Kasten-System - Kleinwagen im Vergleichstest Toyota Urban Cruiser, Kia Soul und Citroën C3 Picasso

10.08.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit dem Urban Cruiser will Toyota die bunte Szene der trendigen City-Kastenwagen aufmischen. Mit Erfolg?

Längst reicht es selbst in der nutzwertorientierten Klasse der kleinen Raum-Fahrzeuge nicht mehr, einfach nur ein gutes Auto anzubieten. Lifestyle ist auch hier gefragt. Das wissen die Marketing-Strategen von Toyota genauso wie ihre Kollegen von Citroën und Kia. Unterschiedlich sind nur die angepeilten Wege zu den Herzen der trendigen City-Bewohner: Der neue Toyota Urban Cruiser kommt als raubeiniges SUV daher, das unter seiner kantigen Karosserie eigentlich ein Yaris mit Allradantrieb ist. Der Citroën C3 Picasso versucht mit französischem Charme und großem Laderaum zu beeindrucken, während der Kia Soul die Blicke mit seinem mutigen Kasten-Design auf sich zieht.

 

Karosserie

Die kantige Form von Soul und C3 Picasso sorgt natürlich für ein – gemessen an Kleinwagen-Standards – sehr beachtliches Platzangebot. Dabei genießen die Passagiere im Koreaner sowohl vorn als auch hinten die größte Raumfülle. Beim Kofferraumvolumen muss der Kia jedoch den Preis dafür zahlen, dass bei der Raumaufteilung mehr an die Fahrgäste als an das Gepäck gedacht wurde. Mit gerade einmal 222 Litern im Normzustand und 1140 Litern (Citroën 385 bis 1506 Liter) bei voller Beladung unterbietet der Soul sogar den deutlich kleineren Urban Cruiser, der immerhin ein Kofferraumvolumen von 305 bis maximal 1253 Litern bietet. Im Fahrgastraum kann der Japaner, der mit 3,93 Meer mit Abstand am kürzesten ausfällt, die fehlenden Zentimeter jedoch nicht so gut kaschieren. Geht das Raumangebot auf den Vordersitzen noch in Ordnung, so sitzen die Fondpassagiere schon sehr beengt.

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Weitere Punkte büßt der Urban Cruiser mit seiner nach hinten unübersichtlichen Karosserie sowie der mangelnden Variabilität ein. Hier schlägt die Stunde des Citroën, der mit zahlreichen durchdachten Details wie der ausgefeilten Fondsitzmechanik unterstreicht, dass bei der Entwicklung des Innenraums viel Hirnschmalz investiert wurde. Bei der Qualität der Materialien und der Liebe zum Detail sieht man ebenfalls, dass die Franzosen etwas mehr Augenmerk auf die Inneneinrichtung gelegt haben. In den beiden asiatischen Konkurrenten bestimmen dagegen ein wenig trostlose Hartplastiklandschaften das Bild.

KarosserieMax. PunkteCitroën C3 Picasso HDi 110 FAPKia Soul 1.6 CRDiToyota Urban Cruiser 1.4 D-4D
Raumangebot vorn100697161
Raumangebot hinten100556045
Übersichtlichkeit70505243
Bedienung/ Funktion100788073
Kofferraumvolumen100371524
Variabilität100503528
Zuladung/ Anhängelast80313124
Sicherheit150677471
Qualität/ Verarbeitung200134131131
Kapitelbewertung1000571549500

 

Fahrkomfort

In diesem Kapitel kann der C3 Picasso so richtig auftrumpfen. Die sensible Federung, der angenehme Geräuschkomfort und die gute Ergonomie lassen ihn fleißig Punkte sammeln, und sie sorgen dafür, dass der Spruch „Fahren wie Gott in Frankreich“ bei diesem Auto gar nicht so verkehrt ist. Im Gegensatz dazu muss der Kia Soul, der mit üppiger 18-Zoll-Bereifung – sie gehört zur teuren Spirit-Ausstattung – zum Test antrat, beim Federungskomfort viele Federn lassen. Leer wie beladen dringen Fahrbahnunebenheiten bei ihm am kräftigsten durch, zudem fällt er beim Überfahren von Kanaldeckeln mit lauten Poltergeräuschen unangenehm auf. Da passt es ins Bild, dass auch sein Motor akustisch vernehmbarer ist.

Der Toyota platziert sich sowohl beim Federungs- als auch beim Geräuschkomfort zwischen den Konkurrenten: Mit seiner ausgewogenen Fahrwerksabstimmung und dem niedrigen Innengeräusch-Pegel sortiert er sich hinter dem C3 Picasso ein.

FahrkomfortMax. PunkteCitroën C3 Picasso HDi 110 FAPKia Soul 1.6 CRDiToyota Urban Cruiser 1.4 D-4D
Sitzkomfort vorn150827880
Sitzkomfort hinten100525554
Ergonomie150120113110
Innengeräusche50332932
Geräuscheindruck100655563
Klimatisierung50302528
Federung leer200120102114
Federung beladen200117106112
Kapitelbewertung1000619563593

 

Motor und Getriebe

Dieselmotoren haben auch im Kleinwagensegment durchaus ihre Berechtigung – das zeigen einmal mehr die Triebwerke der drei Testkandidaten. Mit ihren niedrigen Verbrauchs- und üppigen Drehmomentwerten (205 bis 260 Nm) sind sie sparsam und dabei keineswegs spaßarm. Den Bestwert setzt hier der Urban Cruiser mit 5,5 Liter Diesel auf 100 km. Der Citroën und der Kia verbrauchen je 0,7 Liter mehr.

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Bei den Fahrleistungen kann der 128 PS starke Kia sein Leistungsplus in etwas bessere Beschleunigungswerte ummünzen. Der 109 PS starke C3 Picasso bleibt jedoch in Reichweite. Er kann den Soul bei der Elastizitätsmessung sogar hinter sich lassen, da der PSASelbstzünder bereits bei niedrigen Drehzahlen kräftig antritt. Dass der Urban Cruiser mit seinem 90-PS-Diesel gegenüber seinen Konkurrenten das Nachsehen hat, liegt neben der Minderleistung vor allem an der ausgeprägten Anfahrschwäche, die zusammen mit der langen Getriebeübersetzung für die schwachen Elastizitätswerte verantwortlich ist. Wer mit dem kleinen Japaner also flott unterwegs sein will, muss zum Schalthebel greifen, der auf kurzen Wegen durch das knackig zu schaltende Getriebe flutscht.

Motor und GetriebeMax. PunkteCitroën C3 Picasso HDi 110 FAPKia Soul 1.6 CRDiToyota Urban Cruiser 1.4 D-4D
Beschleunigung150939986
Elastizität100767258
Höchstgeschwindigkeit150404034
Getriebeabstufung100728078
Kraftentfaltung50353325
Laufkultur100655863
Verbrauch325264264277
Reichweite25151414
Kapitelbewertung1000660660635

 

Fahrdynamik

Klar, keiner erwartet von Autos dieses Kalibers fahrdynamische Großtaten. Umso schöner, wenn sie es dennoch einigermaßen drauf haben. Hier setzt sich der Kia Soul vorzüglich in Szene. Mit seinen stämmigen Breitreifen und der straffen Federung ist er gefühlt und auf der Stoppuhr immer eine Spur schneller unterwegs als der C3 Picasso oder gar der Urban Cruiser. Vor allem der Toyota enttäuscht. Mit seinem rigoros einschreitenden VSC (ESP) und dem nur müde antretenden Motor muss er sogar den Picasso ziehen lassen.

Beachtlich sind die Bremsleistungen der drei Prüflinge: Bremswege aus Tempo 100 zwischen 36,6 Metern (Kia, kalt) und 38 Metern (Citroën, warm) waren in diesem Segment bis vor Kurzem undenkbar. Dass der Toyota dennoch dieses Kapitel gewinnt, liegt vor allem an der mustergültigen Fahrsicherheit und der Traktion des Allradantriebs. Selbst mutwillig lässt er sich kaum in wirklich kritische Situationen bringen

FahrdynamikMax. PunkteCitroën C3 Picasso HDi 110 FAPKia Soul 1.6 CRDiToyota Urban Cruiser 1.4 D-4D
Handling150394729
Slalom100626251
Lenkung100524855
Geradeauslauf50323035
Bremsdosierung30181717
Bremsweg kalt150778482
Bremsweg warm150717277
Traktion100353370
Fahrsicherheit150101105130
Wendekreis2014138
Kapitelbewertung1000501511554

 

Umwelt und Kosten

Der niedrige Grundpreis und die ordentliche Ausstattung sprechen auf den ersten Blick für den Kia Soul. Doch wer sich die Aufpreisliste ansieht, entdeckt schnell, dass Extrawünsche kaum erfüllbar sind. Und wenn, dann sind sie in teure Pakete zusammengefasst. Dass es zudem die wirklich sinnvollen Sicht- und Sicherheits-Pakete nicht für den Diesel-Soul gibt, bleibt unverständlich. Dagegen büßt der Picasso in der AZ-Normausstattung viele Punkte ein, weil es Alus nur im teuren Exclusive-Paket gibt. Dafür hat er eine gut bestückte Optionsliste. Teurer als die beiden Konkurrenten ist der Toyota, er kann nur mit den niedrigsten Kraftstoffkosten und den saubersten Emissionen glänzen. So gewinnt der Kia das Kostenkapitel, auch wegen der umfangreichen Garantieleistungen.

Kosten/UmweltMax. PunkteCitroën C3 Picasso HDi 110 FAPKia Soul 1.6 CRDiToyota Urban Cruiser 1.4 D-4D
Bewerteter Preis675257267233
Wertverlust50262824
Ausstattung2502121
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50283729
Werkstattkosten20161415
Steuer10888
Versicherung40353235
Kraftstoff55434345
Emissionswerte25838586
Kapitelbewertung1000496535496

 

Fazit

Es geht doch! Oft haben wir bei Autos aus unserem westlichen Nachbarland den früher selbstverständlichen intelligenten Pfiff vermisst, der Citroën C3 Picasso hat ihn. Er überzeugt mit hohem Nutzwert, kultiviertem Antrieb und gediegenem Komfort. Da bleiben für den Kia Soul und den Toyota Urban Cruiser nur die Plätze zwei und drei. Dem Kia fehlt es an Ausgewogenheit. Seine Federung ist ruppig, der Motor ein Raubein und der Laderaum nicht so üppig, wie es die kastige Form verspricht. Der Toyota Urban Cruiser schließlich leidet unter dem knapp bemessenen Innenraum und dem zwar sehr sparsamen und sehr leisen, aber auch sehr müden Motor. Nur ein Allradantrieb reicht eben nicht.

Gesamtbewertung

Max. PunkteCitroën C3 Picasso HDi 110 FAPKia Soul 1.6 CRDiToyota Urban Cruiser 1.4 D-4D
Summe5000284728182778
Platzierung123

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