Vergleich Subaru Impreza vs. Nissan Qashqai Winter-Spiele

Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Für Eis und Schnee kommt der neue Impreza von Allrad-Spezialist Subaru gerade recht. Die mittlerweile dritte Generation gibt es nur mit Fließheck, für Vortrieb sorgt traditionell ein Boxermotor. Wie schlägt sich der Neuling gegen den bewährten Nissan Qashqai?

Nissan und Subaru stehen in Deutschland unter Druck. Beide japanischen Marken zählen zu ihren Kunden vorwiegend Privatleute – und leiden mit schmerzhaften Zulassungsrückgängen unter deren momentaner Kaufzurückhaltung. Renault-Tochter Nissan verlor im Vergleich zum Vorjahr 17,6 Prozent seiner Kunden, bei Toyota-Partner Subaru sind es sogar 38, 6 Prozent. Hoffnungsträger bei Nissan ist der auch mit Allradantrieb angebotene Qashqai, der sich in diesem Jahr schon mehr als 9000mal verkauft hat. Subaru setzt auf den neuen Impreza, der mit Boxermotor und serienmäßig vier angetriebenen Rädern traditionell zu den meistgeorderten Modellen gehört. Wird er ähnlich erfolgreich wie es der Qashqai schon ist?

 

Karosserie

Gegenüber dem Vorgängermodell ist das Platzangebot im neuen Impreza spürbar gewachsen. Vier Erwachsene fühlen sich hier gut aufgehoben, und selbst längere Beine bereiten im Fond kein akutes Platzproblem. Noch etwas üppiger fällt das Raumgefühl im Qashqai aus.

Zwar lässt das im Nissan-Testwagen eingebaute Panorama-Glasdach (750 Euro extra bei Acenta-Ausstattung, Serie bei Tekna) für große Personen nur wenig Luft über dem Scheitel, doch dafür offeriert der komfortabler geschnittene Nissan-Innenraum seinen Passagieren spürbar mehr Bewegungsfreiheit. Auch wer Sperriges transportieren muss, lernt die Vorzüge des Nissan zu schätzen. Die Heckklappe gibt eine breite Öffnung frei, das Fassungsvermögen liegt bei guten 410 bis 1513 Liter (Subaru: 301 bis 1216 Liter). Der Impreza hält mit einer niedrigen Ladekante, topfebenem Boden sowie einer Zuladung von stolzen 511 Kilogramm dagegen (Qashqai: 460).

Die Sicherheitsausstattung ist bei beiden mit serienmäßigem ESP und Kopf-Airbags auf der Höhe der Zeit. Allerdings ist der längst obligatorische Bremsassistent für den Subaru überhaupt nicht lieferbar. Dieses Manko sorgt für kräftigen Punktabzug. Erkennbare Unterschiede gibt es auch beim Qualitätseindruck. Während die Verarbeitung hier wie dort keinen Anlass zu Kritik bietet, schmälert das billige Hartplastik-Interieur beim Impreza den positiven Gesamteindruck deutlich.

KarosserieMax. PunkteNissan Qashqai 2.0 4WDSubaru Impreza 2.0R
Raumangebot vorn1006967
Raumangebot hinten1006462
Übersichtlichkeit704446
Bedienung/ Funktion1008378
Kofferraumvolumen1004023
Variabilität1002823
Zuladung/ Anhängelast803237
Sicherheit1507261
Qualität/ Verarbeitung200175162
Kapitelbewertung1000607559

 

Fahrkomfort

Sowohl der Subaru als auch der Nissan überraschen mit einem erstaunlich hohen Fahrkomfort. Die Unterschiede sind marginal. So schluckt der Impreza Flicken und lange Wellen etwas geschmeidiger als der Qashqai, der wiederum kurze, harte Stöße wie Querfugen oder Kanaldeckel besser wegsteckt und sich akustisch stärker zurückhält. Das knurrige Klangbild des Subaru-Boxermotors und die höherfrequenten Abrollgeräusche können dagegen höchstens echten Rallye-Fans das Herz erwärmen. Dieses Manko gleicht der Impreza mit seinen passgenauen Integralsitzen (serienmäßig bei der Sport-Variante) aber wieder aus.

Die kleinen Vordersitze im Nissan stützen den Körper dagegen zu wenig ab. In der zweiten Reihe kehren sich die Vorteile um: Hier sorgt die tiefe Bank im Subaru für eine unbequeme Haltung der Insassen mit stark angewinkelten Knien. Beim Nissan gilt die Kritik der kurzen Sitzfläche. Sie unterstützt die Beine zu wenig.

FahrkomfortMax. PunkteNissan Qashqai 2.0 4WDSubaru Impreza 2.0R
Sitzkomfort vorn1508595
Sitzkomfort hinten1007469
Ergonomie150126110
Innengeräusche504432
Geräuscheindruck1007568
Klimatisierung502832
Federung leer200143140
Federung beladen200143143
Kapitelbewertung1000718689

 

Motor und Getriebe

Zwar kann der Zweiliter-Boxermotor des Impreza den Qashqai in den Beschleunigungsdisziplinen auf Distanz halten, doch grundsätzlich fehlt ihm der Biss. Der ebenfalls zwei Liter große Reihenmotor im Nissan hat mit 141 PS neun Pferdestärken weniger, spricht aber auf Gasbefehle spontaner an und zieht kräftiger durch. Dabei warten beide mit einem maximalen Drehmoment von 196 Newtonmeter auf. Der etwas raubeinige Subaru erreicht diesen Wert bei 3200 Umdrehungen, der kultivierte Nissan sogar erst bei 4800 Touren.

Soll es zügig vorangehen, muss man bei beiden Autos mindestens einen Gang herunterschalten – was mit dem Sechsganggetriebe im Qashqai leichter von der Hand geht, weil die Bedienung der recht knochigen Fünfgangschaltung im Impreza wenig Freude bereitet.

Vorteile hat der Subaru aber beim Anfahren am Berg oder auf rutschigem Untergrund: Nach traditioneller Art besitzt er ein Reduktionsgetriebe. Ebenfalls lobenswert: Mit einem Verbrauch von durchschnittlich exakt zehn Liter Super geht er mit dem Kraftstoff etwas sparsamer um als der Nissan, der sich einen halben Liter mehr gönnt. Wirklich bescheidenen Durst haben aber beide nicht.

Motor und GetriebeMax. PunkteNissan Qashqai 2.0 4WDSubaru Impreza 2.0R
Beschleunigung150138143
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1506063
Getriebeabstufung1008275
Kraftentfaltung501614
Laufkultur1007872
Verbrauch325156163
Reichweite251010
Kapitelbewertung1000540540

 

Fahrdynamik

Während beim Subaru permanent alle vier Räder angetrieben werden, wird der 4x4-Modus beim frontgetriebenen Nissan mittels Drehregler zugeschaltet. Natürlich sollen die beiden Soft-Offroader auf der Teststrecke keine Rennen gewinnen, doch lässt sich hier der physikalische Grenzbereich perfekt ausloten.

So gefallen die beiden Japaner sowohl auf dem Handling-Parcours als auch beim Slalom mit ihrem leichtfüßigen Fahrverhalten. Der Nissan überzeugt zudem mit seiner präzisen Lenkung, die mit einem guten Rückstellmoment aufwartet. Noch direkter agiert das leichtgängige Steuerrad im Subaru, das allerdings auch zu wenig Fahrbahnkontakt vermittelt.

Einigkeit herrscht dagegen beim Fahrverhalten. Mit eingeschaltetem ESP geben sich beide gutmütig untersteuernd. Die elektronischen Stabilitätsprogramme setzen im Grenzbereich feinfühlig ein und sind keine Bevormundung. Schaltet man den Schleuderschutz freilich ab, drängt das robuste Duo in schnellen Kurven unter Gaswegnahme mit dem Heck nach außen. Beim Nissan lässt sich das ESP aber nicht vollständig ein, sondern greift in Notsituationen regulierend eingreift. Der Subaru bietet dafür Verzögerungswerte auf Sportwagen-Niveau: Mit kalter wie mit warmer Bremse steht er aus Tempo 100 bereits nach sehr guten 35,4 Metern.

FahrdynamikMax. PunkteNissan Qashqai 2.0 4WDSubaru Impreza 2.0R
Handling1503941
Slalom1004846
Lenkung1007066
Geradeauslauf503836
Bremsdosierung302018
Bremsweg kalt1508296
Bremsweg warm1509096
Traktion1007580
Fahrsicherheit150120115
Wendekreis201311
Kapitelbewertung1000595605

 

Umwelt und Kosten

Mit seinem Einstiegspreis von 21990 Euro ist der Impreza 2.0R nicht nur 850 Euro günstiger als der Qashqai 2.0 4WD, sondern mit Klimaautomatik und Alu-Rädern auch besser ausgestattet. Die DAT-Profis prognostizieren dem Impreza zudem einen etwas geringeren Wertverlust.

Der Nissan kontert mit geringeren Werkstattkosten, weil der Subaru alle 15000 Kilometer zum Ölwechsel muss, und einer unbegrenzten Mobilitätsgarantie. Zu den weiteren Vorteilen des Qashqai zählen seine besseren Abgaswerte sowie die günstigere Versicherungseinstufung. Letztendlich reicht das – wenn auch nur knapp – zum Kapitelsieg

Kosten/UmweltMax. PunkteNissan Qashqai 2.0 4WDSubaru Impreza 2.0R
Bewerteter Preis675234241
Wertverlust502526
Ausstattung251821
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung503325
Werkstattkosten201614
Steuer1099
Versicherung403430
Kraftstoff553233
Emissionswerte258784
Kapitelbewertung1000488483

 

Fazit

Das Duell der beiden kompakten Allradmodelle gewinnt am Ende der Nissan, der drei von fünf Kapiteln für sich entscheidet. Der Qashqai setzt sich vor allem wegen seines reichhaltigeren Raumangebots für Mensch und Gepäck, dem kultivierten und leisen Motor sowie der besseren Sicherheitsausrüstung durch. Der etwas günstigere Subaru glänzt mit umfassender Ausstattung, kräftig verzögernden Bremsen und einem geringeren Verbrauch – obwohl beide keine Kostverächter sind. Der zähe Impreza-Boxermotor überzeugt dagegen nicht. Und warum dem Subaru der längst übliche Bremsassistent fehlt, bleibt ein Rätsel.

Gesamtbewertung

Max. PunkteNissan Qashqai 2.0 4WDSubaru Impreza 2.0R
Summe500029482876
Platzierung12

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