Kompakt-SUV im Vergleichstest Am Ziel angekommen

08.08.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Audi und Mercedes haben BMW lange das Feld der Kompakt-SUV überlassen. Mit Q5 und GLK wollen sie das ändern. Wir vergleichen die Einstiegsvarianten mit Turbodiesel - ein Test der Premiumliga

Die deutsche Premiumliga der Kompakt-SUV trifft sich nun zum zweiten Mal. Das erste Stelldichein der großen Sechszylinder-Turbodiesel konnte der kräftige Audi Q5 3.0 TDI für sich entscheiden (Ausgabe 25/2008). Die leistungsmäßig unterlegenen BMW X3 xDrive30d und Mercedes GLK 320 CDI hatten damals das Nachsehen. Bei den kleinen Dieselmodellen herrscht zumindest bei der Leistung nahezu Einigkeit. Wie geht das Rennen um die SUV-Krone zwischen Audi Q5 2.0 TDI quattro, BMW X3 xDrive20d und Mercedes GLK 220 CDI 4MATIC aus? Ring frei also für die zweite Runde.

 

Karosserie

Ihrem Anspruch als Premiummodelle können alle drei SUV in puncto Verarbeitungsqualität eindeutig gerecht werden. Einen kleinen Vorsprung kann der Audi Q5 jedoch für sich verbuchen, denn sowohl die Auswahl der verwendeten Materialien als auch deren penible Verarbeitung setzen in dieser Klasse den Maßstab. Dass Qualität bei Mercedes mittlerweile wieder einen hohen Stellenwert einnimmt, beweist der neue GLK. Er überzeugt – ebenso wie der X3 – mit routinierter Verarbeitungsqualität und einer steifen Karosserie, der selbst auf üblen Pisten kein Knarzen zu entlocken ist.

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Beim Platzangebot kann das Ingolstäder-SUV ebenfalls die meisten Punkte sammeln. Es bietet Fahrer und Beifahrer dank seiner breiten Karosserie nicht nur den meisten Platz, mit 540 Liter verfügt es zudem über den mit Abstand größten Kofferraum (BMW 480, Mercedes 450 Liter). Auf der Rücksitzbank fällt die Kopffreiheit aufgrund der abfallenden Dachlinie etwas geringer aus. Der GLK wiederum stellt seinen Fondpassagieren weniger Beinfreiheit als die beiden Konkurrenten zur Verfügung, mit seinen steilen Seitenscheiben und dem gerade verlaufenden Dach herrscht jedoch auch bei ihm ein angenehmes Raumgefühl – ein Vorteil der kantig bauenden Karosserie. Im Gegenzug fällt dem Fahrer wegen des weit nach vorn gezogenen Dachs die Sicht auf Ampeln schwer. Die größte Bewegungsfreiheit im Fondabteil bietet der BMW X3, der jedoch bei der Zuladung vor allem gegenüber dem Mercedes deutlich ins Hintertreffen gerät. Schluss-endlich ist es aber der Audi, der die meisten Zähler auf seinem Konto anhäuft und damit das erste Kapitel deutlich gewinnt.

KarosserieMax. PunkteMercedes GLK 220 CDI 4MATICBMW X3 xDrive20dAudi Q5 2.0 TDI quattro
Raumangebot vorn100757378
Raumangebot hinten100646766
Übersichtlichkeit70565353
Bedienung/ Funktion100908890
Kofferraumvolumen100454956
Variabilität100433848
Zuladung/ Anhängelast80513943
Sicherheit150106101104
Qualität/ Verarbeitung200181178186
Kapitelbewertung1000711686724

 

Fahrkomfort

Beim Komfort strahlt der Stuttgarter Stern markentypisch besonders hell. Obwohl mit üppiger 19-Zoll-Mischbereifung ausgestattet, verweist der Mercedes die beiden Kontrahenten beim Federungskomfort mit Abstand auf die Plätze. Ob leer oder beladen, Kanaldeckel oder Bodenwellen auf der Autobahn – Fahrbahnunebenheiten aller Art werden von den Feder-Dämpfer-Elementen des kantigen GLK gekonnt gefiltert.  Der BMW X3 hingegen folgt auch bei der Fahrwerksauslegung konsequent der auf Fahrdynamik ausgerichteten Firmenphilosophie. Deshalb werden Unebenheiten oftmals trocken an die Insassen weitergegeben und kurze Bodenwellen nur unzureichend verarbeitet. Dafür entschädigt der Münchener mit dem besten Sitzkomfort in der ersten Reihe – sofern das aufpreispflichtige Sportgestühl an Bord ist. Dank seiner gelungenen Geräuschdämmung punktet der X3 zudem mit dem niedrigsten Geräuschpegel im Innenraum.

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Der Audi Q5 muss in diesem Kapitel überraschend stark Federn lassen. Vor allem die unausgewogene Federung, die die Karosserie nur auf topfebener Fahrbahn zur Ruhe kommen lässt, trübt den Komforteindruck nachdrücklich. Zusätzliche Punkte verliert der Q5 wegen der höheren Innengeräuschwerte – eine Folge des gegenüber den Konkurrenten höheren Drehzahlniveaus. Dennoch lässt es sich auch im Audi angenehm reisen. Vor allem die Fondpassagiere fühlen sich auf den am besten ausgeformten und sehr angenehm gepolsterten hinteren Plätzen sehr wohl.

Der Sieg im Komfortkapitel geht allerdings verdient an das Schwaben-SUV. Der nicht mehr ganz so taufrische BMW X3 kann den Audi Q5, der ohne adaptive Dämpfer und auf kleinster Bereifung zum Vergleichstest antrat, überraschend hinter sich lassen.

FahrkomfortMax. PunkteMercedes GLK 220 CDI 4MATICBMW X3 xDrive20dAudi Q5 2.0 TDI quattro
Sitzkomfort vorn150126130128
Sitzkomfort hinten100727274
Ergonomie150134132133
Innengeräusche50353631
Geräuscheindruck100707169
Klimatisierung50393240
Federung leer200140133130
Federung beladen200138131130
Kapitelbewertung1000754737735

 

Motor und Getriebe

Während bei Q5, X3 und GLK mit Sechszylinder-Dieseln große Leistungsunterschiede klaffen, herrscht bei den Vierzylindern nahezu Einigkeit. Aber nur auf dem Papier. Besonders der X3 trumpft mit seinem kleinen, quirligen Diesel richtig auf. Die Verbindung mit der sehr schnell und zudem sanft schaltenden Sechsstufenautomatik ist eine echte Empfehlung. Größtenteils unbemerkt vom Fahrer wählt sie immer die richtigen Übersetzungen. Das trifft auch auf die Mercedes-Automatik zu, die zudem einen Gang mehr zur Verfügung hat. Lediglich eine beherzt sportliche Fahrweise beherrscht das BMW-Getriebe besser. Spontane Vollgaseinlagen lösen beim GLK mitunter kurze Gedenksekunden im Getriebemanagement aus.

Dennoch kommt die Siebenstufenautomatik gerade in Verbindung mit dem nur beim Mercedes doppelt aufgeladenen kleinen Vierzylinder-Turbodiesel so gut zur Geltung wie in kaum einem anderen Mercedes. Sie harmoniert exzellent mit dem früh anliegenden hohen Drehmoment (400 Nm bei 1400 Umdrehungen). Die rechtzeitigen Wechsel in eine höhere Fahrstufe senken nicht nur das Drehzahlniveau, sondern erfreulicherweise auch den Kraftstoffkonsum.

Mit 8,5 Liter Diesel absolvierte der GLK unsere Verbrauchsrunde am sparsamsten. Auch der BMW-Turbodiesel blieb mit 8,6 Litern sehr genügsam. Zwar gönnte sich der Q5 mit seinem 2.0 TDI nicht viel mehr, aber mit 8,8 Liter Diesel den größten Schluck aus der Zapfpistole. Ohnehin hat es der Zweiliter-TDI in diesem Trio schwer. Schon bei den Fahrleistungen liegt er deutlich zurück. Während sich BMW und Mercedes ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur Höchstgeschwindigkeit liefern, hechelt der Audi hinterher. Das liegt vor allem an seinem schlecht abgestimmten, kurz übersetzten manuellen Sechsganggetriebe. Damit kann der Q5-Motor seine harmonische Kraftentfaltung und die Drehfreude nicht ins rechte Licht setzen – zu oft muss der Fahrer zum Schalthebel greifen. Leider hat Audi derzeit noch keinen Q5 2.0 TDI mit S tronic (Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe) im Programm.

Motor und GetriebeMax. PunkteMercedes GLK 220 CDI 4MATICBMW X3 xDrive20dAudi Q5 2.0 TDI quattro
Beschleunigung150107109100
Elastizität100000
Höchstgeschwindigkeit150575756
Getriebeabstufung100787868
Kraftentfaltung50323230
Laufkultur100677068
Verbrauch325220218214
Reichweite25141416
Kapitelbewertung1000575578552

 

Fahrdynamik

Die im Vergleich nicht so optimale Motor-Getriebe-Abstimmung mit den daraus resultierenden schlechtesten Fahrleistungen des Audi Q5 2.0 TDI spiegeln sich natürlich auch in der Fahrdynamik wider. Zudem zeigt er das ausgeprägteste Untersteuern und bietet – trotz aufpreispflichtiger Dynamiklenkung (1000 Euro) – nur wenig Rückmeldung von den Vorderrädern. Das war bei anderen größer bereiften Q5-Modellen besser. Auch der BMW schiebt im Grenzbereich zwar ausschließlich über die Vorderräder, aber das erheblich später als der Audi. Es reicht zudem, kurz vom Gas zu gehen, und der X3 ist wieder stabil in der Spur – in Verbindung mit der sensiblen Lenkung ein sehr sicheres Gefühl. Zudem arbeitet im BMW das feinfühligste ESP (DSC). Genau das hindert den Mercedes daran, den BMW mit fast gleichstarkem Antrieb in der Fahrdynamik hinter sich zu lassen.

Das Zeug dazu hätte er aber mit seiner sehr gefühlvollen Lenkung und dem gut abgestimmten Fahrwerk. Nur das ESP regelt etwas zu früh. Dennoch schafft der Mercedes den Spagat zwischen sehr gutem Komfort und ausgeprägter Fahrfreude am besten. Top Ergebnisse erzielt er auch beim Bremsen: 35,1 Meter mit warmen Bremsen – hervorragend. Auch der BMW liegt auf diesem Niveau. Der Q5 benötigt über 1,5 Meter mehr als der Stuttgarter.

FahrdynamikMax. PunkteMercedes GLK 220 CDI 4MATICBMW X3 xDrive20dAudi Q5 2.0 TDI quattro
Handling150565852
Slalom100485345
Lenkung100888886
Geradeauslauf50424242
Bremsdosierung30181818
Bremsweg kalt150878382
Bremsweg warm150999782
Traktion100859085
Fahrsicherheit150138138138
Wendekreis201189
Kapitelbewertung1000672675639

 

Umwelt und Kosten

Mercedes hat nicht nur in Sachen Fahrdynamik seine Hausaufgaben vorbildlich gemacht, sondern auch bei der Preisgestaltung des GLK. Gäbe es den Audi schon mit S tronic (40950 Euro), wäre der Mercedes sogar in der Anschaffung der Günstigste in diesem Test-Trio gewesen. Dagegen belastet der BMW X3 die Geldbörse seiner Besitzer in puncto Versicherungseinstufungen und Wertverlust am wenigsten. Insgesamt aber kann der Audi in unserem Vergleichstest die beste Kostenbilanz vorweisen – besonders wegen der sehr guten Garantiebedingungen.

Kosten/UmweltMax. PunkteMercedes GLK 220 CDI 4MATICBMW X3 xDrive20dAudi Q5 2.0 TDI quattro
Bewerteter Preis675143143149
Wertverlust50181716
Ausstattung25161717
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50272328
Werkstattkosten20131515
Steuer10777
Versicherung40293332
Kraftstoff55373736
Emissionswerte25868682
Kapitelbewertung1000376378382

 

Fazit

Musste sich der Mercedes GLK mit dem großen Diesel noch dem Q5 geschlagen geben, so fährt er hier einen deutlichen Sieg ein. Sein toller Motor sowie sein agiles und zugleich komfortables Fahrwerk machen den GLK 220 CDI unschlagbar. Auch der BMW läuft mit 177-PS-Diesel wieder zur Höchstform auf und landet auf Platz zwei. Insbesondere der Motor und das holprige Fahrwerk lassen den Audi Q5 zurückfallen. 

Gesamtbewertung

Max. PunkteMercedes GLK 220 CDI 4MATICBMW X3 xDrive20dAudi Q5 2.0 TDI quattro
Summe5000308830543032
Platzierung123

Tags:
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