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Alltag? Ja gern!

Mazda 5 2.0 MZR | Renault Grand Scénic TCe 130 | VW Touran 1.4 TSI
Mazda 5 2.0 MZR


Mazda 5 2.0 MZR

Geräumig, variabel, komfortabel: Mit diesen guten Eigenschaften laden Vans wie der neue Renault Grand Scénic, der Mazda 5 und der VW Touran zur Tour durch das Abenteuer Alltag

Szenen aus einem Autotester-Leben: Da kommst du mit Porsche, Maserati oder Jaguar nach Hause und denkst, du bist der King. Und dann holt dich der Nachwuchs auf den Teppich zurück: „Das Auto von gestern war cooler.“ Warum? „Da saß ich so schön hoch. Und so stark geruckelt hat es auch nicht.“ Ah ja. „Und wir konnten mein Fahrrad von der Musikschule holen, als ich es mit einem Plattfuß stehen lassen musste.“ Okay, überzeugt. Was fürs Herz kommt in die Garage, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Bis dahin ist ein Van erste Wahl – nur welcher?

Aktuell stellen sich drei attraktive Alternativen der 140-PS-Klasse in diesem AUTO ZEITUNG-Vergleichstest zur Wahl. Renault schickt den neuen Grand Scénic ins Rennen, Mazda hält mit dem Modell 5 dagegen, und VW ist mit dem Touran vertreten.

Karosserie

Hoppla – das soll ein Scénic sein? Die XL-Ausgabe des französischen Kompaktvans streckt sich auf mehr als 4,55 Meter und überragt damit die erste Generation des Renault Espace aus den 80er Jahren um stolze 30 Zentimeter. Auch der Mazda 5 ist mit 4,50 Meter kein zierliches Auto, während der VW Touran mit 4,41 Meter noch am ehesten das Prädikat kompakt verdient.

Da der Golf-Ableger auch den kürzesten Radstand hat, bietet er nicht unerwartet in der zweiten Reihe den wenigsten Platz. Sitzen vorn zwei lang geratene Erwachsene, kommen die Knie der Fondpassagiere schon in Kontakt mit den Vordersitzlehnen. Vor allem im Renault geht es deutlich luftiger zu – übrigens auch vorn, wo die flache Architektur des Cockpits im Verein mit der stattlichen Innenhöhe ein wahrlich großzügiges Raumgefühl erzeugt. Da können der Touran und der Mazda, dessen breite Mittelkonsole den Beinraum deutlich einschränkt, nicht ganz mithalten.

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Auch beim Kofferraumvolumen muss der Mazda der europäischen Konkurrenz den Vortritt lassen: Bis unter die Gepäckraumabdeckung beladen, finden in seinem Heck nur 538 Liter Platz. Das ist kein schlechter Wert und sollte für den Familienurlaub reichen. Doch der Renault (678 Liter) und der VW (695 Liter) können es noch einmal deutlich besser – und legen beeindruckend nach, wenn nur zwei Sitzplätze benötigt werden. Dann offerieren beide bei dachhoher Beladung rund zwei Kubikmeter Stauraum, während der Mazda im Zweisitzer-Modus nur 1566 Liter Gepäck an Bord nehmen kann.

Diese erklecklichen Unterschiede lassen sich durch die verschiedenen Variabilitätskonzepte der drei Vans erklären: Renault und VW setzen in der zweiten Reihe auf drei verschieb-, klapp- und herausnehmbare Einzelsitze, während sich die Sitze des Mazda mit wenigen Handgriffen im Boden versenken lassen, so dass nur die nach vorn geklappten Sitzkissen aus der ebenen Ladefläche herausragen.

Die europäische Konkurrenz punktet auch – im Touran erst ab Ausstattung Trendline – mit nach vorn klappbaren Beifahrersitzlehnen, wobei der VW noch ein Extrabonbon für alle Variabilitäts-Liebhaber bereithält: Bei Bedarf lassen sich die äußeren Rücksitze ein wenig in die Mitte versetzt montieren – mit sehr positiven Folgen für den Abstand zur Seitenscheibe, wenn der mittlere Sitz ausgebaut ist. Durch die Bank positiv: Alle drei Vans verfügen mit mehr als 600 Kilogramm über ausreichende Zuladungsreserven. Und bis auf ein paar kleine Details (überladene Digitalanzeige im Renault, nicht konsequente Menüführungen bei Bordcomputer und Navigationssystem im Mazda) sind diese Familienautos funktional bis sehr funktional (VW) eingerichtet.

Und wenn tatsächlich mal sieben Personen verreisen wollen? Kein Problem für das Test-Trio. Der Mazda 5 2.0 Exclusive hat serienmäßig eine dritte Sitzreihe an Bord, Renault berechnet dafür 685 Euro, VW 700. Die Bonussitze lassen sich hier wie dort im Boden versenken, wobei im Touran zuvor die Kopfstützen ausgebaut werden sollten, damit sich die Sitze der zweiten Reihe ganz zurückschieben lassen.

Was die Sicherheitsausstattung angeht, arbeitet das Trio die Basics durchweg sauber ab. ESP, Bremsassistent und sechs Airbags? Vollzählig an Bord. Aktive Kopfstützen, Kurvenlicht, Reifenpannenanzeige? Da muss der Mazda passen, während sich der Touran einen Vorsprung herausarbeiten kann – auch gegenüber dem Renault.

Pluspunkte hätte der VW normalerweise auch bei der Verarbeitung verdient. Nicht nur gegenüber dem mit viel Hartplastik eingerichteten Mazda, sondern auch gegenüber dem schon sehr guten Renault, hat er in puncto Anfassqualität und Langlebigkeit der Materialien die Nase vorn. Doch auf schlechten Straßen quietschten und ratterten die Einzelsitze der zweiten Touran-Reihe derart heftig, dass der sonst so gute Qualitätseindruck einen Dämpfer erhielt.


karosserie
  Max.
Punkte
VW Touran 1.4 TSI Renault Grand Scénic TCe 130
Raumangebot vorn 1007275
Raumangebot hinten 1007076
Übersichtlichkeit 704644
Bedienung/ Funktion 1009288
Kofferraumvolumen 1007978
Variabilität 1008480
Zuladung/ Anhängelast 804341
Sicherheit 1508883
Qualität/ Verarbeitung 200176178
Kapitelbewertung 1000750743
 

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