Kompakte: VW Golf TSI und Toyota Prius im Vergleichstest Wege zum Ziel

12.09.2011

Der VW Golf 1.4 TSI mit neuem Siebengang-DSG-Getriebe trifft auf den Toyota Prius – ihre unterschiedlichen Spar-Technologien sollen denselben Zweck erfüllen

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Ring frei zur ersten Runde im Hybrid-Duell. Es treten gegeneinander an: der VW Golf und der Toyota Prius. Das Besondere am Platzhirsch aus Wolfsburg ist neben dem kleinen 1,4-Liter-Turbomotor mit 122 PS sein nagelneues Doppelkupplungsgetriebe, das in Verbindung mit dem kleinen Benzintriebwerk nun über eine größere Übersetzungs-Spreizung mit sieben Gängen verfügt. Das Übersetzungsplus bewirkt nicht nur einen geringeren CO2-Ausstoß, sondern erhöht auch das Sparpotenzial. So soll die neue DSG-Version des Golf gegenüber der manuellen Sechsgangvariante mit 5,9 Liter Sprit pro 100 Kilometer exakt 0,4 Liter weniger konsumieren.

Noch weniger, nämlich genau 4,3 Liter Super, soll laut EU-Normverbrauch der Toyota Prius benötigen. Damit dieser Topwert möglich wird, gehen die Japaner einen aufwendigen Weg.

Aerodynamik-Vorteil
Um dem Fahrtwind so wenig Widerstand wie möglich entgegenzustemmen, verfügt der Prius über eine äußerst windschlüpfige Karosserie (cw-Wert 0,26). Seinen hohen Bekanntheitsgrad hat der futuristisch geformte Japaner natürlich mit seinem ausgeklügelten Antriebsmanagement erlangt, dem Hybridsystem.

Im Fall des Prius besteht die Einheit aus einem 78 PS starken Vierzylinder-Benziner, der von einem 68 PS starken Elektromotor unterstützt wird. Da die beiden Antriebe nicht auf dem gleichen Drehzahlniveau arbeiten, erfolgt die Kraftübertragung über ein Planetengetriebe. Aus demselben Grund lässt sich die Leistung der beiden Aggregate nicht so einfach addieren – deshalb beträgt die Gesamtleistung beim Prius auch nur 113 PS.

Gestartet wird der Hybrid-Toyota per Knopfdruck – und dann herrscht erst einmal Ruhe. Da der Prius zum Anfahren seinen Elektromotor nutzt, setzt er sich fast geräuschlos bis zu einer Geschwindigkeit von 49 km/h in Bewegung. In Abhängigkeit vom Ladezustand der Nickel-Metallhydrid-Akkus im Heck und von der Anzahl der gerade genutzten elektrischen Verbraucher fährt er entweder im reinen Elektro-Modus, mit seinem Benzinmotor oder gleichzeitig mit beiden Antrieben – je nachdem, wie viel Leistung dem Japaner gerade abverlangt wird. Das Ganze geschieht so reibungslos, dass der Fahrer vom ständigen Wechselspiel der Aggregate kaum etwas mitbekommt, es sei denn, er beobachtet den Energiefluss auf dem Info-Display im Cockpit.

Spurtstarker Golf
Beim Sprint von null auf Tempo 100 lässt aber der Golf dem Prius keine Chance und fährt innerhalb von 9,4 Sekunden dem Japaner davon (Toyota: 10,9 Sekunden). Und auch die Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h fällt zugunsten des Wolfsburgers aus, da die Elektronik den Japaner bereits bei 170 km/h einbremst. Überhaupt hinterlässt der 1,4-Liter-TSI einen lebendigeren Eindruck. Grund dafür ist neben dem antrittsstarken VW-Turbomotor das Siebengang-DSG-Getriebe, das blitzschnell schaltet, aber auch andererseits bei gemäßigtem Gasfuß schon früh und sanft die nächst höhere Stufe wählt.

Auf der AUTO ZEITUNG-Verbrauchsrunde ändern sich jedoch die Vorzeichen. Hier spielt der Prius seine Trümpfe aus, er schlägt den Golf mit 6,9 Liter Super und liegt damit im Schnitt 0,7 Liter unter dem VW. Doch damit nicht genug. Um herauszufinden, wie hoch der Sparvorteil im reinen City-Betrieb ist, schickten wir beide Testwagen auf eine weitere Verbrauchsstrecke, dieses Mal kreuz und quer durch die Stadt. Und tatsächlich: Rote Ampeln und ständiger Stop-and-go-Verkehr wirken sich noch vorteilhafter für den Prius aus. Ergebnis: 5,2 Liter für den Japaner, 6,8 Liter beim Wolfsburger. Sobald der Toyota steht, schaltet er seine Antriebseinheit vollständig ab – null Emissionen, null Verbrauch. Allerdings muss der Fahrer dafür einen hohen Preis bezahlen, denn der Prius ist über 4000 Euro teurer.

Leider findet man im großzügigen Prius-Innenraum keine optimale Sitzposition. Das Lenkrad ist zu tief platziert und hat keine axiale Einstellmöglichkeit. Auch sind die Sitzflächen zu kurz. Hier bleibt der Golf der Maßstab, da er zudem nicht nur einen geschmeidigeren Federungskomfort hat, sondern sich auch insgesamt handlicher fährt. All diese Dinge würde man sich von der nächsten Prius-Generation wünschen.

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Fazit

Zwar knausert auch der Golf 1.4 TSI mit DSG-Getriebe beim Kraftstoffverbrauch, im direkten Vergleich mit dem Toyota Prius lässt ihm das Hybrid-Konzept jedoch keine Chance. Deutliche Vorteile verbucht der Japaner besonders im reinen Stadtverkehr mit hohem Stop-and-go-Anteil. Darüber hinaus erfreut der Prius mit einem guten Platzangebot und uneingeschränkter Alltagstauglichkeit. Der Wolfsburger glänzt in puncto Federungskomfort und bei der Fahrdynamik. Auch qualitativ ist er dem Japaner überlegen.

Technische Daten
Motor 
ZylinderBenziner: 4-Zylinder; Elektromotor
Hubraum1497
Leistung
kW/PS
1/Min

83/113
k.A.
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
478
k.A.
Kraftübertragung 
GetriebeStufenlose Automatik
AntriebVorderrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 195/55 R 16
h: 195/55 R 16
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1300
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)10.9
Höchstgeschwindigkeit (km/h)170
Verbrauch 
Testverbrauch6.9l/100km (Super)
EU-Verbrauch4.3l/100km (Super)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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