Diesel-SUV: Santa Fe vs. Captiva im Vergleichstest Gute Mixtur

28.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Der Chevrolet Captiva und der Hyundai Santa Fe kombinieren die Vielseitigkeit eines Vans mit der Geländegängigkeit eines modernen Allradlers, ohne den Familien-Etat deshalb über Gebühr zu belasten. Im Test die siebensitzigen Diesel-Versionen mit Partikelfilter

Die Kandidaten sollen alles auf einmal können: Sie sollen für ansehnliche Fahrleistungen bei geringem Verbrauch sorgen, bis zu sieben Personen oder möglichst viel Gepäck transportieren – und das sogar abseits befestigter Wege oder zumindest auf rutschigem Untergrund. Zusätzlich sollen sie sich als Zugfahrzeuge eignen und zu sozialverträglichen Prei-sen zu haben sein. Allzugroß ist die Auswahl angesichts dieser Anforderungen nicht mehr, doch hier bieten sich gleich zwei koreanische Modelle an: der Chevrolet Captiva und der Hyundai Santa Fe, die sich in diesem Test miteinander messen. Der Chevrolet Captiva 2.0 mit 150 PS starkem Diesel startet zu Preisen ab 29390 Euro. Für die siebensitzige Version werden allerdings mindestens 32790 Euro fällig. Der Hyundai Santa Fe 2.2 CRDi leistet 155 PS und steht ab 31790 Euro in der Preisliste – allerdings nur mit Frontantrieb. Samt Allradtechnik und mit siebenfacher Bestuhlung addiert sich der Preis auf 35920 Euro. Und was bekommt der Kunde dafür?

 

Karosserie

Zunächst einmal eine ganze Menge Raum. Sowohl im Chevrolet als auch im Hyundai finden bis zu sieben Erwachsene Platz, ohne sich eingepfercht zu fühlen. Selbst die im Kofferraumboden versenkbaren Zusatzpolster der dritten Reihe offerieren genug Bewegungsfreiheit. Ab 1,80 Meter Körperlänge stoßen die Hyundai-Passagiere in der dritten Reihe jedoch ans Dach. Dafür bietet der Santa Fe auf den vorderen beiden Reihen mehr Innenbreite als der Captiva. Bloß der Fahrer hat davon wenig, weil ihn die tief im Fußraum liegende Pedalerie dichter als nötig hinters Lenkrad zwingt und die hohe Sitzposition ihn nah ans Dach rückt. Als Gepäcktransporter ist der Hyundai jedoch eindeutig im Vorteil: 528 bis 1582 Liter gegenüber 465 bis 1490 Liter Stauvolumen sowie eine etwas höhere Zuladung und eine um 200 Kilo höhere Anhängelast sprechen für ihn. Die Klappmechanismen der Sitze beider Autos funktionieren tadellos und erlauben den Umbau vom Siebensitzer zum völlig ebenen Ladeprofi mit wenigen Handgriffen. Die separat öffnende Heckscheibe des Captiva ist ein nettes Detail, das jedoch im Praxiseinsatz nur von untergeordneter Bedeutung ist. Wichtiger ist die Sicherheitsausstattung, bei der die Wettbewerber nur in Kleinigkeiten voneinander abweichen. Wesentliche Details wie sechs Airbags, Bremsassistent und ESP sind jeweils serienmäßig an Bord. Der Hyundai hat zudem Nebelscheinwerfer und aktive Kopfstützen inklusive, während der Chevrolet mit optionalen Licht- und Regensensoren sowie einem automatisch abblendbaren Innenspiegel und einer serienmäßigen Bergabfahrhilfe punktet. Letztere nutzt nicht nur im Offroad-Einsatz, sondern – viel öfter – auch auf verschneiten Straßen. Deutliche Unterschiede ergeben sich jedoch hinsichtlich der Verarbeitungsgüte: Während der Santa Fe sehr solide wirkt und mit hochwertig anmutenden Materialien glänzt, zeigt der Captiva zu viel Plastik-Look und nervt mit Rappel- und Quietschgeräuschen auf schlechten Wegstrecken.

KarosserieMax. PunkteHyundai Santa Fe 2.2 CRDiChevrolet Captiva 2.0
Raumangebot vorn1007474
Raumangebot hinten1007352
Übersichtlichkeit705284
Bedienung/ Funktion1008746
Kofferraumvolumen1005547
Variabilität1004654
Zuladung/ Anhängelast805766
Sicherheit15064148
Qualität/ Verarbeitung200166148
Kapitelbewertung1000674719

 

Fahrkomfort

Genau dort spielt der Hyundai seine größte Stärke aus: Komfort. Das Fahrwerk des Santa Fe gleicht Bodenunebenheiten geschmeidig aus und steckt Fugen, Löcher und Wellen gleichermaßen gekonnt weg. Zudem gefallen die bequemen Sitze und das niedrige Geräuschniveau. Der Chevrolet, ein technischer Zwilling des Opel Antara, geht da ruppiger zu Werke. Sein Motor läuft lauter und vibriert spürbar, die Sitzpolster sind zu hart, und die Federung verdaut besonders Querfugen und grobe Bodenwellen nur mit Mühe. Außerdem nervt die penetrante Zugluft, die den seitlichen Defrosterdüsen zwangsläufig entströmt, sofern die Lüftung nicht ganz abgeschaltet ist

FahrkomfortMax. PunkteHyundai Santa Fe 2.2 CRDiChevrolet Captiva 2.0
Sitzkomfort vorn1509187
Sitzkomfort hinten1008679
Ergonomie150130125
Innengeräusche502722
Geräuscheindruck1007261
Klimatisierung503726
Federung leer200135124
Federung beladen200132119
Kapitelbewertung1000710643

 

Motor und Getriebe

Seine etwas ungehobelten Manieren verzeiht man dem Zweiliter-Diesel im Chevrolet jedoch leicht, wenn man bedenkt, wie lebendig er ab 2000 Touren zur Sache geht. Obwohl er fünf PS und 23 Nm weniger aufbietet, ermöglicht er die besseren Fahrleistungen – bei einem um 0,2 Liter günstigeren Verbrauch. Bei freier (und leicht abschüssiger) Autobahn schwingt sich der Captiva sogar zu einer Höchstgeschwindigkeit von 204 km/h laut Tacho auf. Mehr geht aber wirklich nicht, weil dann bereits 4750 Umdrehungen anliegen und der Drehzahlbegrenzer schützend eingreift. Als Wermutstropfen bleiben jedoch eine Anfahrschwäche sowie eine wenig exakt geführte Schaltung mit nur fünf Gängen. Doch auch der Hyundai muss sich mit einem knochigen Fünfganggetriebe begnügen. Eine merkliche Anfahrschwäche zeigt er aber nicht, und die Leistungsentfaltung erfolgt insgesamt gleichmäßiger. Allerdings wirkt der 2,2 Liter große Diesel stets etwas angestrengt und erreicht nicht ganz die Fahrleistungen seines Konkurrenten. Der um zehn Liter größere Tank ermöglicht dem Santa Fe aber einen größeren Aktionsradius. Mit seinem vibrationsarmen Lauf empfiehlt sich der CRDi-Motor zudem deutlich eher für empfindliche Naturen als der kernig-kräftige Diesel im Captiva.

Motor und GetriebeMax. PunkteHyundai Santa Fe 2.2 CRDiChevrolet Captiva 2.0
Beschleunigung150116124
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1504956
Getriebeabstufung1006862
Kraftentfaltung502925
Laufkultur1006964
Verbrauch325171174
Reichweite251513
Kapitelbewertung1000517518

 

Fahrdynamik

Naturgemäß überzeugen die beiden Kandidaten nicht mit sportlichen Eigenschaften, wohl aber mit ihrem sicheren Fahrverhalten. Besonders der Chevrolet Captiva begeistert mit problemlosen Reaktionen, die selbst grobe Fahrfehler verzeihen. Allerdings operiert seine Lenkung ungenau und vermittelt wenig Fahrbahnkontakt. Darunter leidet auch der Geradeauslauf. Dank des permanenten Allradantriebs offeriert er aber eine tadellose Traktion. Der Hyundai Santa Fe schaltet den Hinterradantrieb nur bei Bedarf zu, was der Fahrer beim Herausbeschleunigen aus engen Ecken in Form eines Rucks deutlich zu spüren bekommt. Außerdem neigt der Wagen stärker zum Übersteuern, was jedoch vom serienmäßigen ESP sicher pariert wird. Die Bremsen packen besser und gleichmäßiger zu als die des Captiva, und die Lenkung des Santa Fe arbeitet merklich präziser.

FahrdynamikMax. PunkteHyundai Santa Fe 2.2 CRDiChevrolet Captiva 2.0
Handling1502024
Slalom1002329
Lenkung1007061
Geradeauslauf503935
Bremsdosierung301815
Bremsweg kalt1506856
Bremsweg warm1507056
Traktion1007577
Fahrsicherheit150126130
Wendekreis2095
Kapitelbewertung1000518488

 

Umwelt und Kosten

Der Basispreis des Captiva unterbietet den des Santa Fe um 5000 Euro. Dieser Unterschied schmilzt zwar auf 3130 Euro zusammen, wenn man beide Autos mit sieben Sitzen ordert, spricht aber immer noch klar für den Chevrolet. Während der Chevy ab Werk einen Partikelfilter hat, stattet der deutsche Hyundai-Importeur die handgeschalteten Neuwagen kostenlos mit einem Filter-Nachrüstkit aus – allerdings erst ab September.

Kosten/UmweltMax. PunkteHyundai Santa Fe 2.2 CRDiChevrolet Captiva 2.0
Bewerteter Preis675166190
Wertverlust501920
Ausstattung251820
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502222
Werkstattkosten201311
Steuer1077
Versicherung403130
Kraftstoff553839
Emissionswerte254467
Kapitelbewertung1000358406

 

Fazit

Wer ein praktisch veranlagtes SUV mit Platz für bis zu sieben Personen sucht, ist mit beiden Fahrzeugen gut bedient. Der Hyundai Santa Fe gewinnt diesen Vergleich in erster Linie wegen seines deutlich besseren Komforts. Doch der Chevrolet Captiva hält seinerseits mit einem munteren Antrieb und sicheren Fahreigenschaften dagegen. Seine gefühllose Lenkung, viel sichtbares Plastik und die zugige Belüftung trüben ein dauerhaftes Fahrvergnügen jedoch empfindlich. An seiner vielseitigen Veranlagung ändert dies allerdings nichts.

Gesamtbewertung

Max. PunkteHyundai Santa Fe 2.2 CRDiChevrolet Captiva 2.0
Summe500027772774
Platzierung12

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