Vergleichstest Diesel-Limousinen Prestige-Frage AZ 20/2008 Audi A6 2.0 TDIe gegen Skoda Superb 2.0 TDI Prestige-Frage

18.10.2008
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit aufgefrischtem Make-up und neuen inneren Werten startet der Audi A6 durch. Als 2.0 TDI e kombiniert er Image und Luxus der Oberklasse mit geringem Verbrauch. Doch tut es der billigere und stärkere Skoda Superb 2.0 TDI nicht ebenso gut oder gar besser?


Da weiß man, was man hat – und zeigt es auch. Gründe, sich für die Oberklasse zu entscheiden, gibt es viele. Design, Qualität und Sicherheit gehören ebenso dazu wie das Image. Wer etwa Audi A6 kauft, muss dem Nachbarn nichts erklären.

Nun erfuhr der A6 eine kleine Modellpflege. Dank einigen Designretuschen samt optionalem LED-Tagfahrlicht, neuen Motoren, erweiterter Multimedia- und Sicherheitselektronik sowie verbessertem Komfort soll er so attraktiv sein wie nie zuvor.

So sparsam wie nie soll er auch sein – vor allem der neue Einsteiger-Diesel 2.0 TDI e mit einer bedarfsgerecht betriebenen Servopumpe der Lenkung, in Beschleunigungsphasen abgekoppelter Lichtmaschine und länger übersetzten Gängen fünf und sechs.

Ketzerische Frage vieler, die 35100 Euro Grundpreis für happig halten:Was kann dieser Audi besser als der Skoda Superb, der bekanntlich mehr als genügend Platz bietet, auch sonst nichts anbrennen lässt und mit Preisen aufwartet, als habe es die letzen Jahre keine Inflation gegeben?

Selbst mit dem Top-Diesel, dem 170-PS-Zweiliter, kostet der Superb rund 8000 Euro weniger als der 136 PS starke A6. Das reicht für einen unbeschwerten Bummel durch die Sonderausstattungs-Abteilung nach dem Motto „Einmal Superb mit allem bitte“ oder einen kleinen gebrauchten Zweitwagen. Also doch gar nicht so ketzerisch, die Frage. Oder?

 

Karosserie

Taxifahrer und all jene, deren Kinder im Basketball-Verein alle Mitspieler um Haupteslänge überragen, werden im Audi keine Alternative zum Skoda sehen. Denn der Superb wartet im Fond mit einer Raumfülle auf, die sprachlos macht.

Doch auch im Audi reicht der Beinraum gut für erwachsene Mitfahrer. Die sind dank spürbar mehr Innenbreite auch eher gewillt, einen Dritten in die Mitte zu nehmen. Durch die große Heckklappe, die sich jedoch nur umständlich öffnen lässt, ist der Skoda allerdings leichter zu beladen und hat bei geklappten Rücksitzen auch mehr Potenzial für kleinere Möbeltransporte als der Audi.

Doch was Übersichtlichkeit und Rundumsicht angeht, punktet der Premium-Ingolstädter dank schmalerer Dachsäulen. Er rechtfertigt seinen Preis auch durch die nochmals bessere Verarbeitung und zeigt Kompetenz im Bereich der Sicherheit: Seit der Modellpflege gibt es gegen Aufpreis Totwinkel-Warnung und Spurhalteassistenz.

KarosserieMax. PunkteAudi A6 2.0 TDI eSkoda Superb 2.0 TDI
Raumangebot vorn1008881
Raumangebot hinten1008494
Übersichtlichkeit703935
Bedienung/ Funktion1008685
Kofferraumvolumen1004656
Variabilität1001025
Zuladung/ Anhängelast803739
Sicherheit15010095
Qualität/ Verarbeitung200189180
Kapitelbewertung1000679690

 

Fahrkomfort

Beim Fahrwerks-Layout hat Audi mehr Aufwand getrieben als Skoda. Das zahlt sich in erheblich geringeren Fahrwerksgeräuschen – etwa beim Passieren kleiner Fugen oder Teerflicken – aus, die einhergehen mit sehr gut gedämmten Motor- und Windgeräuschen. Nicht erst bei hohem Tempo ist man in diesem Audi, der den Skoda auch beim Federungskomfort aussticht, eine Klasse leiser unterwegs.

Die nur im Topmodell Superb Elegance verbauten Komfortsitze sind zwar ansprechend gepolstert und gut geformt, doch die Sportsitze des A6-Testwagens (605 Euro) bieten noch einmal mehr Körperunterstützung bei besserer Seitenführung. Und da Audi im Zuge der Modellpflege der Rücksitzbank eine neue Polsterung spendiert hat, dürften auch von hier keine Klagen mehr kommen.

FahrkomfortMax. PunkteAudi A6 2.0 TDI eSkoda Superb 2.0 TDI
Sitzkomfort vorn150130123
Sitzkomfort hinten1008385
Ergonomie150110110
Innengeräusche503933
Geräuscheindruck1007975
Klimatisierung504134
Federung leer200135128
Federung beladen200137133
Kapitelbewertung1000754721

 

Motor und Getriebe

Über eine Sekunde schneller auf 100 km/h, mehr Druck im Zwischenspurt – bei den Messfahrten liegt der Skoda vorn. Und das aus 34 Mehr-PS resultierende Plus an Temperament gibt’s zum Nulltarif.
Mit 6,4 Litern brauchte der Superb auf 100 Kilometer 0,1 Liter weniger als der etwas schwerere A6 2.0 TDI e. Doch Leistungsmangel verspürt dessen Fahrer nicht, ganz im Gegenteil: Trotz der länger übersetzten oberen Gänge lässt er sich schaltfaul und gelassen bewegen, erfreut mit einer ausgesprochen exakt-leichtgängigen Schaltung, feinen Reaktionen aufs Gas und besten Manieren.

Wer den Empfehlungen der serienmäßigen Schaltanzeige folgt und sich von der Alltagshektik nicht hetzen lässt, kann sehr gut Verbräuche von unter sechs Litern realisieren – und findet im anderen Extrem die alte Weisheit bestätigt, dass lang übersetzte Diesel oft nur einen Tick Rückenwind benötigen, um zu ungeahnter Form aufzulaufen: Unser A6-Testwagen zauberte jedenfalls nicht nur einmal 244 km/h auf den Tacho.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi A6 2.0 TDI eSkoda Superb 2.0 TDI
Beschleunigung150132143
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1508192
Getriebeabstufung1008480
Kraftentfaltung503533
Laufkultur1006764
Verbrauch325206208
Reichweite252218
Kapitelbewertung1000627638

 

Fahrdynamik

Trotz der Minderleistung von 34 PS klebt der A6 dem Superb auf der Handlingstrecke am Heck und sticht ihn beim Slalom sogar aus: Die bessere Traktion, die noch präzisere Lenkung und eine bestechende Beherrschbarkeit im Grenzbereich gleichen das Leistungsmanko also weitgehend aus und zeigen: Dieses Fahrwerk bringen 136 PS nicht an seine Grenzen, da müssen schon stärkere Motoren her.

Den Sieg sichert sich der Audi, der trotz seiner großen Karosserie wunderbar leicht in der Hand liegt und in Kurven auf gefühltes Kompaktklasse-Format schrumpft, indes bei den Bremsweg-Messungen: Bei kalter Bremse steht er aus 100 km/h exakt zwei Meter früher als der Superb (35,5 zu 37,5 Meter), bei heißer Bremse immerhin noch 1,5 Meter eher (35,8 zu 37,3 Meter).

FahrdynamikMax. PunkteAudi A6 2.0 TDI eSkoda Superb 2.0 TDI
Handling1506062
Slalom1006059
Lenkung1008481
Geradeauslauf504642
Bremsdosierung301818
Bremsweg kalt1509575
Bremsweg warm1509277
Traktion1004038
Fahrsicherheit150134130
Wendekreis20710
Kapitelbewertung1000636592

 

Umwelt und Kosten

Die Kraftstoffkosten sind hier wie da überschaubar: Zehn Euro für 100 Kilometer in großzügig dimensionierten Limousinen – mehr muss der Spaß nicht kosten.
Der A6 ist einen Tick billiger in der Versicherung, kostet dafür mehr in der Wartung. Einige Punkte hätte er wohl noch für die höhere Abgasqualität erhalten. Doch es liegen noch keine exakten Werte vor, so dass in diesem Kriterium keine Punkte vergeben wurden.

Das Ergebnis dieses Kapitels hätte er damit aber nicht auf den Kopf gestellt. Obwohl beide preiswert im Unterhalt sind, ist der Superb Kosten-König. Kein Wunder, denn zum niedrigeren Preis kommen 4000 Euro weniger Wertverlust.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi A6 2.0 TDI eSkoda Superb 2.0 TDI
Bewerteter Preis675163204
Wertverlust501822
Ausstattung251610
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502828
Werkstattkosten201516
Steuer1077
Versicherung403230
Kraftstoff554545
Emissionswerte2500
Kapitelbewertung1000324362

 

Fazit

Viel knapper konnte dieses konzerninterne Prestige-Duell nicht ausgehen. Ob der A6 den stolzen Mehrpreis rechtfertigt, muss jeder Kaufwillige für sich entscheiden. Denn der Superb ist in der Tat ein außergewöhnlich gutes Auto. Tatsache ist aber auch, dass der A6 in vielen Punkten, von denen nicht alle mess-, aber sehr wohl fühlbar sind, eben jenen Tick reifer erscheint, der schon nach einer kurzen Probefahrt den Ausschlag geben kann. Oberklasse, Sparmotor: Diese Kombination hatte schon immer was für sich.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi A6 2.0 TDI eSkoda Superb 2.0 TDI
Summe500030203003
Platzierung12

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