1000702694
 

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