Vergleich - Lexus LS 600h und Mercedes S 500 Höchster Luxus

03.07.2007

Mit dem LS setzt Lexus die S-Klasse unter Druck. Vergleich des LS 600h mit Hybridantrieb gegen den Mercedes S 500

Der Wettstreit in der Luxusklasse hat sportliche Züge, er orientiert sich aber weniger an einem Boxkampf als an einem Leichtathletik-Zehnkampf auf olympischem Niveau – so umfangreich, aber auch so verschieden sind die Wettkampfdisziplinen. Bisher zeigte der Rivale aus Fernost, der Lexus LS, herausragende Talente im Bereich des Fahrkomforts, konnte aber der Mercedes S-Klasse, dem aus Sicht der Japaner wichtigsten Gegner, keine Niederlage zufügen. Jetzt legt Lexus nach und präsentiert mit dem LS 600h eine Luxuslimousine, die nicht nur über die modernsten Sicherheits- und Fahrer-Assistenzsysteme verfügt, sondern zudem Hybridtechnik der neuesten Generation unter dem Blech trägt. Um die Leistungsfähigkeit des LS auszuloten, nehmen wir einen Mercedes S 500 mit auf die erste Testfahrt. Die S-Klasse begeistert zunächst mit überragendem Sitzkomfort. Ihre "fahrdynamischen Multikontursitze" (1868 Euro) bieten sehr gute Langstreckeneigenschaften. Sie lassen sich auf jede Fahrergröße optimal einstellen und offerieren auf Wunsch je nach Kurvensituation automatisch mehr Seitenhalt. Der verspannte Rücken kann zudem per Massagefunktion gelockert werden – das ist Luxus. Weniger luxuriös ist die Antriebseinheit des Stuttgarters. Zwar packt der 5,5 Liter große V8 mit seinen 388 PS kraftvoll zu, doch klingt er bei voller Leistungsabfrage entsprechend kernig und verfällt erst beim entspannten Cruisen in eine kaum mehr wahrnehmbare Tonlage. Jetzt muss der Lexus zeigen, was er kann. Auch seine Sitze überzeugen mit einem großzügigen Einstellbereich und einer komfortablen Polsterung, doch aktive Seitenwangen gibt es hier nicht – unerheblich, denn der Reisekomfort ist vorzüglich. Dies gilt auch für die Leistungsentfaltung und das Geräuschverhalten des Lexus. Hier spürt der Fahrer zum ersten Mal in der Geschichte des Hybridantriebs kaum mehr etwas von der aufwändigen Technik – außer, dass in bestimmten Fahrsituationen die Drehzahlmessernadel auf null abfällt. Absolut geschmeidig setzt sich das Auto in Bewegung – zunächst nur mit Elektroantrieb. Das Zuschalten des Fünfliter-V8 passiert nahezu unmerklich, ebenso die Unterstützung des E-Motors, der im Getriebe untergebracht ist. Sehr leise und vor allem durchzugsstark arbeiten die Kraftquellen im Lexus. Zur Leistung: Der V8 entfaltet bei 6400 U/min 394 PS (290 Kilowatt) aus fünf Liter Hubraum, das Drehmoment von 520 Newtonmeter gibt der Benziner bei 4000 U/min ab. Unterstützung erhält der Otto- von einem Elektromotor, der 165 Kilowatt und 300 Newtonmeter beisteuert. Rein rechnerisch würden sich 355 kW oder 618 PS ergeben. Da jedoch nie die Maximalleistung beider Motoren gleichzeitig abgefordert wird, beträgt die Systemleistung 445 PS (327 kW). Unterstützt wird das geschmeidige Zusammenspiel von einer stufenlosen Schaltung, die den Motor immer im günstigen Drehzahlbereich hält und die Kraft über ein Torsen-Differenzial an alle vier Räder verteilt. Da auch der Ladevorgang der Batterien und ihre Energieabgabe optimiert wurden, steht dem Piloten in allen Fahrsituationen verlässlich immer mehr als genug Kraft zur Verfügung. Die Geschmeidigkeit und auch das unmerkliche Zusammenspiel der Komponenten begeistert. Dass wegen des hohen Gewichts des Japaners (2270 kg, S 500: 1940 kg) diese Begeisterung auf kurvenreicher Landstraße nicht in Enttäuschung umschlägt, ist dem Hightech-Fahrwerk zu verdanken. Eine dreifache Dämpfungshärte-Einstellung erlaubt dem Piloten die individuelle Anpassung an die Fahrsituation, und aktive Stabilisatoren sorgen für eine Minimierung der Wankbewegungen in Kurven. Dadurch bleibt das Dickschiff auch in schnellen Wechselkurven überraschend agil. Dennoch überzeugt die Abstimmung nicht ganz. So stören im Normalmodus das etwas zu straffe Ansprechen auf kleine Unebenheiten und im Komfortmodus das Nachschwingen auf langen Bodenwellen. Hier agiert der Mercedes mit seinem ABC-Fahrwerk klarer definiert und spricht feinfühliger an. Wankbewegungen kennt er nicht, schwingt aber auf langen Wellen ebenfalls minimal nach. Ein wahres Technik-Feuerwerk brennen beide Hersteller im Bereich der Sicherheitsausstattung ab. So gibt es beim S 500 neben ESP, Bremsassistenzsystemen und aktivem Luftfeder-Fahrwerk auch ein Abstandsradar mit Bremseingriff (ab 3094 Euro), einen Nachtsichtassistenten (1975 Euro) und das Presafe-System, dass bei Kollisionsgefahr Fenster schließt, Gurte strafft und Lehnen senkrecht stellt. Lexus bietet sogar eine aktive Lenkung, die im Schleuderfall direkter agiert und die Räder in die rettende Richtung einschlägt. Dennoch bleibt die volle Kontrolle beim Fahrer. Spurhalteassistent, Objekterkennung per Infrarot und eine Gesichtsfelderkennung, die die Blickrichtung des Piloten erfasst, runden die Sicherheitsausstattung ab. Bleibt der Blick auf Qualität und Bedienung. Lexus setzt auf Tasten und Touchscreen. Das wirkt auf den ersten Blick unübersichtlich, gelingt aber nach einer gewissen Gewöhnung ganz gut. Das Mercedes-Comand-System erfordert ebenfalls Gewöhnung – viele zu kleine Schalter sind verstreut angeordnet. Im Gegensatz zum Lexus wirken diese aber hochwertiger.

Fazit

Der neue LS 600h hat zwar wegen seines höheren Gewichts beim Beschleunigen das Nachsehen, beeindruckt aber mit geschmeidiger Kraftentfaltung des Hybridantriebs sowie vielen Sicherheitsfeatures und begegnet dem S 500 damit auf Augenhöhe.

Technische Daten
Motor 
ZylinderV8
Hubraum5461
Leistung
kW/PS
1/Min

285/388
6000 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
530
2800 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe7 Gang Automatik
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 235/55 R 17
h: 235/55 R 17
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1940
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)5.4
Höchstgeschwindigkeit (km/h)250
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch11.7l/100km (Super)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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