Vergleichstest Diesel-Limousinen Prestige-Duell

07.01.2009
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Unter den repräsentativen Reiselimousinen mit kräftigem Dieselmotor zählt der 170 PS starke Mercedes E 220 CDI zum Besten, was der Markt zu bieten hat. Nun schickt sich der neue Skoda Superb 2.0 TDI mit ebenfalls 170 PS an, ihm den Rang streitig zu machen: billiger, geräumiger, dynamischer – besser?

Eine E-Klasse von Mercedes ist im Oberklasse-Segment so etwas wie der VW Golf im Reich der Kompakten. An der Stufenhecklimousine mit dem traditionellen Stern auf der Haube führt scheinbar kaum ein Weg vorbei. Sie gilt als Referenz – nicht nur in puncto Komfort. Besonders seit der tief greifenden Modellpflege vor zwei Jahren erweist sich die Baureihe als eine ebenso ausgewogene wie durchdachte Konstruktion.

Kein leichter Gegner also für den Newcomer, den Skoda Superb, der die E-Klasse um zwei Zentimeter überragt. Aber: Hat er auch dasselbe Format? Zumindest das Styling des aktuellen Superb wirkt selbstbewusster und präsenter denn je. Es scheint nicht so, als würde sich der tschechische Spross aus dem VW-Konzern vor arrivierten Namen fürchten. Doch wie stehts um die inneren Werte? Im Test: E 220 CDI gegen Superb 2.0 TDI – beide mit 170 Diesel-PS.

 

Karosserie

So sehr sich die Außenabmessungen der beiden Rivalen ähneln, so sehr gleicht sich auch das Raumangebot auf den vorderen Plätzen. Dank breiterer Karosserie offeriert der Benz etwas mehr Ellenbogenfreiheit als der Skoda. Dafür engt die mächtige Dachkonsole in der E-Klasse das Raumgefühl ein, der Superb wirkt luftiger.

Beide Autos warten mit einem sehr weiten Einstellbereich der Vordersitze auf, so dass auch ausgesprochene Langbeiner problemlos eine bequeme Position finden. Auf der Rückbank hingegen zieht man mit der E-Klasse eindeutig den Kürzeren: Weil der Skoda mit Frontantrieb und quer installiertem Motor Bauraum spart, erfreuen sich die Passagiere im Superb einer konkurrenzlos großzügigen Beinfreiheit. Hier sprengt der Tscheche den Rahmen der Mittel- und Oberklasse.

Selbst ausgewiesene Luxusliner können nur in der Langversion mithalten. Auch das clever gestaltete Stummelheck birgt eine Überraschung: Der Kofferraumdeckel lässt sich über einen zweiten Entriegelungsschalter als Fließheck öffnen (TwinDoor) und gibt so den Zugang zum opulent bemessenen Laderaum (565 bis 1670 Liter) bei umgeklappten Sitzen frei. Im Mercedes-Heck verschwinden ebenfalls reichliche 540 Liter Gepäck. Die Rückbank lässt sich gegen Aufpreis (518 Euro) vorklappen.

Dass der Mercedes mit einer nahezu vollständigen Sicherheitsausstattung auftrumpfen kann, erwartet man beinahe. Doch der Skoda steht kaum nach: Presafe und Abstandsradar sind nicht im Angebot, aber dafür schützt der Superb den Fahrer mit einem Knie-Airbag und hat serienmäßig zwei Isofix-Aufnahmen im Fond, eine dritte (Beifahrersitz) ist Option.

KarosserieMax. PunkteSkoda Superb 2.0 TDIMercedes E 220 CDI
Raumangebot vorn1008180
Raumangebot hinten1009479
Übersichtlichkeit703539
Bedienung/ Funktion1008574
Kofferraumvolumen1005646
Variabilität1002510
Zuladung/ Anhängelast803933
Sicherheit15095109
Qualität/ Verarbeitung200180185
Kapitelbewertung1000690655

 

Fahrkomfort

Wirklich entspanntes Reisen setzt jedoch voraus, dass man auf bequemen Sitzen ruht. Im Superb-Testwagen mit Elegance-Ausstattung sitzen Fahrer und Beifahrer auf gut konturierten, etwas straff ausgepolsterten Möbeln, die aus dem Audi-Teileregal stammen. Im Mercedes räkelt man sich auf hauseigenen Polstern, die zwar weniger Seitenhalt aufbringen, aber auf langen Etappen mit perfekter Unterstützung im Gesäß- und Lendenbereich glänzen. Überdies geht es im Innenraum des Schwaben leiser zu, obwohl auch der Superb dank Common-Rail-Einspritzung mit verhaltener Lautstärke operiert.

Als überlegen entpuppt sich der Abrollkomfort des Mercedes: Er gleitet geschmeidig und schluckfreudig über Querfugen und Kanaldeckel, nimmt Pflasterpassagen klaglos und bügelt Wellen in der Fahrbahn gekonnt aus. Dagegen rollt der Skoda schlichtweg härter ab, ohne jedoch seine Insassen ungebührlich zu behelligen.

FahrkomfortMax. PunkteSkoda Superb 2.0 TDIMercedes E 220 CDI
Sitzkomfort vorn150123130
Sitzkomfort hinten1008575
Ergonomie150110112
Innengeräusche503339
Geräuscheindruck1007578
Klimatisierung503443
Federung leer200128140
Federung beladen200133144
Kapitelbewertung1000721761

 

Motor und Getriebe

Ungeachtet dessen, dass Vierzylinder-Diesel nur wenig Prestige bieten, erweisen sich beide Motoren als sehr harmonische Antriebe. Sie laufen dank Ausgleichswellen erstaunlich kultiviert und gefallen mit einer ausreichend spontanen, gleichmäßigen Leistungsentfaltung. Dabei wirkt der CDI eine Spur drehfreudiger als der TDI.

Außerdem legt sich die Mercedes-Maschine mit maximal 400 Nm Drehmoment ins Zeug, während der Skoda ein Maximum von 350 Nm aufbringt. Bei den Fahrleistungen liegen die zwei Probanden dicht auf: Aus dem Stand heraus tritt der E 220 flotter an, wird aber ab 140 km/h vom Superb überholt, bevor sich der Benz am Ende mit einer um fünf km/h höheren Endgeschwindigkeit durchsetzt. Deutlicher sind die Unterschiede im Verbrauch: Mit 6,4 Liter Diesel bleibt der Skoda exakt einen Liter unter dem Wert des Mercedes.

Auch bei den Getrieben verbucht der Tscheche einen Vorsprung. Seine Sechsgang-Box lässt sich knackig schalten, die Anschlüsse passen nahtlos. Die hakelige Schaltung in der E-Klasse operiert auf langen Wegen, und der Sprung zwischen zweitem und drittem Gang geriet etwas weit.

Motor und GetriebeMax. PunkteSkoda Superb 2.0 TDIMercedes E 220 CDI
Beschleunigung150143145
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1509297
Getriebeabstufung1008068
Kraftentfaltung503335
Laufkultur1006469
Verbrauch325208195
Reichweite251820
Kapitelbewertung1000638629

 

Fahrdynamik

Ein weiteres Manko der E-Klasse ist die Lenkung, die auch in der überarbeiteten Form nur eine mäßige Rückmeldung bietet und zu indirekt arbeitet. Enttäuschend schneidet zudem die wenig gefühlvolle Bremse ab, die warmgefahren 38,7 Meter zum Stoppen aus 100 km/h benötigt. Der Rivale steht bereits 1,4 Meter eher, hatte jedoch 17-Zoll-Räder montiert. Die wirken sich natürlich auch positiv auf den Slalom- und Handling-Test aus, wo der Superb seinem Gegner klar die Rückleuchten zeigt – zumal er selbst bei abgeschalteter Regelelektronik keine Zicken macht.

FahrdynamikMax. PunkteSkoda Superb 2.0 TDIMercedes E 220 CDI
Handling1506252
Slalom1005945
Lenkung1008175
Geradeauslauf504246
Bremsdosierung301815
Bremsweg kalt1507576
Bremsweg warm1507763
Traktion1003842
Fahrsicherheit150130120
Wendekreis201012
Kapitelbewertung1000592546

 

Umwelt und Kosten

Wer ganz emotionslos kalkuliert, sieht fast alle Vorteile auf Seiten des tschechischen Herausforderers: 13965 Euro weniger in der Anschaffung sowie ein um 9897 Euro geringerer Wertverlust lassen keine Zweifel aufkommen, wer das günstigere Angebot stellt.

Auch die Folgekosten sprechen samt und sonders für den Skoda. Lediglich bei der Serienausstattung kann sich der Mercedes besser in Szene setzen. Dafür entschädigt die E-Klasse nach wie vor mit einem Image-Mehrwert, der sich nur schwer in Euro und Cent beziffern lässt. Aber selbst in dieser Disziplin holt der Superb merklich auf.

Kosten/UmweltMax. PunkteSkoda Superb 2.0 TDIMercedes E 220 CDI
Bewerteter Preis675204141
Wertverlust502214
Ausstattung251015
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502827
Werkstattkosten201613
Steuer1077
Versicherung403026
Kraftstoff554543
Emissionswerte258579
Kapitelbewertung1000447365

 

Fazit

Alle Achtung. Der Skoda Superb der zweiten Generation ist ein rundum gelungenes Auto, das selbst Konkurrenten wie die etablierte Mercedes E-Klasse souverän im Griff hat. Dabei punktet der Tscheche nicht nur bei der Kosten-Bilanz, sondern sticht den Schwaben auch in den Kapiteln Karosserie, Motor/Getriebe und Fahrdynamik aus. Unerreicht ist indes der gediegene Fahrkomfort des Mercedes. Hinzu kommen seine bessere Verarbeitung, eine geballte Ladung Image und jenes schwer zu beschreibende gute Gefühl, einen Stern auf der Haube zu tragen.

Gesamtbewertung

Max. PunkteSkoda Superb 2.0 TDIMercedes E 220 CDI
Summe500030882956
Platzierung12

Tags:
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