Vergleich Mittelklasse Audi A4 3.2 vs. BMW 330i und Mercedes C350 Enges Rennen

10.03.2008
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Audi hat mit Einführung der neuen A4-Baureihe alle Register gezogen, um die Konkurrenz hinter sich zu lassen – mit Erfolg. Zwei Vergleichstests hat der A4 bereits gewonnen. Nun muss er sich in Gestalt des A4 3.2 FSI quattro gegen BMW 330i und Mercedes C 350 behaupten

Audis neuer A4 entwickelt sich zum Star der Mittelklasse. Sowohl der A4 2.0 TDI als auch der A4 1.8 TFSI konnten sich bereits beim ersten Schlagabtausch gegen die versammelte Konkurrenz durchsetzen. Insbesondere die prestigeträchtigen Vergleiche gegen die deutschen Premium-Hersteller Mercedes und BMW bringen den neuen A4 mit Nachdruck auf die Erfolgsspur. Die Luft an der Spitze ist allerdings dünn.

Die Top-Produkte liegen so dicht beisammen, dass die jeweilige Motor-/Getriebe-Kombination über Sieg oder Niederlage in einem Vergleichstest entscheiden kann. In diesem Vergleich muss jetzt der derzeit stärkste A4, der 3.2 FSI, den es nur in der quattro-Ausführung gibt, zeigen, ob er gegen den agilen BMW 330i und den komfortbetonten Mercedes C 350 triumphiert. Wir testen die Automatikversionen der Sechszylindermodelle.

 

Karosserie

Einen wichtigen Schritt, um in der Mittelklasse den Spitzenplatz zu übernehmen, hat der neue A4 mit seiner inneren Größe gemacht. Er entwächst seiner Klasse und ist mit 4,70 Metern deutlich länger als BMW (4,52 Meter) und Mercedes (4,58 Meter). Das schafft in erster Linie Raum für die Passagiere. So offeriert der A4 spürbar mehr Kopf-, Bein- und Ellbogenfreiheit. BMW und Mercedes sind etwas knapper geschnitten, passen aber dennoch sehr gut. Lediglich die geringere Innenbreite der beiden fällt beim Umstieg in den Audi sofort auf. Hinten das gleiche Bild – der Audi könnte es so-gar fast mit den kleinen Vertretern der Oberklasse aufnehmen.

Auf sehr hohem Niveau liegen in allen drei Fällen die Qualität und die Verarbeitung. Die Hingabe, mit der Audi Materialien kombiniert, beeindruckt. Der BMW punktet mit der wohl steifsten Karosseriestruktur und einer ebenfalls sehr peniblen Verarbeitung. Der Mercedes ist nicht ganz so steif wie der Münchner und nicht ganz so hochwertig wie der Audi; er verliert ein paar Zähler in dieser Wertung, was allerdings den soliden Gesamteindruck kaum schmälert. Dafür offeriert die C-Klasse eine der umfangreichsten Sicherheitsausstattungen in diesem Segment.

Zwar kosten Notlaufreifen, Presafe, Abbiegelicht, hintere Airbags und mehr saftige Aufpreise, aber Mercedes bietet sie zumindest an. BMW dagegen gibt seinen Kunden nicht die Möglichkeit, den Dreier auch hinten mit seitlichen Airbags zu versehen. Audi hat die Notlaufreifen und die Notruffunktion schon bei der vorherigen Modellreihe wieder aus dem Programm genommen. Dennoch ist es der A4, der dieses Kapitel vor dem Mercedes für sich entscheidet – wenn auch nur knapp. Zu überlegen ist sein großer Innenraum, den er zudem mit dem größten Gepäckabteil abrundet.

KarosserieMax. PunkteAudi A4 3.2 FSIBMW 3er 330iMercedes C-Klasse C350
Raumangebot vorn100797274
Raumangebot hinten100705965
Übersichtlichkeit70414242
Bedienung/ Funktion100858383
Kofferraumvolumen100393638
Variabilität100101010
Zuladung/ Anhängelast80302729
Sicherheit1509797106
Qualität/ Verarbeitung200183181178
Kapitelbewertung1000634607625

 

Fahrkomfort

Zählte der Federungskomfort des abgelösten A4 nicht unbedingt zu seinen herausragenden Stärken, so setzt der Neue nun höhere Maßstäbe. Vor allem dann, wenn er mit der Audi Drive Select-Dämpferregelung (1400 Euro) ausgestattet ist. Der dann wählbare Komfort-Modus hinterlässt auf schlechten Strecken mit Schlaglöchern und Querfugen einen durchweg guten Eindruck. Selbst voll beladen bleiben genug Reserven.

Anders der BMW: Geradezu elegant und mit einem exzellenten Ansprechver-halten bügelt er – nur mit einer Person besetzt – holprige Oberflächen mühelos glatt. Liegt jedoch zu viel Last auf der Hinterachse, nutzt er schnell den gesamten Federweg und schlägt durch. Vor allem hier zeigt der Mercedes mehr Kapazitäten und nimmt Bodenwellen beladen fast so souverän wie der A4. Der Schwabe neigt allerdings dazu, kurze Stöße deutlich vernehmbarer an seine Insassen durchzureichen als der Ingolstädter.

Dass der Audi eine echte Langstreckenempfehlung ist, verdankt er nicht nur seinem guten Fahrwerk. Sobald die Türen ins Schloss fallen, herrscht Ruhe im Auto. Geringe Abroll-, Wind- und Antriebsgeräusche sorgen neben den sehr gut geformten Sportsitzen (595 Euro) für stressfreie Stunden hinter dem Lenkrad. Das werden allerdings auch die Reisenden in BMW und Mercedes so sehen – solange, bis sie den A4 gefahren sind.

Die Punktewertung spricht in diesem Kapitel eine eindeutige Sprache: Der Audi gewinnt jede Einzelwertung. Dass das nicht abhängig von der aufpreispflichtigen Dämpferregelung ist, hat bereits der A4 1.8 TFSI (siehe Heft 26/2007) mit herkömmlichen Dämpferelementen bewiesen.

FahrkomfortMax. PunkteAudi A4 3.2 FSIBMW 3er 330iMercedes C-Klasse C350
Sitzkomfort vorn150110103100
Sitzkomfort hinten100656262
Ergonomie150126121123
Innengeräusche50433941
Geräuscheindruck100807878
Klimatisierung50443843
Federung leer200149145145
Federung beladen200146140143
Kapitelbewertung1000763726735

 

Motor und Getriebe

Über Leistungsmangel wird sich wohl niemand beklagen, der mit einer der drei Mittelklasse-Limousinen unterwegs ist. Sechszylindern mit über 250 PS geht selbst vor starken Steigungen kein bisschen die Luft aus. So halten sich die Unterschiede bei den Fahrleistungen auch in Grenzen. Der Antrieb ist vielmehr Charakterfrage.

Vor allem BMW zeigt sich da standfest. Im 330i sind die Zylinder traditionell in einer Reihe angeordnet statt in V-Bauweise (Audi, Mercedes). Die Laufkultur des Münchners, der wie der Audi sein Benzin direkt in den Brennraum spritzt, erreichen weder der A4 3.2 FSI noch der C 350. Zudem fühlt sich nur der Reihensechser des BMW oberhalb von 6500 Umdrehungen richtig locker und leicht an. Der Audi hingegen vertraut mehr auf die Kraft aus dem Drehzahlkeller. Er stellt wie der bullige Mercedes sein maximales Drehmoment bis 5000 Touren bereit.

Die harmonische Sechsgangautomatik des A4 ist darauf gut abgestimmt. Die Siebengangautomatik des C 350 reagiert wiederum zu schnell auf Gasbefehle und schaltet zu früh herunter. Immer die maximale Beschleunigung im Fokus, verharrt der Mercedes im oberen Drehzahlbereich, der ihm jedoch nicht sonderlich gut steht. Der für 272 PS akzeptable Verbrauch von 10,4 Litern passt da schon besser. Der Sparsamste ist er jedoch nicht, der BMW verbraucht mit 9,6 Litern pro 100 km noch weniger. Beim Audi fordert das hohe Gewicht nicht zuletzt wegen des Allradantriebs seinen Tribut: 10,6 Liter.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi A4 3.2 FSIBMW 3er 330iMercedes C-Klasse C350
Beschleunigung150174174175
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150120120120
Getriebeabstufung100889188
Kraftentfaltung50353737
Laufkultur100889088
Verbrauch325155168158
Reichweite25101111
Kapitelbewertung1000670691677

 

Fahrdynamik

Im Gegensatz zu den nur vorderradgetriebenen A4-Modellen profitiert der Audi 3.2 FSI quattro beim Handling von seinem Allradsystem. Traktion heißt das Zauberwort. Besonders in engen Kehren verpufft nicht ein PS an durchdrehenden Vorderrädern. Zudem kommt auch hier das Audi Drive Select mit Dynamiklenkung (265 Euro zusätzlich) zum Tragen. Per Knopfdruck kann man die Lenkübersetzung ändern. Resultat: kleinere Lenkwinkel. Damit lässt sich der Audi sehr zielgenau dirigieren. Die Tendenz zum Untersteuern am Kurveneingang bleibt. Hier ist der BMW klar im Vorteil. Er nimmt mehr Geschwindigkeit mit in die Kurve und vermittelt über seine traumhaft präzise Lenkung das beste Gefühl.

Die vom handgeschalteten Modell des 330i bekannten starken Schleppmomente an der Hinterachse bleiben beim Zurückschalten aus. Der BMW liegt wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße. Im Grenzbereich drängt das Heck bei ausgeschaltetem ESP (DSC) ohne Hektik nach außen. Gasrücknahme sorgt für schnelle Beruhigung. Auch der Mercedes wetzt erstaunlich schnell um den Handling-Kurs, vermittelt dabei allerdings nicht so viel Rückmeldung wie der Audi und der BMW. Zudem leistet sich der C 350 mit Bremswegen über 37 Metern eine Schwäche. BMW und Audi stehen deutlich früher.

FahrdynamikMax. PunkteAudi A4 3.2 FSIBMW 3er 330iMercedes C-Klasse C350
Handling150828783
Slalom100606957
Lenkung100868876
Geradeauslauf50423941
Bremsdosierung30182015
Bremsweg kalt150868971
Bremsweg warm150978578
Traktion100854535
Fahrsicherheit150125125125
Wendekreis2091415
Kapitelbewertung1000690661596

 

Umwelt und Kosten

Die Premium-Kundschaft scheint einen Mercedes immer noch mehr zu schätzen als einen Audi oder einen BMW. Jüngster Beweis: Im Januar 2008 lag die generell teurere C-Klasse bei den Neuzulassungen vorn. In unserem Vergleich ist die Reihenfolge anders – nicht zuletzt wegen des Kostenkapitels, das der 330i mit einem Zähler vor dem Audi für sich entscheidet. Er liegt bis auf die unbefriedigende Mobilitätsgarantie von nur fünf Jahren nahezu in allen Kriterien vor seinen Verfolgern oder zumindest auf gleichem Niveau.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi A4 3.2 FSIBMW 3er 330iMercedes C-Klasse C350
Bewerteter Preis675138140127
Wertverlust50141513
Ausstattung25171716
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50282027
Werkstattkosten20151512
Steuer10888
Versicherung40313329
Kraftstoff55323332
Emissionswerte25838687
Kapitelbewertung1000366367351

 

Fazit

Der Audi A4 3.2 FSI quattro fährt den dritten Sieg in Folge für die neue A4-Generation ein. Er ist vor allem wegen seiner großen, gut verarbeiteten Karosserie und seines wohltuenden Komforts überlegen. Standfeste Bremsen und ein sicheres Handling lassen ihn selbst in der Fahrdynamik souverän punkten. Der agile BMW 330i sichert sich mit seiner sehr guten Antriebseinheit den Platz des direkten Verfolgers. Der C 350 muss sich auf Grund seiner hohen Kosten und der mäßigen Bremsanlage mit dem dritten Platz begnügen.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi A4 3.2 FSIBMW 3er 330iMercedes C-Klasse C350
Summe5000312330522984
Platzierung123

Tags:
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