Toyota Avensis und VW Passat im Vergleichstest Toyota Avensis 2.0 D-40 und VW Passat 2.0 TDI

14.09.2011

Toyota will mit dem neuen Avensis in die deutsche Premium-Liga vorstoßen. Wir baten den VW Passat zum ersten Vergleich

Wenn ein Automobilhersteller ein Nachfolgemodell entwickelt, wächst es meist besonders in seinen Abmessungen. Nicht so Toyotas neuer Avensis. Dem Trend zu immer fettleibiger werdenden Autos will Chef-Entwickler Takashi Yamamoto auf keinen Fall folgen: „Wir wollten, dass der neue Avensis aussieht wie ein kraftvoller Schwimm-Athlet und nicht wie ein Gewichtheber.“ Dementsprechend moderat fällt der Längenzuwachs – gerade mal fünf Zentimeter – bei der dritten Avensis-Generation aus.

Avensis wurde extra für Europa entwickelt

Wie seine Vorgänger stammt Avensis Nummer drei nicht aus dem Land der aufgehenden Sonne, sondern wurde exklusiv in und für Europa entwickelt. Die Toyota-Designer im hauseigenen Stylingcenter an der Côte d’Azur platzierten beim Neuen A- und C-Säule einige Zentimeter weiter auseinander und spannten das Dach nun bogenförmig darüber.

Das sorgt einerseits für mehr Platz im Innenraum, andererseits verleiht die extrem hoch angesetzte Gürtellinie der Karosserie mehr Dynamik. Neben der Abkehr vom bürgerlichen Mittelklasse- Image weisen die Japaner auf den weiter gesteigerten Qualitätsanspruch ihres Produkts hin – man hatte bei der Entwicklung die deutsche Premium-Liga noch stärker im Visier. Deshalb nahmen wir zum erstenKennenlernen den Klassenprimus VW Passat gleich mit.

Fühlbare Wertigkeit im Avensis-Innenraum

Übersichtlicher ist nun die Wahl der Avensis-Karosserievarianten: Weiterhin gibt es die viertürige Stufenheck-Limousine und den Combi, der bei Toyota traditionell mit „C“ geschrieben wird. Die weniger gefragte fünftürige Fließheck-Variante wurde dagegen ersatzlosgestrichen.

Die klar gezeichneten Instrumente des Toyota sind, wie bei der Nobeltochter Lexus, in „Optitron Durchfluttechnik“ gehalten und wesentlich einfacher ablesbar als die blau beleuchteten Rundinstrumente
im VW Passat. Dafür lässt sich der Wolfsburger intuitiver bedienen. Wie der VW verzichtet der Toyota auf eine klassische Handbremse, stattdessen kommt eine elektronisch gesteuerte Parkbremse zum Einsatz.

Bei der Materialauswahl zeigen die Japaner nun ein geschickteres Händchen. Der Innenraum präsentiert
sich mit hochwertigen Materialien von hoher Anfassqualität und hinterlässt einen stimmigen Eindruck. Das Platzangebot in der ersten Reihe liegt auf dem gleich guten Niveau des Passat. Personen über 1,80 Meter Körpergröße finden allerdings im Avensis keine optimale Sitzposition, da sich das Lenkrad nicht weit genug herausziehen lässt und die hohen Sitzfl ächen zudem etwas zu kurz bemessen wurden.

Ganz anders der VW Passat: Hier fühlen sich selbst Basketballriesen noch gut aufgehoben. Darüber hinaus steht den Passagieren im Fond eine üppigere Kniefreiheit zur Verfügung, und das 565 Liter große Gepäckabteil ist schluckfreudiger. Der Toyota hält immerhin noch gute 509 Liter bereit. Spürbar straffer als beim alten Avensis wurde das Fahrwerk abgestimmt. Das steigert zwar die Agilität, derbe Fahrbahnunebenheiten werden jedoch trocken an die Insassen weitergereicht.

Selbst der in der optionalen R-Line-Ausstattung gefahrene VW zeigt hier trotz Sportfahrwerk die wesentlich
größeren Nehmerqualitäten. Ein weiterer Vorteil ist sein 140 PS starker TDI, der deutlich durchzugsstärker antritt als der 14 PS schwächere D-4D im Toyota Avensis. Dessen Common-Rail-Diesel arbeitet jetzt mit 2000 bar Einspritzdruck, was die Schadstoffemissionen sowie den Verbrauch reduziert. Bei der ersten Ausfahrt nahm sich der Avensis 5,9 Liter, der Passat brauchte 6,2 Liter mehr.

Genaueres klärt der erste Vergleichstest. Der kleine Turbodiesel des Japaners gibt seine Kraft etwas verzögert ab, geht dafür aber laufruhig zu Werke und erfüllt zudem die EU-5-Abgasnorm. Überhaupt ist der Avensis ein leises Reisefahrzeug: Alternativ stehen noch zwei stärkere Selbstzünder zur Auswahl – mit 150 PS und 177 PS.

Günstig und komplette Sicherheitsausstattung

Mit einem Grundpreis von 24950 Euro ist der Toyota exakt 2925 Euro günstiger als der Basis-Passat mit 140 PS; er punktet zudem mit einem Knieairbag für den Fahrer und mit einer umfassenderen passiven Sicherheitsausstattung.

Fazit: Der neue Toyota Avensis bietet jede Menge Auto fürs Geld und ist europäischer denn je. Mit viel Platz, wertigerer Anmutung und agilerem Fahrverhalten rückt er ein großes Stück näher an die deutsche Premium-Konkurrenz heran.
Guido Borck

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel, Partikelfilter
Hubraum1968
Leistung
kW/PS
1/Min

103/140
4200 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
320
2500 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang manuell
AntriebVorderrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 205/55 R 16
h: 205/55 R 16
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1452
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)9.8
Höchstgeschwindigkeit (km/h)209
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch5.8l/100km (Diesel)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

Tags:
Severin Elektrische Kühlbox
UVP: EUR 123,99
Preis: EUR 68,89 Prime-Versand
Sie sparen: 55,10 EUR (44%)
Nulaxy FM Transmitter
 
Preis: EUR 23,79 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.