Vergleichstest Mittelklasse Antritts-Besuch

10.12.2007
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Von Grund auf neu, soll der Mazda6 in die Fußstapfen seines erfolgreichen Vorgängers treten. Doch zuerst muss er im Vergleichstest mit den etablierten Mittelklasse-Konkurrenten Ford Mondeo und Mercedes C-Klasse seine Qualitäten unter Beweis stellen

Die Mittelklasse-Baureihe mit der Ziffer 6 ist für die japanischen Autobauer aus Hiroshima eine echte Erfolgsgeschichte. Schon die Vorgängermodelle, die noch 626 hießen und ab 1982 mit Vorderradantrieb antraten, verkauften sich auf den europäischen Märkten ausnehmend gut. Noch besser lief es mit dem ab 2002 angebotenen 6. Er fand in Europa mehr als 450000 Käufer, davon allein 125000 in Deutschland. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an den Nachfolger, der ab Februar bei den Vertragshändlern stehen wird. Wie beim Vorgänger ist der 6 als Stufenheck, Fließheck oder Kombi lieferbar. Als Antriebsquellen stehen im neuen Mittelklasse-Mazda drei Benziner und ein Dieselmotor zur Wahl. Im Vergleichstest der AUTO ZEITUNG tritt der 147 PS starke Mazda6 2.0 MZR gegen den Ford Mondeo 2.0 mit 145 PS und den 156 PS starken Mercedes C 180 Kompressor an.

 

Karosserie

Dass neue Autos größer sind als ihre Vorgänger, ist nichts Ungewöhnliches. Leichter werden sie dabei meistens nicht. Mazda zeigte schon mit dem um rund 100 Kilogramm abgespeckten Kleinwagen 2, dass es auch anders geht. Der neue 6 wurde einem ähnlichen Diätplan unterzogen – mit einem nicht so spektakulären, aber dennoch bemerkenswerten Ergebnis:

Obwohl das neue Modell länger und breiter ist als das alte, wiegt es je nach Modell und Ausstattung bis zu 35 Kilogramm weniger. Dabei hätte das Größenwachstum ohne Gewichtsoptimierung für rund zwei Zentner mehr auf den Hüften gesorgt. Das Raumangebot des neuen Modells leidet also nicht unter dem Diätprogramm. Zwar kann der Japaner nicht ganz mit dem Mondeo mithalten, doch er bietet vorn wie hinten mehr Bewegungsfreiheit als die knapp geschnittene C-Klasse.

Dem Mercedes mangelt es vor allem an Bein- und Kopffreiheit im Fond. Überhaupt zeigt sich der neue Mazda in fast allen Disziplinen auf der Höhe der deutschen Konkurrenz. Nur in der Sicherheitsausstattung muss der Japaner herbe Punktverluste hinnehmen. Viele Features, die es bei Ford oder Mercedes zumindest gegen Aufpreis gibt, sind bei Mazda nicht lieferbar. So gewinnt der geräumige Ford die Karosseriewertung vor dem Mercedes, der vor allem mit seiner reichhaltigen Sicherheitsausstattung punktet.

KarosserieMax. PunkteFord Mondeo 2.0Mercedes C-Klasse 180 KompressorMazda 6 2.0
Raumangebot vorn100827478
Raumangebot hinten100796577
Übersichtlichkeit70324237
Bedienung/ Funktion100828383
Kofferraumvolumen100543843
Variabilität100351515
Zuladung/ Anhängelast80323634
Sicherheit1509310575
Qualität/ Verarbeitung200176178176
Kapitelbewertung1000665636618

 

Fahrkomfort

Mittelklasse immer schon eine Domäne, in der sich die Mercedes-Limousinen besonders ausgewogen zeigten. Da macht dieser Vergleichstest keine Ausnahme. In Sachen Sitz- und Federungskomfort können weder der kommode Kölner, noch der sportliche Japaner viel gegen den Untertürkheimer ausrichten. Die C-Klasse hat die besten Sitze, und auch das Fahrwerk filtert feine wie grobe Unebenheiten am besten heraus.

Im Mondeo leidet der Komfort trotz des adaptiven IVDC-Fahrwerks (965 Euro) unter dem deutlichen Nachschwingen der Karosserie bei starken Anregungen.

Im Sport-Modus hingegen – die Dämpfung ist bei der IVDC-Option in den Stufen Komfort, Normal und Sport einstellbar – beeinträchtigen derbe Stöße die Freude am Ford-Fahren. Auch die aufpreispflichtigen Leder-Fauteuils, mit denen das Testfahrzeug ausgerüstet war, tragen nicht immer zum Wohlbefinden der Besatzung bei. Das Leder ist sehr rutschig. Zudem bieten die Sitze wenig Halt. Da fühlt man sich auf den Mazda-Sesseln wohler, obwohl sie etwas klein geraten sind.

Das Fahrwerk hingegen ist deutlich straffer abgestimmt als bei der Konkurrenz, ohne deshalb unangenehm hart zu sein. Unbehagen kommt nur bei voller Beladung auf, denn dann neigt der Mazda bei größeren Unebenheiten zum harten Durchschlagen. Auch deswegen landet der 6 am Ende des Komfortkapitels deutlich hinter Mondeo und C-Klasse.

FahrkomfortMax. PunkteFord Mondeo 2.0Mercedes C-Klasse 180 KompressorMazda 6 2.0
Sitzkomfort vorn1509510097
Sitzkomfort hinten100686264
Ergonomie150112123118
Innengeräusche50454848
Geräuscheindruck100747474
Klimatisierung50403939
Federung leer200138143132
Federung beladen200140143126
Kapitelbewertung1000712732698

 

Motor und Getriebe

Der Zweiliter-Vierzylinder-Benziner zählt nicht zu den Stärken des Mondeo. Zwar läuft das 145-PS-Triebwerk unterhalb von 3000 Touren kultiviert, reagiert hier aber nur sehr verhalten auf Gaspedalbefehle. Erheblich quirliger geht der laufruhige und vibrationsarme Vierzylinder im Mazda ans Werk. Trotz Traktionsverlusten liegt er mit dem 156 PS starken Mercedes bei den Fahrleistungen auf einem Niveau. Bis Tempo 140 nehmen beide dem Mondeo über zwei Sekunden ab.

Während der Motor des Mazda wie jener des Mondeo seine Leistung über Drehzahlen mobilisiert, drückt der kompressorgeladene Vierzylinder der C-Klasse sein gut 40 Nm höheres maximales Drehmonent (230 Nm) bereits bei 2500 Umdrehungen auf die Kurbelwelle und damit 2000 Touren früher. Dennoch schlägt sich die schaltfaule Fahrweise nicht im Verbrauch wieder. Mit 9,4 Liter Super auf 100 Kilometern ist der Ford der sparsamste im Vergleich. In Verbindung mit dem größten Tank (70 Liter) ergibt sich die mit 744 Kilometern größte Reichweite.

Motor und GetriebeMax. PunkteFord Mondeo 2.0Mercedes C-Klasse 180 KompressorMazda 6 2.0
Beschleunigung150130143143
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150809384
Getriebeabstufung100827884
Kraftentfaltung50202422
Laufkultur100687370
Verbrauch325170168165
Reichweite25141211
Kapitelbewertung1000564591579

 

Fahrdynamik

Auch die zweite Generation des Mazda6 setzt sich betont sportlich in Szene. Der Fahrer spürt sofort, dass er mit einem leichten Fahrzeug unterwegs ist. Gut 50 Kilogramm weniger Gewicht als der Mercedes und fast 200 Kilogramm weniger als der riesige Mondeo machen sich vor allem auf dem Handlingparcours bemerkbar. Zwar bietet die elektrische Servolenkung nur mäßige Rückmeldung, aber dennoch lenkt der Mazda6 ohne allzu starkes Untersteuern ein und lässt sich schnell durch Kurven dirigieren. Solange das DSC (ESP) aktiviert ist, unterdrückt es die Übersteuertendenz bei Lastwechseln souverän. Ohne elektronische Aufsicht fällt der Ausfallschritt des Hecks allerdings sehr ausgeprägt und unvermittelt aus.

Vor allem die Auslegung des Mondeo gefällt hier deutlich besser. Der Ford bleibt mit und ohne ESP immer sicher auf Kurs. Er findet die richtige Balance und umrundet Kurven – über die sehr gute Lenkung geführt – neutral und sehr schnell. Dass er dennoch nicht das Tempo seiner Mitstreiter erreichen kann, liegt an seinem antrittsschwachen Motor und dem hohen Gewicht.

Schnell, mitteilsam und extrem sicher präsentiert sich der Mercedes. Allerdings bremst ihn sein nicht vollständig abschaltbares ESP bei schnellen Richtungswechseln in der Slalomgasse sehr stark ein.

FahrdynamikMax. PunkteFord Mondeo 2.0Mercedes C-Klasse 180 KompressorMazda 6 2.0
Handling150414245
Slalom100615165
Lenkung100867376
Geradeauslauf50424140
Bremsdosierung30181517
Bremsweg kalt150879084
Bremsweg warm150879296
Traktion100454743
Fahrsicherheit150123130110
Wendekreis208169
Kapitelbewertung1000598597585

 

Umwelt und Kosten

Unterm Strich fährt man mit dem neuen Mazda6 2.0 MZR am günstigsten. Sieben von neun Einzelwertungen entscheidet der Japaner für sich. Insbesondere die sehr guten Emissionswerte und die fast komplette AZ-Normausstattung bringen ihm den Kapitelsieg. Er verliert lediglich beim Grundpreis gegenüber dem Ford Moneo wichtige Zähler. Der sehr niedrige Preis des Mondeo 2.0 resultiert daraus, dass die zum Test angetretene Fliessheckversion bereits ab der Ausstattungslinie Trend (23975 Euro) zu haben ist.

Das Stufenheckmodell der Kölner wird erst ab der teureren Ghia-Ausstattung (25775 Euro) angeboten. Auch bei den Kraftstoffkosten bleibt der etwas sparsamere Mondeo vor dem Mazda. Dass der Mercedes C 180 K nicht zu den günstigen Vertretern der Mittelklasse gehört, ist bekannt. Nicht nur der Grundpreis liegt um einige tausend Euro über jenen seiner Rivalen. Auch die Aufpreise für Leichtmetallfelgen, die Ford und Mazda serienmäßig anbieten, Metallic-Lackierung und CD-Radio lassen den Kaufpreis der C-Klasse schnell über die 30000- Euro-Grenze schnellen.

Kosten/UmweltMax. PunkteFord Mondeo 2.0Mercedes C-Klasse 180 KompressorMazda 6 2.0
Bewerteter Preis675225187213
Wertverlust50222122
Ausstattung254321
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50182733
Werkstattkosten20141416
Steuer10999
Versicherung40343233
Kraftstoff55353434
Emissionswerte25828588
Kapitelbewertung1000443412469

 

Fazit

Nur 28 Punkte trennen in diesem Test den Erstplatzierten vom Dritten. Der Ford Mondeo gewinnt mit seinem großzügigen Raumangebot und guten Preis/Leistungsverhältnis. Die C-Klasse punktet mit dem ebenso fahrsicheren wie komfortablen Fahrwerk. Nur knapp dahinter landet der Mazda6, der mit seinem agilen Fahrwerk, dem quirligen, kräftigen Motor und der guten Kostenbilanz überzeugt.

Gesamtbewertung

Max. PunkteFord Mondeo 2.0Mercedes C-Klasse 180 KompressorMazda 6 2.0
Summe5000298229682949
Platzierung123

Tags:
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