Vergleich Mittelklasse-Kombis Lust an der Last

25.04.2008
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Der Mazda6 Sport Kombi vereint Dynamik mit Eleganz und bietet mehr Platz als sein Vorgänger. So gestärkt will er der Konkurrenz Kunden abjagen. Doch auch Renault Laguna Grandtour, Ford Mondeo Turnier und VW Passat Variant haben viel zu bieten. Der Volkswagen geht mit brandneuem Common-Rail-Diesel an den Start

Früher war alles einfacher. Ein Kombi sollte vor allem eines können: möglichst viel Gepäck von A nach B transportieren. Das Design folgte dabei weniger ästhetischen als funktionalen Ansprüchen. Heute hat auf dem hart umkämpften Markt nur der Kombi eine Chance, der neben viel Platz und Variabilität auch ein gefälliges Design bieten kann. Beide Ansprüche soll der Mazda6 Sport Kombi vereinen, der Mitte April zu den Händlern rollt. Im ersten Vergleichstest muss sich der von einem 140 PS starken Zweiliter-Diesel beflügelte Novize gegen die Konkurrenz von Ford, Renault und VW beweisen. Dabei tritt der VW Passat Variant erstmals mit dem neuen 140 PS starken Common-Rail-Diesel an. Auch der Ford Mondeo Turnier schickt 140 PS an die Vorderräder, während der Laguna Grandtour mit 150 PS aufwartet.

 

Karosserie

Der Innenraum des Mondeo bietet ein reichhaltiges Platzangebot

Mit einer Außenlänge von 4,83 Metern ist der Ford seiner Klasse fast schon entwachsen. Die Passagiere freut es, denn das Platzangebot sowohl auf den vorderen Fauteuils als auch auf den Rücksitzen ist schlichtweg riesig. Neben der fürstlichen Kniefreiheit im Fond begeistert vor allem die große Bewegungsfreiheit im Innenraum des Kölners. Der Renault wirkt im direkten Vergleich spürbar enger – und das, obwohl der Franzose nach dem Mondeo mit dem zweitgrößten Radstand aufwartet. Dass es besser geht, beweisen Passat und Mazda6. Trotz 14 respektive zwölf Zentimeter geringeren Radstands als der Mondeo ist das Raumangebot auf allen Plätzen gut.
Für die Fahrt in den Familienurlaub scheint der Passat am besten gerüstet. Sein Kofferraum schluckt gut eine Reisetasche mehr als der des Ford. Dessen niedrige Ladekante erleichtert jedoch das Be- und Entladen. Bei umgeklappter Rückbank erobert sich allerdings der Mazda6 die Krone des Ladekönigs. Der Laguna ist auch hier das Schlusslicht. Im Mazda schützt eine durchdachte Gepäckraumabdeckung bei geöffneter Heckklappe die Passagiere vor Zugluft. Praktisch: Bei Nichtbedarf verschwindet sie platzsparend unter dem Kofferraum-Boden.
Sowohl der Mazda6 als auch der Renault Laguna sammeln mit ihrer besonders einfach umklappbaren Rückbank Pluspunkte. Mit nur einem Handgriff lassen sich hier wie dort die Rücksitze umlegen und geben eine ebene Ladefläche frei. Noch variabler ist der Passat. Für 86 Euro extra lässt sich auch die Rückenlehne des Beifahrersitzes umlegen, was für zusätzlichen Stauraum sorgt. Wer mit dem Laguna Grandtour auf Urlaubsreise geht, sollte sich im Rationieren üben. Denn die maximale Zuladung von lediglich 361 Kilogramm ist für einen Kombi enttäuschend. Mondeo und Passat vertragen fast 160 Kilogramm mehr.
Bei der Sicherheitsausstattung bietet der Mazda6 in diesem Vergleich insgesamt am wenigsten. Seitenairbags im Fond sind nicht einmal optional erhältlich – wie auch beim Ford. Die Erleuchtung im Dunkeln lässt sich Mazda zudem teuer bezahlen: Bi-Xenonlicht ist erst ab der Dynamic-Ausstattung erhältlich. Und diese kostet stattliche 4600 Euro Aufpreis. Ein bei einer Vollbremsung automatisch zuschaltender Warnblinker gehört bei der Konkurrenz von Ford, Renault und VW zur Serienausstattung. Mazda bietet diesen für den Sport Kombi überhaupt nicht an.
Somit entscheidet der VW Passat das erste Kapitel für sich. Neben einem automatischen Abstandsradar (1045 Euro) sind optional Seitenairbags hinten erhältlich (335 Euro). Auch im Laguna Grandtour schützen optional erhältliche Luftsäcke die Passagiere im Fond bei einem Unfall vor schweren Verletzungen. Diese kosten beim Franzosen 300 Euro extra.

KarosserieMax. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDIFord Mondeo Turnier 2.0 TDCiRenault Laguna Grandtour 2.0 dCiMazda 6 Sport Kombi 2.0 CD
Raumangebot vorn10079827980
Raumangebot hinten10076827576
Übersichtlichkeit7032323031
Bedienung/ Funktion10083827880
Kofferraumvolumen10065605256
Variabilität10046404040
Zuladung/ Anhängelast8040402630
Sicherheit15096948982
Qualität/ Verarbeitung200180176176176
Kapitelbewertung1000697688645651

 

Fahrkomfort

Das Fahrwerk des Mazda6 Sport Kombi ist von straffer Machart

Der Mazda erfordert Zugeständnisse beim Komfort. Kurz aufeinanderfolgende Fahrbahnunebenheiten führen zu einem stuckrigen Ansprechverhalten. Auch Querfugen und hochstehende Kanaldeckel nimmt der Japaner nicht so elegant wie der Ford und der VW, wobei der Kölner noch einen Hauch geschmeidiger anspricht als der Wolfsburger. Im Vergleich zum Mazda bietet der Renault zwar mehr Federweg, rollt aber auf Querfugen steifbeiniger ab. Mit maximaler Zuladung wendet sich das Blatt, da der Mazda6 im beladenen Zustand zum Durchschlagen neigt. Beim Sitzkomfort gefällt der Passat am besten, während das bequeme Mobiliar im Mazda mehr Seitenhalt gewährt als das des Ford. Mehr Abstützung wünscht man sich ebenfalls im Renault, zumal auch seine tief positionierte Rückbank zu wenig Schenkelauflage bietet.

FahrkomfortMax. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDIFord Mondeo Turnier 2.0 TDCiRenault Laguna Grandtour 2.0 dCiMazda 6 Sport Kombi 2.0 CD
Sitzkomfort vorn15098959197
Sitzkomfort hinten10066686264
Ergonomie150121112115118
Innengeräusche5043384040
Geräuscheindruck10073747471
Klimatisierung5035403435
Federung leer200137140126128
Federung beladen200138143120118
Kapitelbewertung1000711710662671

 

Motor und Getriebe

Das raue Pumpe-Düse-Zeitalter gehört bei VW der Vergangenheit an

Das knurrige Pumpe-Düse-Nageln hat ein Ende: VW hat den Passat 2.0 TDI auf Common-Rail-Einspritztechnik umgerüstet. Gleichzeitig wurde das Verdichtungsverhältnis gesenkt. Das Resultat: Der 140 PS starke Selbstzünder arbeitet sehr kultiviert und scheut keine hohen Drehzahlen. Zwar legt das neue Aggregat nicht mehr so brachial los wie der alte Antrieb, dafür entfaltet es seine Kraft wesentlich gleichmäßiger. Noch elastischer gibt sich der Laguna. Sein flüsterleiser 150-PS-dCi beeindruckt mit vibrationsarmer Laufruhe und einem lebendigen Ansprechverhalten.
Beim Mondeo sorgt eine kurzzeitige Overboost-Funktion, die das maximale Drehmoment von 320 auf 340 Nm anhebt, für flotte Überholmanöver. Doch kann auch der 140 PS starke Ford den Franzosen beim Sprint auf 100 km/h nicht schlagen. Gleiches gilt für den Mazda6, der subjektiv recht unauffällig agiert, aber bei den objektiven Messungen mit der Konkurrenz auf Augenhöhe liegt. Schön ist sein knackiges Sechsganggetriebe, das genauso gut gefällt wie das des Mondeo. Für einen günstigeren Verbrauch wurde die Leistung des Mazda-Turbodiesels von 143 PS auf 140 PS reduziert. Gleichzeitig sank das maximale Drehmoment von 360 auf 330 Nm. Mit einem Testverbrauch von 7,5 Litern liegt der Mazda gleichauf mit dem Ford und dem Renault. Sparsamer ist der VW, der nur 6,8 Liter nimmt und den Franzosen in der Antriebswertung damit knapp hinter sich lässt.

Motor und GetriebeMax. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDIFord Mondeo Turnier 2.0 TDCiRenault Laguna Grandtour 2.0 dCiMazda 6 Sport Kombi 2.0 CD
Beschleunigung150135133138134
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit15076757868
Getriebeabstufung10080827582
Kraftentfaltung5032303428
Laufkultur10065646861
Verbrauch325203194194194
Reichweite2521181716
Kapitelbewertung1000612596604583

 

Fahrdynamik

An Agilität mangelt es keinem – das Feld liegt dicht beieinander

Auf dem Handlingkurs muss der Mazda-Kombi beweisen, ob er den Zusatz Sport zu Recht trägt. Der straffe Japaner zeigt eine geringe Untersteuertendenz und durcheilt die Slalomgasse am schnellsten. Seine elektrische Servolenkung arbeitet exakt, könnte aber mehr Fahrbahnkontakt vermitteln. Das gutmütige Fahrverhalten ändert sich, sobald man das DSC (ESP) abschaltet. Dann kontert der Japaner bei schnellen Richtungswechseln auch schon mal mit dem Heck.
Diese Eigenschaft ist dem handlichen Ford völlig fremd, der sich sehr präzise dirigieren lässt und mit kalter Bremsanlage aus 100 km/h bereits nach 36,3 Metern steht. Kaum schlechter verzögert der Renault, der mit warmer Bremse sogar nur 35,8 Meter bis zum Stillstand benötigt und nicht minder agil ums Eck geht. Selbst sein nicht abschaltbares ESP hindert ihn nicht daran, auf der Handlingstrecke die Konkurrenz zu distanzieren, da es von hoher Regelgüte ist. Nur die um die Mittellage etwas träge ansprechende Lenkung missfällt. Den VW kann selbst ein abgeschalteter Anti-Schleuder-Schutz nicht aus der Ruhe bringen. Narrensicher umrundet er den Kurs und gefällt mit seiner mitteilsamen Lenkung, die spürbar zielgenauer anspricht als das Renault-Pendant.

FahrdynamikMax. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDIFord Mondeo Turnier 2.0 TDCiRenault Laguna Grandtour 2.0 dCiMazda 6 Sport Kombi 2.0 CD
Handling15045454544
Slalom10047454549
Lenkung10069866476
Geradeauslauf5043424041
Bremsdosierung3016181617
Bremsweg kalt15083878474
Bremsweg warm15082869276
Traktion10043414340
Fahrsicherheit150125120123110
Wendekreis2010696
Kapitelbewertung1000563576561533

 

Umwelt und Kosten

Der preiswerte Mazda6 Sport Kombi schneidet am besten ab

Mit einem Grundpreis von nur 25400 Euro fährt der nahezu komplett ausgestattete Mazda im Kosten-Kapitel auf den ersten Platz. Auch beim nominellen Wertverlust schneidet er am besten ab. Obendrein geben die Japaner – zusammen mit Renault – das umfassendere Garantieversprechen ab. Hier schneidet der Ford (zwei Jahre Mobilität) am schlechtesten ab. Positiv sieht die Kostenbilanz für den Renault aus. Doch selbst er kann den Mazda am verdienten Kapitelsieg nicht hindern – unter anderem wegen den hohen Werkstattkosten. Für den VW sprechen seine niedrigen Wartungspreise, die sauberen Abgaswerte und der geringe Verbrauch.

Kosten/UmweltMax. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDIFord Mondeo Turnier 2.0 TDCiRenault Laguna Grandtour 2.0 dCiMazda 6 Sport Kombi 2.0 CD
Bewerteter Preis675194197207215
Wertverlust5023222324
Ausstattung251041221
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung5028183333
Werkstattkosten2016131215
Steuer107777
Versicherung4032322932
Kraftstoff5544434343
Emissionswerte2587818386
Kapitelbewertung1000441417449476

 

Fazit

Der VW Passat Variant gewinnt diesen Vergleichstest. Der Wolfsburger glänzt neben guten Allround-Eigenschaften nun auch mit einem kultivierten Common-Rail-Diesel. Knapp dahinter landet der geräumige und fahraktive Ford Mondeo Turnier, der zudem mit einem angenehmen Federungskomfort aufwartet. Auf Rang drei landet der agile und kraftvolle Renault Laguna Grandtour. Weniger schön sind sein knappes Platzangebot und der eingeschränkte Komfort. Letzter wird der kostengünstige Mazda6 Sport Kombi, der zwar viel Platz fürs Gepäck bietet, aber sonst keine Maßstäbe im Kombisegment setzt.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVW Passat Variant 2.0 TDIFord Mondeo Turnier 2.0 TDCiRenault Laguna Grandtour 2.0 dCiMazda 6 Sport Kombi 2.0 CD
Summe50003024298729212914
Platzierung1234

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