Mittelklasse im Vergleichstest Licht ins Dunkel

14.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Ansturm auf die Mittelklasse: Citroën will mit dem neuen C5 das Dienstwagengeschäft erobern, und Subaru plant, den Absatz des Legacy dank eines neuen Diesels kräftig anzukurbeln. Können die beiden Neuen gegen den VW Passat und den Renault Laguna bestehen?

Ein Gewinnertyp war der Citroën C5 bisher nicht. Nur rund 50000 Exemplare fanden in Deutschland in sieben Jahren frankophile Besitzer. Das soll künftig anders werden – ein neues Design und eine bessere Qualität sollen es richten. Dass man sich dabei jenseits des Rheins an deutschen Vorbildern orientierte, bestreiten die Franzosen nicht. Stilistische Ähnlichkeiten mit Autos aus Ingolstadt kommen also nicht von ungefähr. Subaru wiederum möchte den dieselverliebten Deutschen erstmals einen selbstzündenden Boxermotor schmackhaft machen und den Legacy so aus dem Zulassungskeller holen. Sind die beiden auch starke Gegner für die Mittelklasse-Mobile VW Passat und Renault Laguna?

 

Karosserie

Obwohl die hohe Gürtellinie und das wuchtige Armaturenbrett auf den ersten Blick das Raumgefühl zu beeinträchtigen scheinen, ist der C5 großzügig geschnitten. Auch in Renault und VW herrscht kein Platzmangel. Im Subaru geht es da deutlich enger zu. Die Kofferräume fassen zwischen 433 (Subaru) und 565 Liter (VW). Einzig der Renault besitzt eine Heckklappe und bietet dahinter nach Umlegen der Rücksitzbank 1337 Liter Volumen. Citroën hat beim neuen C5 auf die Heckklappe verzichtet und wählte einen konventionellen Kofferraumdeckel. Immerhin steht für Sperrgut – wie auch beim Passat – eine asymmetrisch geteilt klappbare Rücksitzlehne zur Verfügung. Der Subaru offeriert lediglich eine Durchreiche.

Bei der Qualität hat Citroën einen gewaltigen Sprung vollzogen. Die Materialien wirken hochwertig, die Verarbeitung ist solide. Damit zieht der C5 selbst am Renault vorbei und bewegt sich nahezu auf Augenhöhe mit dem VW, der in diesem Test abermals den Maßstab setzt. Ein gutes Stück dahinter ordnet sich der Subaru ein – teilweise billige Materialien und großzügige Passungen stören das Bild.

Überdies patzt der Japaner bei der Sicherheit. Viele moderne Ausstattungsmerkmale hat Subaru gar nicht im Programm – zum Beispiel hintere Seitenairbags, einen Lichtsensor oder eine Reifenpannenanzeige. Und der fehlende Einklemmschutz bei den elektrischen Fensterhebern sorgt im Zweifelsfall für gequetschte Kinderfinger.

Beim Citroën verlangen die mehr als ein Dutzend Drucktasten im Lenkrad – beispielsweise zur Bedienung von Radio, Tempomat und Bordcomputer – nach einem Kompass und sind alles andere als bedienungsfreundlich. Letzteres gilt auch für die Flut der zu klein geratenen Tasten der Mittelkonsole.

KarosserieMax. PunkteVW Passat 2.0 TDICitroën C5 HDi 135 FAPRenault Laguna 2.0 dCi FAPSubaru Legacy 2.0D
Raumangebot vorn10079837975
Raumangebot hinten10079777670
Übersichtlichkeit7032343238
Bedienung/ Funktion10083707885
Kofferraumvolumen10039374433
Variabilität1002015205
Zuladung/ Anhängelast8045403235
Sicherheit15096988772
Qualität/ Verarbeitung200182180178160
Kapitelbewertung1000655634626573

 

Fahrkomfort

Komfort ist seit jeher die Domäne der Franzosen. Da macht auch der C5, übrigens erstmals mit konventionellem Stahlfederfahrwerk lieferbar, keine Ausnahme. Die Hydropneumatik ist Serie in der Ausstattungslinie Confort, die aber nicht mehr kostet als die Tendance-Ausstattung, die Basis-Variante für den 2.0 HDi-Motor. Nahezu wie auf Samtpfoten rollt der Testwagen über schlechte Asphaltdecken und zeigt, dass Citroën auch herkömmliche Fahrwerke gekonnt abstimmen kann. Hier zieht der C5 ebenfalls mit dem Passat gleich. Der Laguna hingegen rollt etwas hölzern ab, und die Federung schlägt bei voller Beladung zuweilen durch. Kurze Bodenwellen versetzen die Subaru-Insassen in kräftige Horizontalschwingungen, und auch sonst lässt der Japaner seine Passagiere stets über Gebühr am Straßenzustand teilhaben.

Gegenüber dem Vorgänger haben die Franzosen die Sitze beim C5 deutlich verbessert. Nun passt das Gestühl wie angegossen und bietet ordentlichen Halt. In der Exclusive-Version ist gar eine Massage-Funktion Serie. Gut konturiert sind auch die Laguna-Sitze, allerdings fallen die Sitzwangen und die Polster zu weich aus. Sowohl die Subaru- als auch die VW-Fauteuils lassen die Frontpassagiere mangels Seitenführung hin- und herrutschen. Im Fond sitzt man im Passat am besten.

Bei der Ergonomie zeigt der C5 Mängel: Weder das spärliche Ablagenangebot im Innenraum noch die am Gestühl montierten Sitzheizungsschalter sind zeitgemäß. Hier zeigt vor allem der Wolfsburger, wie es besser geht. Dafür versöhnt der Citroën mit einem angenehmen Geräuscheindruck. Ähnlich leise reist es sich auch im Laguna und im Passat.

FahrkomfortMax. PunkteVW Passat 2.0 TDICitroën C5 HDi 135 FAPRenault Laguna 2.0 dCi FAPSubaru Legacy 2.0D
Sitzkomfort vorn150901109190
Sitzkomfort hinten10072666255
Ergonomie150121110115115
Innengeräusche5043393839
Geräuscheindruck10072747468
Klimatisierung5033383435
Federung leer200135135126120
Federung beladen200134134120110
Kapitelbewertung1000700706660632

 

Motor und Getriebe

Aus zwei Liter Hubraum holen die Kandidaten zwischen 136 (Citroën) und 150 PS (Renault, Subaru). Die Leistungen reichen für Höchstgeschwindigkeiten jenseits der 200-km/h-Marke. Mit dem neuen Dieselboxer ist der Subaru der Beste im Sprint und mit 6,3 Liter Diesel pro 100 km zugleich der Sparsamste im Feld. Der Boxer glänzt mit einem guten Ansprechverhalten, hat aber ein schmaleres nutzbares Drehzahlband als etwa die Renault- und Volkswagen-Motoren, die beide bis an die 5000/min-Grenze drehen. Der Japaner läuft relativ vibrationsarm, stört aber unter Last teilweise mit einem harten Verbrennungsgeräusch. Hinzu kommt ein gelegentliches Leerlaufschütteln.

Den besten Eindruck hinterlässt das Laguna-Triebwerk. Es zählt zweifellos zu den laufruhigsten Vierzylinder-Dieseln, die es für Geld zu kaufen gibt. Leider trübt der hohe Testverbrauch von 7,5 Litern das Bild ein wenig. Auch der Citroën-Motor ist mit 7,3 Litern kein Muster an Sparsamkeit und tut sich zudem schwer mit dem hohen Gewicht des Testwagens (1640 Kilo). Dafür arbeitet er fast so kultiviert wie der Renault-Diesel.

Dem 140 PS starken TDI-Motor im Passat hat die Umstellung von Pumpe-Düse-Technik auf Common-Rail-Einspritzung sehr gut getan. Ein vibrationsärmerer Lauf und eine größere Drehfreude sind die Folgen, ohne den Verbrauch in die Höhe zu treiben. Nur 6,4 Liter pro 100 Kilometer genügen für 1093 Kilometer Reichweite. Außerdem gefällt der Wolfsburger mit dem knackigsten Getriebe. Die Subaru-Schaltbox wirkt bei schnellen Gangwechseln hakelig.

Motor und GetriebeMax. PunkteVW Passat 2.0 TDICitroën C5 HDi 135 FAPRenault Laguna 2.0 dCi FAPSubaru Legacy 2.0D
Beschleunigung150141128146148
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit15079748078
Getriebeabstufung10080757570
Kraftentfaltung5029273228
Laufkultur10064666862
Verbrauch325208196194209
Reichweite2522191720
Kapitelbewertung1000623585612615

 

Fahrdynamik

Drehmomente jenseits von 300 Nm, wie sie die Testkandidaten bieten, können Fronttriebler schnell überfordern. Da ist der serienmäßig allradgetriebene Legacy klar im Vorteil. Nahezu schlupffrei bringt er selbst bei Nässe die Kraft auf die Straße. Im Grenzbereich legt der agile Japaner ein weitgehend neutrales Eigenlenkverhalten an den Tag und bleibt frei von tückischen Reaktionen. Seine Lenkung vermittelt allerdings etwas wenig Fahrbahnkontakt. Diese Eigenschaft teilt er sich mit dem Renault, der auf kurvigem Geläuf dank seines agilen Einlenkverhaltens aber ähnlich handlich wirkt. Deutlich träger geht der Citroën zu Werk, der an der Reifenhaftgrenze etwas stärker untersteuert und zudem vom ESP zwar feinfühlig, aber relativ früh eingebremst wird.

Seine Lenkung arbeitet mit recht großen Winkeln, was auf kurvigem Geläuf mitunter in ziemliche Kurbelei ausarten kann. Da ist die Passat-Lenkung deutlich direkter. Zwar untersteuert der Wolfsburger etwas weniger, missfällt aber mit starken Karosseriebewegungen in Wechselkurven. Sein ESP indes lässt ihn deutlich an der längeren Leine. Beim Bremsen wiederum holt sich der Citroën die meisten Punkte. Mit kalter wie mit warmer Anlage steht er jeweils schon nach gut 36 Metern.

FahrdynamikMax. PunkteVW Passat 2.0 TDICitroën C5 HDi 135 FAPRenault Laguna 2.0 dCi FAPSubaru Legacy 2.0D
Handling15056516162
Slalom10062576561
Lenkung10069656464
Geradeauslauf5043434041
Bremsdosierung3016161615
Bremsweg kalt15075888169
Bremsweg warm15078899180
Traktion10042444380
Fahrsicherheit150125130123125
Wendekreis209689
Kapitelbewertung1000575589592606

 

Umwelt und Kosten

Mit seinem Grundpreis ist der Subaru in diesem Vergleich der Teuerste, glänzt aber dafür mit einer kompletten Ausstattung. Selbst Metalliclack gehört zur Serie. Derlei muss man bei VW extra bezahlen. Versehen mit den Details der AZ-Normausstattung schrammt der Passat so an der 30000-Euro-Grenze entlang. Der Renault Laguna ist komplett ausgestattet 2165 Euro günstiger. Nicht nur bei der Anschaffung, auch beim Wertverlust schneidet der Laguna am besten ab: 14518 Euro müssen Besitzer laut DAT nach vierjähriger Haltedauer und 80000 Kilometer Laufleistung abschreiben. Das andere Ende markiert der Subaru mit 16548 Euro. Die Werkstattkosten sind bei VW und Citroën laut ADAC-Prognose am niedrigsten, die Versicherungstarife für Passat und Laguna am günstigsten. So gewinnt der Renault verdient das Kapitel.

Kosten/UmweltMax. PunkteVW Passat 2.0 TDICitroën C5 HDi 135 FAPRenault Laguna 2.0 dCi FAPSubaru Legacy 2.0D
Bewerteter Preis675201202213193
Wertverlust5022212320
Ausstattung2510201225
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung5028283333
Werkstattkosten2016151215
Steuer107777
Versicherung4032303130
Kraftstoff5545434345
Emissionswerte2587828367
Kapitelbewertung1000448448457435

 

Fazit

Chapeau Citroën! Mit dem zweiten Platz zeigen die Franzosen, dass mit dem neuen C5 künftig zu rechnen ist. Fortschritte in der Qualität, der gute Komfort und die hervorragenden Bremsen bringen ihn nach vorn. Bedienung und Ergonomie sind aber verbesserungswürdig.

Der drittplatzierte, preisgünstige Renault Laguna kann als Alternative für jene gelten, die mehr Wert auf Agilität legen, aber zu Abstrichen beim Komfort bereit sind. Wenig Kompromisse müssen Interessenten beim ausgewogenen, aber teuren Testsieger VW Passat machen.

Der neue Boxer-Diesel passt gut zum Subaru, vor allem seine Sparsamkeit erfreut. Der Allradantrieb verschafft dem Legacy stets ein sicheres Fortkommen und ein schon fast sportliches Handling. Bei Komfort und Platzangebot sowie im Kostenkapitel fällt der Japaner allerdings deutlich ab.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVW Passat 2.0 TDICitroën C5 HDi 135 FAPRenault Laguna 2.0 dCi FAPSubaru Legacy 2.0D
Summe50003001296229472861
Platzierung1234

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