Neue Mercedes E-Klasse 2013: Erster Vergleich mit Audi A6 und BMW 5er Rund erneuert gegen Audi und BMW

21.12.2012

Vergleich: Mercedes verjüngt 2013 die E-Klasse: Limousine und T-Modell gibt’s erstmals mit zwei Gesichtern, ganz neu ist ein Vierzylinder-Sparbenziner. Exklusive Infos, dazu die Rivalen von Audi und BMW

"Die E-Klasse ist das Herz von Mercedes-Benz.“ Der das sagt, ist nicht irgendwer, sondern jemand, der sich mit diesem Thema auskennt. Dieter Zetsche, Daimler-Boss und Mercedes-Markenchef in Personalunion, weiß um die Bedeutung seiner in den Werken Sindelfingen (Limousine/T-Modell) und Bremen (Coupé/Cabrio) gefertigten Oberklassebaureihe. Die E-Klasse deckt ein enorm weites Kundenspektrum ab:

Vom ewig dieselnden Taxi über die beiden technisch mit der kleineren C-Klasse verwandten Zweitürer, vom T-Modell, dem nach Ladevolumen größten Nobel-Kombi auf dem Markt, bis hin zu den omnipotenten, bis zu 557 PS starken AMG-Modellen - das E-Klasse-Sortiment lässt nicht die kleinste Lücke erkennen. Wer es noch exklusiver mag, dem bieten die Schwaben mit der inzwischen zweiten Generation des CLS eine ausgesprochen ansehnliche Alternative. Genauer gesagt sind es sogar zwei, denn der neue Shooting Brake führt die von Designchef Gorden Wagener entworfene neue Formensprache von Mercedes bis ins Nobelkombi-Segment. Beide CLS-Varianten sind aus technischer Sicht nichts weiter als formvollendete Variationen des Themas E-Klasse.

 

"Die E-Klasse ist das Herz von Mercedes"

Das alles klingt gut, und doch ist die schöne, heile Oberklasse-Welt in leichte Schieflage geraten. Von Januar bis einschließlich Oktober wurden exakt 38.783 E-Klassen in Deutschland zugelassen. Das sind 24,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. BMW schlug parallel 39.820 5er los (-22,1 Prozent). Als gegenwärtiger Primus gehen die Audi-Modelle A6/A7 durchs Ziel, die sich 46.700 Mal (+27,6 Prozent) verkauften. Nach dem Selbstverständnis von Mercedes - Dieter Zetsche: "Das Beste oder nichts!“ - hat die E-Klasse allerdings an der Spitze zu stehen und nicht auf Platz drei. Die Mercedes-Gewaltigen führen daher Großes im Schilde, um ihr Business-Modell wieder ganz nach vorn zu bringen. Nach knapp vierjähriger Bauzeit erfolgt zur Markteinführung im März eine so gründliche Modellpflege wie nie zuvor.

Eine Zierleiste hier, eine Auspuffblende da, zwei, drei neue Farben? Denkste. Mercedes geht "ins Blech“ und macht mit wenigen, aber sehr geschickt ausgeführten Karosseriemodifikationen die unverändert 4,87 Meter lange, 1,85 Meter breite und 1,47 Meter hohe E-Klasse-Limousine um Jahre jünger. Genau wie bei der C-Klasse gibt es den großen Bruder künftig mit zwei Gesichtern. Die Klassiker: Das Basismodell und die Ausstattungslinie Elegance behalten den berühmten Haubenstern, der über einer stärker dreidimensional ausgeprägten Front thront. Der etwas tiefer heruntergezogene Stoßfänger ist komplett neu gestaltet. Die früheren vier Einzelscheinwerfer verschmelzen zu zwei großen.

Durch ein wenig diagonal installierte Leuchtelemente bleibt der Vier-Augen-Eindruck erhalten. Die leicht modifizierte Haube greift die neuen Linien auf. Damit gelingt den Mercedes-Designern ein schwieriger Spagat: Der Neue wirkt dynamischer und zugleich repräsentativ. Das ist wichtig, denn nicht nur Puristen schätzen den Blick über eine lange, Stern-gekrönte Motorhaube.

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Der Progressive: Seitdem Sportlichkeit wieder zu den Kernwerten der Marke zählt, ist der große, früher den Coupés und Roadstern vorbehaltene Zentralstern im Grill einer Mercedes-Limousine oder eines T-Modells kein Tabu mehr. So wird die Ausstattungslinie Avantgarde erstmals einen Sportwagenkühler tragen - ein Novum im Programm der viertürigen E-Modelle. Die aufgesetzt wirkenden, mal in Form von Hockey-Schlägern, mal als horizontale Linie ausgführten LED-Tagfahrlichter sind passé. Alle Lichtfunktionen werden in den Scheinwerfern gebündelt, die gegen Aufpreis mit Voll-LEDTechnik angeboten werden sollen.

Neu zeigt sich auch das E-Klasse-Hinterteil. Die pummelig wirkenden, in die Radhäuser übergehenden Auswölbungen der Fondtüren wurden egalisiert. Die Außenbleche sind neu, der Rest konnte kostengünstig beibehalten werden. Das neue Heck ist an zweifarbigen Leuchten erkennbar, in denen die  Rückfahrscheinwerfer aus der Mitte nach unten gewandert sind. Der hintere Stoßfänger wurde ebenfalls überarbeitet und wirkt durch einen angedeuteten Diffusor etwas breiter.

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Auch das Coupé und das Cabriolet kommen unters Messer: Beide tragen eine Sportwagenfront mit dem von nur einer Spange flankierten Markenzeichen. Deutlich größere Lufteinlässe signalisieren den hohen fahrdynamischen Anspruch dieser beiden ab Juni nächsten Jahres erhältlichen E-Klasse-Ableger, die zur stärkeren Abgrenzung die gewölbten Kotflügel behalten. Mangels hinterer Türen hätte zudem die komplette Seitenwand geändert werden müssen - ein zu teurer chirurgischer Eingriff.

Wie bei der Limousine und dem T-Modell kennzeichnen zweifarbige Rückleuchten den neuen Jahrgang. Der Feinschliff im Innenraum fällt dezent, aber wirkungsvoll aus. Neue Zierteile am Armaturenträger, ein modifiziertes Kombiinstrument, geänderte Lüftungsdüsen und eine mittig platzierte Analoguhr sollen mehr Eleganz und Hochwertigkeit demonstrieren. Interessant: Egal, welche Ausstattungslinie gewählt wird – künftig lassen sich sämtliche Extras nach Gusto damit kombinieren.

 

Viele Assistenzsysteme aus der neuen S-Klasse

Auch technisch rüsten die Stuttgarter entschlossen auf. Erweiterte und neue Assistenzsysteme der nächsten, auf Sommer 2013 terminierten S-Klasse werden direkt zur E-Klasse durchgereicht. Unter dem Dachbegriff "Intelligent Drive“ (siehe Heft 25/2012) fasst Mercedes dabei eine Vielzahl an komfort- und sicherheitsrelevanten Features zusammen, deren Prozessoren über ein neues Dual-Kamera-System mit Daten gefüttert werden. Das an der Frontscheibe installierte System erkennt sogar querenden Verkehr und hilft dem Fahrer gezielt beim Bremsen. Ein Lenk-Assistent soll sicheres Spur und Abstandhalten entspannter machen. Das System PRE-SAFE PLUS wiederum erkennt durch einen im hinteren Stoßfänger integrierten Radarsensor sogar einen drohenden Heckaufprall. In diesem Fall schalten die Warnblinkleuchten automatisch in ein auffälliges Alarmintervall um, und das System setzt das stehende Auto mit maximaler Bremskraft fest. So sollen Folgekollisionen, aber auch die Risiken eines Schleudertraumas verhindert werden.

Beim Motorangebot geht Mercedes zum Angriff über. Während die 3,5-Liter-V6-Benziner mit 252 sowie 306 PS und auch der 408 PS  kräftige 4,7-Liter-V8-Biturbo im E 500 unverändert im Angebot bleiben, gibt es dazwi-schen eine wichtige Neuerung: Unter der Verkaufsbezeichnung E 400 startet ein gut 330 PS starker 3,0-Liter-V6-Biturbo, der ein maximales Drehmoment von fast 500 Newtonmetern mobilisieren und den Standardsprint von null auf 100 km/h in weniger als sechs Sekunden bewältigen soll. Das neue Kraftpaket tritt gegen den nicht mehr ganz taufrischen 3,0-Liter-TFSI von Audi (310 PS) und das ebenfalls 3,0 Liter große BMW-Aggregat im 535i an (306 PS) und soll beide im Verbrauch um mindestens 0,5 Liter/100 km unterbieten. Damit dürfte der E 400 mit rund 7,5 Litern über die Runden kommen.

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Als Spritknauser ersten Ranges dient ein neuer 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo. Der Benziner mit strahlgeführter Direkteinspritzung leistet wahlweise 184 und 211 PS und soll im Mittel nur 5,8 Liter Ottokraftstoff benötigen. Das wäre ein neuer Bestwert in dieser Klasse. Die beiden in unterschiedlichen Leistungsstufen angebotenen Turbodiesel bleiben im Programm: 2,1-Liter-Vierzylinder (137/170/204; Hybrid: 230 PS), 3,0-Liter-V6 (231 / 252 PS). Die neuen Preise verrät Mercedes noch nicht, sie dürften aber nur moderat steigen (aktuell ab 40.014 Euro).

Eine entscheidende Neuerung betrifft die immer wichtiger werdende Sportmarke AMG: In Affalterbach will man den Allradantrieb nicht mehr auf Geländewagen beschränken. So wird auch der neue E 63 AMG ab 2013 in einer 4Matic-Version zu haben sein. Ein schöner Gruß nach Ingolstadt (Seite 18).
Stefan Miete

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