Vergleich Luxuslimousinen Antrittsbesuch

27.02.2007
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

17 Jahre nach der Markteinführung des ersten Lexus LS fordert der neue LS 460 die etablierte Luxusklasse heraus. Wie gut schlägt sich der mit Sicherheitsfeatures vollgepackte Lexus gegen die europäischen Konkurrenten Audi A8 4.2 FSI quattro, Jaguar XJR und Mercedes S 450?

Bei Lexus ist man sich ganz sicher, mit dem komplett neu konstruierten LS 460 genau dort angekommen zu sein, wo man schon bei der Präsentation des ersten LS sein wollte: auf Augenhöhe mit den europäischen Luxusmarken. "Eine Limousine", verkündet der Pressetext, "die im Hinblick auf Sicherheit, Fahrdynamik und Laufkultur neue und zukunftsweisende Maßstäbe setzt." Ob das auch wirklich so ist, muss der 380 PS starke Lexus im Vergleich mit der deutschen und britischen Achtzylinder-Konkurrenz beweisen. Audi schickt den A8 4.2 FSI mit 350 PS ins Rennen, Mercedes den S 450 mit dem neuen, 340 PS starken V8 und Jaguar den XJR mit 395 PS leistendem Kompressor-Motor.

 

Karosserie

Mit zwei Sicherheitspaketen umsorgt der Lexus seine Insassen: Das PCS-System (Pre Crash Safety) enthält eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, die mittels Radar Hindernisse erfasst und im Bedarfsfall entsprechende Gegenmaßnahmen einleitet. Bei noch ausgeprägterem Sicherheitsbedürfnis kann das Advanced Pre Crash System dazugeordert werden, das so spezielle Features wie Gesichtsfeldkamera, Notfall-Lenk-Assistent, Objekterkennung per Infrarot, Spurhalteassistent und Spurwechselwarner beinhaltet. Wer das komplette Paket kaufen will, muss zusätzlich zum Grundpreis von 82000 noch 6100 Euro nachlegen. Fast so reichhaltig ist auch die Sicherheitsausstattung im Mercedes. Eine Gesichtsfelderkennung, die den Fahrer warnt, wenn er zum Seitenfenster rausschauend auf ein Hindernis zufährt, und einen Lenkassistenten, der vorsorglich die Lenkübersetzung ändert oder selbsttätig ins Geschehen eingreift, gibt es aus Stuttgart aber nicht. Bei Audi und vor allem Jaguar muss man da noch mehr Abstriche machen. Weitere Punkte sammeln Lexus und Mercedes beim Raumangebot, wobei der Lexus vor allem mit opulenten Platzverhältnissen hinten glänzt. Dagegen fällt der Jaguar ein wenig ab, die engen Sitznischen vorn erinnern eher an ein Sportcoupé als an eine Luxuslimousine. Dafür schneidet der XJR bei Bedienung und Funktion besser ab als der LS 460, wohl auch, weil er viele Ausstattungsdetails einfach nicht hat. Hier muss der Lexus Federn lassen, weil sich seine mit Knöpfen übersäte Cockpitlandschaft nur schwer überblicken lässt. Bei Audi und Mercedes ist die Bedienung der vielen Funktionen wesentlich logischer und überschaubarer geordnet – zumindest sobald man sich mit den Drehreglern des MMI- oder Comand-Systems angefreundet hat. Einen überzeugenden Eindruck hinterlässt der LS 460 dagegen bei der Qualität von Karosserie und Innenausstattung, auch wenn die Materialwahl im Interieur nicht überall top ist. Am besten gefällt da der S 450, der auch sorgfältiger verarbeitet scheint als früher getestete Exemplare der aktuellen S-Klasse. So gewinnt der Mercedes auch die Karosseriewertung deutlich vor Audi und Lexus, die praktisch gleichauf liegen.

KarosserieMax. PunkteAudi A8 4.2 FSI quattroMercedes S 450Lexus LS 460Jaguar XJ R
Raumangebot vorn10094949288
Raumangebot hinten10093959792
Übersichtlichkeit7036383638
Bedienung/ Funktion10080806670
Kofferraumvolumen10041484137
Variabilität1003333
Zuladung/ Anhängelast8041383037
Sicherheit15010011512390
Qualität/ Verarbeitung200193194190181
Kapitelbewertung1000681705678636

 

Fahrkomfort

Der Fahr- und Geräuschkomfort ist die traditionelle Kernkompetenz des Toyota-Luxusablegers. Eine Übung beherrscht der LS 460 jedenfalls besser als die Konkurrenz: Das geschmeidige Abrollen und fast geräuschlose Überfahren von Unebenheiten macht dem Lexus keiner nach. Die adaptive Luftfederung reagiert entsprechend feinfühlig auf Anregungen aller Art, sie lässt die Insassen wirklich wie auf Luftkissen über die Straßen schweben. Auch im Fond ist der Aufenthalt überaus angenehm, zumal wenn – wie im Testwagen – die zum 8500 Euro teuren Ambience-Paket gehörenden hinteren Komfortsitze montiert sind. Einziger Minuspunkt: die wacklige Mittelarmlehne mit der integrierten Bedieneinheit für Sitze, Klima und Rücksitz-Entertainment. Der S 450 federt zwar auf einem Niveau mit dem Lexus, rollt aber nicht ganz so fein ab und ist auch insgesamt einen Hauch lauter. Doch mit den besseren Sitzen vorn (Multikontursitze, Preis ab 1309 Euro), der auch beladen exzellent agierenden Federung und der besseren Ergonomie schafft der Mercedes S 450 ein Patt in der Komfort-Wertung. Audi A8 und Jaguar XJR spielen den sportlichen Part in diesem Vergleich. Beide sind deutlich mitteilsamer, federn etwas hölzern und rollen lauter ab. Im Jaguar sitzt man vorn wie hinten nicht ganz so bequem wie in der Konkurrenz. Weitere Punktabzüge gibt es für den lauten Motor, dessen Kompressorpfeifen zwar für Technikverliebte Musik ist, die aber – wie jede Musik – auch gehörig nerven kann. Der Audi ist innen ebenfalls hörbar lauter, der V8 ist dominanter als in Lexus und Mercedes. Auch das Fahrwerk trägt mit gelegentlichem Poltern zur Geräuschkulisse bei. Mit sehr guten Sitzen (Komfortsitze, ab 2095 Euro) vorn und hinten und der besten Ergonomie zieht sich der A8 aber etwas besser aus der Affäre als der XJR.

FahrkomfortMax. PunkteAudi A8 4.2 FSI quattroMercedes S 450Lexus LS 460Jaguar XJ R
Sitzkomfort vorn150135140138130
Sitzkomfort hinten10095949790
Ergonomie150123122120118
Innengeräusche5037424531
Geräuscheindruck10086939584
Klimatisierung5047495047
Federung leer200175185185173
Federung beladen200180190185175
Kapitelbewertung1000878915915848

 

Motor und Getriebe

Obwohl das Leistungsspektrum in diesem Test von 340 (S 450) bis 395 (XJR) PS reicht, liegen die Fahrleistungen der Kandidaten fast gleichauf. Unterschiede findet man woanders. Die Laufruhe: Hier gibt der LS 460 den Ton an. Lediglich der S 450 erreicht eine ähnlich gediegene Laufkultur. Kraftentfaltung: Dank Zweifacheinspritzung (» ) und sanft schaltendem Achtganggetriebe markiert auch hier der Lexus zusammen mit dem Mercedes die Spitze. Allerdings sind es nur kleine Vorteile. Den insgesamt besten Antriebsstrang bietet der Audi. Etwas rauer im Klang – was durchaus seinen Reiz hat –, überzeugt der 350 PS starke V8 (Direkteinspritzung) auch wegen seines im Vergleich recht bescheidenen Verbrauchs. Betörend im Sound und brachial im Antritt, fasziniert der XJR. Der zu hohe Verbrauch und die behäbige Automatik lassen ihn zurückfallen.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi A8 4.2 FSI quattroMercedes S 450Lexus LS 460Jaguar XJ R
Beschleunigung150173172172174
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150120120120120
Getriebeabstufung10094949490
Kraftentfaltung5044464641
Laufkultur10095979892
Verbrauch3251131059686
Reichweite25111098
Kapitelbewertung1000650644635611

 

Fahrdynamik

Zwar ist es beeindruckend, wie leicht und schnell sich zwei Tonnen schwere Luxuslimousinen über kurvige Straßen dirigieren lassen, aber in erster Linie sollen sie sich unter allen Bedingungen sicher verhalten. Und das trifft auf alle vier Fabrikate zu. Das Maß der Dinge ist der Audi. Frei von jeder Hektik und Lastwechselreaktionen umrundet der A8 den Handlingparcours. Ob das ESP dabei ein- oder ausgeschaltet ist, spielt keine große Rolle. Dort, wo die heckgetriebene Konkurrenz noch mit Traktionsproblemen kämpft, nutzt der Audi die Vorteile seines souveränen Allradantriebs gnadenlos aus. Erstaunlich locker folgt ihm der mit dem ABC-Fahrwerk (Active Body Control: 3433 Euro) ausgestattete S 450. Trotz Leistungsmanko zeigt er Jaguar und Lexus die Rücklichter. Vor allem der Japaner fällt hier zurück. Die elektronischen Regelprogramme VSC (Vehicle Stability Programm) und VDIM (Vehicle Dynamics Integrated Programm) bremsen den Lexus erheblich stärker ein als die Systeme der europäischen Konkurrenz. Erst bei vollständiger Deaktivierung schließt der Lexus zu seinen Mitstreitern auf. Dann verlangt der früh mit dem Heck nach außen drängende LS 460 jedoch nach gefühlvollen Händen. Die leichtgängige Lenkung (variables Übersetzungsverhältnis) und die starken Karosseriebewegungen stehen der Dynamik im Weg. Auch der Jaguar baut zu viel Seitenneigung auf, schiebt anfänglich über die Vorderräder und wechselt dann in ausgeprägtes Übersteuern. Obendrein gibt sich die Lenkung des noblen Briten um die Mittellage recht störrisch.

FahrdynamikMax. PunkteAudi A8 4.2 FSI quattroMercedes S 450Lexus LS 460Jaguar XJ R
Handling15083797579
Slalom10050422539
Lenkung10070706066
Geradeauslauf5050404338
Bremsdosierung3020181519
Bremsweg kalt15077857377
Bremsweg warm15090908080
Traktion10080403035
Fahrsicherheit150145135130126
Wendekreis204865
Kapitelbewertung1000669607537564

 

Umwelt und Kosten

Lexus demonstriert mit dem LS 460 Selbstbewusstsein – auch bei der Preisgestaltung. Mit allen Sicherheitsfeatures ausgestattet, kostet die japanische Limousine weit über 100000 Euro, praktisch genauso viel wie ein gut ausstaffierter Audi, Jaguar oder Mercedes. Dennoch gewinnt der Lexus das Kostenkapitel. Da macht sich unter anderem der exzellente Ruf der Marke in puncto Langlebigkeit und Zuverlässigkeit bezahlt, der im Test für einen guten Wiederverkaufswert sorgt. Sehr gute Garantieleistungen und saubere Abgase unterstreichen das gute Abschneiden. Nur einen Punkt dahinter liegt der Audi A8, der mit geringeren Kraftstoffkosten, niedrigerem Grundpreis und günstigerer Versicherungseinstufung punkten kann. Schon etwas größer ist der Abstand zum Mercedes. Vor allem die schlechteren Garantieleistungen bringen den Schwaben gegenüber dem Lexus ins Hintertreffen. Dem Jaguar schließlich bleibt mit dem höchsten Preis und dem ungünstigsten Verbrauch die rote Laterne nicht erspart.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi A8 4.2 FSI quattroMercedes S 450Lexus LS 460Jaguar XJ R
Bewerteter Preis67565646151
Wertverlust505663
Ausstattung2515141525
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung5028273230
Werkstattkosten201312148
Steuer107777
Versicherung4022172014
Kraftstoff5521212017
Emissionswerte2580828279
Kapitelbewertung1000256250257234

 

Fazit

Obwohl der neue LS 460 diesen Vergleichstest nicht gewinnt, ist Lexus mit ihm endgültig in der Luxusklasse angekommen. Er kämpft tatsächlich mit der deutschen Konkurrenz auf gleicher Höhe. Der LS 460 überzeugt vor allem beim Komfort und liegt mit dem bisherigen König dieser Disziplin, dem Mercedes, auf einem Niveau. Auch bei der Karosserie reiht er sich bereits auf Platz zwei hinter dem soliden Schwaben ein. Das Kostenkapitel entscheidet er nicht zuletzt dank günstiger Restwertprognosen für sich. Allerdings verliert er wichtige Punkte bei der Fahrdynamik. Hier setzt sich der Audi an die Spitze und sichert sich den Gesamtsieg, da er sich auch sonst kaum Schwächen leistet. Die Stärken des Jaguar schließlich liegen in seinem charaktervollen Auftritt und stilvollen Interieur.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi A8 4.2 FSI quattroMercedes S 450Lexus LS 460Jaguar XJ R
Summe50003134312130222893
Platzierung1234

Tags:
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