Vergleichstest Mittelklasse Spanische Offerte

04.06.2009
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

In der Mittelklasse waren die Spanier bisher nicht sonderlich erfolgreich. Der neue Seat Exeo soll’s nun richten mit bewährter Audi A4-Technik. Reicht das für die Konkurrenz?

Ein kluger Schachzug: Man baut ein neues Auto, das eigentlich ein altes ist, sich aber in einer Liga bewährt hat, in der man selbst als Hersteller bislang nicht präsent war. Man versehe es mit dem neuen Markengesicht, modernen Motoren und einem günstigen Preis. Nach diesem Rezept verfuhr Seat beim neuen Exeo, der eigentlich die iberische Ausgabe des letzten Audi A4 darstellt, der seinerzeit in der Mittelklasse die Premium-Fahne trug.

Da stellt sich die Frage, wie das Kräftemessen mit Konzernkonkurrenten wie VW Passat, Skoda Superb in der besonders populären 140-PS-Diesel-Klasse und dem neuen Rivalen aus Rüsselsheim, dem 160 PS starken Opel Insignia, ausgeht.

 

Karosserie

Der wuchtige Armaturenträger im Exeo trägt dazu bei, dass er sich vorne spürbar enger anfühlt als die Konkurrenz. Im Fond mangelt es ihm etwas an Kniefreiheit, was aber weit weniger schwer wiegt, als etwa das stark nach innen eingezogene coupéhafte Insignia-Dach, weshalb das Raumgefühl hier schlechter ausfällt als bei den Testgegnern.

Im Passat und erst recht im Skoda fühlen sich die Passagiere weitaus besser untergebracht. Das gilt auch fürs Gepäck. Der Superb-Kofferraum kann dank des Twin- Door-Prinzips entweder über den klassischen Kofferraumdeckel oder eine Heckklappe erreicht werden. Dort stehen zwischen 565 und 1670 Liter bei umgelegter Rücksitzlehne zur Verfügung. Am anderen Ende liegt der Seat mit 460 bis 833 Liter.

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Bei Qualität und Verarbeitung kann der Seat dafür mit hoher Materialgüte und peniblen Passungen punkten. Offenbar haben die Spanier nicht nur die Fertigungsanlagen, sondern auch das Qualitätsverständnis aus Ingolstadt importiert.

An der Bedienung der Testkandidaten gibt es kaum etwas auszusetzen. Im Opel wirkt die Rastung des Drehknopfes für die Navigationsbedienung eine Spur zu leichtgängig, und im Passat fällt das hakelige Handling des bartlosen Zündschlüssels auf.

Dafür lässt sich der VW als einziger mit integrierten Kindersitzen im Fond ausstatten (725 Euro). Dazu bekam der Mittelklässler auf seine alten Tage noch einen Spurassistent spendiert (515 Euro). Beim Insignia verfügt er als „Opel Eye“ für 525 Euro noch zusätzlich über eine Verkehrsschilderkennung.

KarosserieMax. PunkteOpel Insignia 2.0 CDTISkoda Superb 2.0 TDIVW Passat 2.0 TDISeat Exeo 2.0 TDI
Raumangebot vorn10079817975
Raumangebot hinten10067947969
Übersichtlichkeit7032353233
Bedienung/ Funktion10083858385
Kofferraumvolumen10044605037
Variabilität10023272523
Zuladung/ Anhängelast8039444638
Sicherheit15093949989
Qualität/ Verarbeitung200176180180183
Kapitelbewertung1000636700673632

 

Fahrkomfort

Gerade im Alltag zählt der spürbare Komfort der Testkandidaten. Opel und VW bieten optional eine elektronische Stoßdämpferregelung an, die jeweils drei verschiedene Einstellungen erlaubt. Das FlexRide-Premium-Fahrwerk (930 Euro) von Opel erfüllt seine Aufgabe bestens. Im komfortbetonten Tour-Modus bügelt der breit bereifte Insignia Schlaglöcher und Kanaldeckel glatt. Selbst bei voller Beladung geht die Federung nicht auf Block; allein die Hinterachse schwingt etwas nach. Die spürbaren Einflüsse in der Lenkung sind auf ein Minimum beschränkt.

Das DCC-System von VW (1025 Euro) wirkt im Comfort-Modus unausgewogener, teilweise unterdämpft. Die Karosserie nickt auf Asphaltflicken, die Insassen verspüren Vertikalbewegungen. Bei Ausnutzung der hohen Zuladung bessert sich der Fahrkomfort, das adaptive Fahrwerk arbeitet nun harmonischer.

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Seat und Skoda müssen mit einer einzigen Fahrwerksabstimmung auskommen, die zumindest beim Superb gelungen ist. Die leichte Stuckerneigung an der Hinterachse verstärkt sich beladen noch weiter, bei extremer Beanspruchung geht die Federung auf Block. Positiv: Die Lenkung bleibt völlig frei von Stößen. Damit kann der Seat nicht auftrumpfen, über die Lenkung bekommt der Fahrer Unebenheiten klar mitgeteilt. Zudem leitet das Fahrwerk Querfugen hart an die Passagiere weiter.

Der Exeo profitiert an anderer Stelle von seiner Audi-Verwandtschaft. Die niedrigen Innengeräuschwerte, die gute Ergonomie im Cockpit und bequeme Sitzpolster lassen ihn wichtige Punkte sammeln. Die Opel-Premium-Sitze mit ausziehbarer Schenkelaufl age und elektropneumatischer Lendenwirbelstütze bieten jedoch den größten Komfort. In Leder gekleidet kostet das Gestühl allerdings 2750 Euro Aufpreis (Stoff: 350 Euro). Unerreicht bleibt der Skoda Superb in puncto Sitzkomfort in seinem riesigen Fond. Der mit gegen Aufpreis erhältlichen Komfortsitzen (910 Euro, ab Comfortline) ausgestattete VW Passat bietet wegen des glatten Leders und kaum ausgeprägter Konturen zu wenig Seitenhalt.

FahrkomfortMax. PunkteOpel Insignia 2.0 CDTISkoda Superb 2.0 TDIVW Passat 2.0 TDISeat Exeo 2.0 TDI
Sitzkomfort vorn1501129895100
Sitzkomfort hinten10065857268
Ergonomie150115116121120
Innengeräusche5033303334
Geräuscheindruck10072757673
Klimatisierung5038343437
Federung leer200136133128125
Federung beladen200134129131129
Kapitelbewertung1000705700690686

 

Motor und Getriebe

Der Opel Insignia spielt trotz des höchsten Leergewichts (1600 kg) seinen Leistungsvorteil von rund 20 PS beim Beschleunigen aus. Das zögerliche Ansprechverhalten im unteren Drehzahlbereich, die gehemmte Drehfreude und die mäßige Laufkultur des Common-Rail-Triebwerks sind den durchweg spontaner ansprechenden und laufruhigeren Motoren aus dem VW-Konzern unterlegen.

Beim Verbrauchstest wird der Opel mit 6.8 Liter vom Seat (6,5) und Skoda (6,7) geschlagen. Der Tscheche verfügt als einziger Testkandidat noch über den Dieselmotor mit Pumpe-Düse-Einspritzung. Trotzdem bleibt er unter der Sieben-Liter-Grenze. Allein der Passat überschreitet sie: Er verbraucht im Schnitt 7,4 Liter Diesel auf 100 km. Dafür verdient sich sein optionales Doppelkupplungsgetriebe (2075 Euro) Bestnoten, und auch die präzise arbeitende Seat-Schaltung weiß zu gefallen. Die manuellen Getriebe im Skoda und Opel sind etwas kraftaufwendiger in der Bedienung. Außerdem will der Schaltknauf hier deutlich präziser durch die Schaltgassen geführt werden.

Motor und GetriebeMax. PunkteOpel Insignia 2.0 CDTISkoda Superb 2.0 TDIVW Passat 2.0 TDISeat Exeo 2.0 TDI
Beschleunigung1501049299101
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit15066585763
Getriebeabstufung10078808582
Kraftentfaltung5034353535
Laufkultur10062636665
Verbrauch325253254241258
Reichweite2521171922
Kapitelbewertung1000618599602626

 

Fahrdynamik

Wie schon im Komfort-Kapitel spielen auch hier die adaptiven Dämpfersysteme von Opel und VW eine große Rolle. Während im VW die „Sport“-Stellung nur die Dämpfung beeinfl usst, hat der Insignia-Fahrer die Wahl: Über ein Menü im Bordcomputer kann er einzeln eine straffere Fahrwerks-Abstimmung, eine weniger leichtgängige Lenkung und ein schnelleres Ansprechen des Motors auf Gasbefehle anwählen. Alles zusammen ergibt ein stimmiges Bild auf dem Handlingskurs und im Slalom-Parcours. Der Insignia umrundet fahrstabil, neutral und auch schnell die abgesperrte Strecke. Starkes Anbremsen enger Biegungen lassen den Bremsassistenten allerdings stärker eingreifen als nötig.

Dem Passat fehlt allein die Kraft, dem Opel zu folgen. Auch er lässt sich präzise lenken, schiebt im Extremfall leicht beherrschbar über alle vier Räder. Nicht einmal provozierte Lastwechsel bringen den Passat aus der Ruhe.

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Anders der Seat Exeo: Die kompakte Limousine tritt kräftig an. Die starke Seitenneigung der Karosserie, die spürbaren Lastwechselreaktionen sowie die nur schwer dosierbaren Bremsen sind gewöhnungsbedürftig. Positiv fällt die Exeo-Lenkung auf, die guten Fahrbahnkontakt vermittelt. Schlusslicht auf dem Handlingkurs ist der langgestreckte Skoda Superb. Das sehr gute Bremsgefühl wird überlagert von einer etwas zu schwergängigen Lenkung und störenden Lastwechselreaktionen an der straff Punktgewinne bei Opel und VW sorgen ihre kurzen Bremswege aus 100 km/h. Der Insignia stößt mit seinem Kaltbremswert von 35,6 Meter sogar in Sportwagen-Dimensionen vor.

Das Abschneiden des Skoda ist dagegen kein Ruhmesblatt für den Tschechen. Bremswege von über 37 Meter kosten den Superb wichtige Punkte.

FahrdynamikMax. PunkteOpel Insignia 2.0 CDTISkoda Superb 2.0 TDIVW Passat 2.0 TDISeat Exeo 2.0 TDI
Handling15058495350
Slalom10047394745
Lenkung10069707372
Geradeauslauf5042424241
Bremsdosierung3018191816
Bremsweg kalt15094739088
Bremsweg warm15090779390
Traktion10040394337
Fahrsicherheit150130129132125
Wendekreis2010101013
Kapitelbewertung1000598547601577

 

Umwelt und Kosten

Mit einem Grundpreis von 25 990 Euro liegt der Seat am unteren Ende des Testfeldes. Das ändert sich auch nicht unter Berücksichtigung der AZ-Normausstattung. Da kommt selbst der bisherige Preisschlager Skoda Superb nicht mit: Er ist über 600 Euro teurer als der Seat Exeo. Am oberen Ende liegt der Passat, der wie der Insignia mit der Normausstattung über 3000 Euro teurer ist als die Konkurrenz aus Tschechien und Spanien. Dafür führt der Opel eine Sechsjahresgarantie ins Feld, während der Passat mit den niedrigsten Versicherungs- und Werkstattkosten punktet. Den Sieg im Kostenkapitel holt sich aber der Skoda dank seines geringen Wertverlustes, dicht gefolgt vom Seat.

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Kosten/UmweltMax. PunkteOpel Insignia 2.0 CDTISkoda Superb 2.0 TDIVW Passat 2.0 TDISeat Exeo 2.0 TDI
Bewerteter Preis675188210187211
Wertverlust5020231922
Ausstattung252010915
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung5038282828
Werkstattkosten2014151615
Steuer107777
Versicherung4032323331
Kraftstoff5542424042
Emissionswerte25858587
Kapitelbewertung1000446452426371

 

Fazit

Der neue Seat Exeo macht keine schlechte Figur. Der niedrige Grundpreis, der hohe Qualitätseindruck und der sparsame Motor überzeugen. Testsieger ist aber der Opel Insignia. Sein Komfort, die guten Fahrleistungen, die standfesten Bremsen und die komplette Ausstattung lassen ihn fleißig Punkte sammeln. Der Seriensieger Skoda Superb tritt, wie seine Konzernbrüder, im Vergleich zum Opel schwächer motorisiert an. Das tolle Raumangebot und der erste Platz im Kostenkapitel reichen nicht – Platz zwei. Der ausgewogene VW Passat belegt Rang drei und gewinnt denkbar knapp die Fahrdynamikwertung.

Gesamtbewertung

Max. PunkteOpel Insignia 2.0 CDTISkoda Superb 2.0 TDIVW Passat 2.0 TDISeat Exeo 2.0 TDI
Summe50003003299829922892
Platzierung1234

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