Vergleich: BMW 330d gegen Mercedes C 320 CDI Schlagabtausch der Bestseller

26.10.2008
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Der Dreier steht als Bestseller seiner Klasse unter Beschuss. Die neue, deutlich sportlichere Mercedes C-Klasse macht Druck. Jetzt legt BMW mit einem wohldosierten Facelift und neuem Dreiliter-Diesel nach

Das konnte BMW überhaupt nicht gefallen: Neben dem neuen Audi A4 drängt nun auch die Mercedes C-Klasse mit deutlich angeschärfter Sportlichkeit ins Segment der Premium-Mittelklasse und macht dort dem Dynamik-Platzhirsch von BMW, dem 3er, ordentlich Konkurrenz. Obendrein galt das kühle, kantige Design des E90 – so der interne BMW-Baureihencode – ein wenig als offene Tür für die energisch vorgetragenen Angriffe der deutschen Wettbewerber: Ein großer, sportlicher Audi A4, die mit sinnlicher Eleganz auftretende Mercedes C-Klasse – in diesem Umfeld galt der BMW 3er stets als die polarisierendste Wahl.

Mit dem aktuellen Facelift will BMW aber nicht nur diesen Kritikpunkt abmildern, sondern auch mit weiteren Ergänzungen und Verbesserungen in eine erfolgreiche zweite Spielhälfte gehen.

<b>Mehr Dynamik</b>

Bereits auf den ersten Blick fallen die Veränderungen an der Front des neuen Bayern ins Auge: Die Motorhaube bekommt durch die kräftige Pfeilung hin zum BMW-Logo beinahe ein Powerdome eingezogen, die Scheinwerfer blicken samt neuen LED-Blinkern nun noch aggressiver unter kräftigen Augenbrauen hervor.

Außerdem wurde die Niere vergrößert, und während beim bisherigen E90 der obere Nierenrand – einem kleinen Schnauzbart ähnlich – an der Motorhaube positioniert wurde, ist der Nierenrand nun harmonisch durchgezogen. Abgerundet werden die optischen Korrekturen an der Front durch die dynamischer gezeichneten unteren Lufteinlässe. Bisher präsentierte sich die Frontschürze wie ein arg beleidigter Schmollmund.

Auch am Heck sind gröbere Änderungen auffällig: Angeschnittene Heckleuchten mit LED-Leuchtstäben und eine Heckschürze mit bis in die Seiten durchgezogener, doppelter Lichtkante sorgen zusammen mit einer verbreiterten Spur für ein bulligeres Auftreten.

Die Mercedes C-Klasse hingegen muss sich solchen Geschmacksdiskussionen weit weniger stellen: Im Vergleich zum bulligen BMW präsentiert sie sich auch weiterhin als typischer Mercedes – harmonisch und mit angenehmer Balance zwischen Sportlichkeit und Leichtigkeit beinahe edel gezeichnet.

Im Cockpit kann die C-Klasse dieses Prädikat hingegen nicht ganz einlösen: Besonders die Klappe über dem Navigations-Monitor wirkt etwas unbeholfen, im Vergleich zum BMW machen auch die verwendeten Materialien teilweise keinen so hochwertigen Eindruck. Die Sitzposition im Mercedes ist recht hoch, sportliche

Naturen könnten hier den direkten Kontakt zum Bodenblech vermissen. Komfortinteressierte Normal-Größen werden den Mercedes allerdings dem BMW vorziehen: Die hohe Sitzposition fördert den Überblick, das Raumgefühl im Stuttgarter wirkt lichter.

<b>Komfort oder Sport?</b>

Ganz rational betrachtet hat der BMW aber mehr Asse im Ärmel: In ihm kommen Sport-Enthusiasten beinahe ideal unter, und Komfortfahrer müssen keine allzu großen Einbußen hinnehmen – der 3er hat dadurch einfach die größere Bandbreite. Sein Schnitt ist subjektiv etwas enger als der des Mercedes, aber dennoch immer noch turnschuhartig passend.

Vor allem aber wenn die – in dieser Klasse häufig üblichen – Top-Navigationssysteme zum Einsatz kommen, kann der BMW neuerdings mithalten: Im facegelifteten 3er feiert das radikal überarbeitete iDrive-Infotainment-System seinen Einstand. Auf einer 80-Gigabyte-Festplatte lagern sämtliche Navigationsdaten, der Nutzer kann darüber hinaus ein sattes Paket
von Musikdaten ebenfalls auf der Harddisk ablegen. Der hoch auflösende 8,8-Zoll-Breitbildschirm bietet eine brillante Darstellung, die Funktionsvielfalt ist vom – im ersten Test richtig zügig rechnenden – Navigationssystem (für Langstreckenfahrer jetzt auch mit automatisch im Karten-Maßstab angepasstem Routenüberblick) bis hin zur nahtlosen iPhone-Anbindung endlich up to date.

<b>Neues iDrive</b>

Mit dem neuen Kipp-/Dreh-Steller samt direkt daran gruppierten Direkt-Zugriffstasten ist auch die Kritik am Vorgänger-System weitgehend ausgeräumt. Durch die frei programmierbaren Funktionstasten können sich 3er-Fahrer das System obendrein auf ihr persönliches Nutzungsprofil zuschneiden, das aktuelle iDrive nutzt außerdem eine wesentlich leichter zu begreifende Listendarstellung, kombiniert mit hin- und herblätternden Seiten.

Mercedes ist mit dem optionalen Comand-System allerdings ebenfalls hervorragend aufgestellt: Die Bedienung erfolgt, ähnlich wie  bei BMW, über einen zentralen Dreh-/Drück-Steller, das Interface wirkt größtenteils aufgeräumt und recht intuitiv. Allerdings bietet das Comand-System nur einen sieben Zoll großen Monitor und vier Gigabyte Festplattenspeicher.

<b>BMW kann komfortabel</b>

Neben der Applikation des Allradsystems xDrive für den Bestseller-Diesel 320d ist die wesentliche Technik-Neuheit im 3er der komplett neue Dreiliter-Reihensechszylinder-Diesel. Mit diesem 245 PS und 520 Newtonmeter starken Kraftpaket kann der neue 330d gegenüber seinem bärig anschiebenden Konkurrenten einen leichten Vorsprung herausfahren.

Der C 320 CDI – zum ersten Vergleich war die besser beschleunigende, aber etwas durstigere Automatikversion angetreten – wirkt im Vergleich mit dem Triebwerk des Münchners allerdings nicht nur rauer, sondern auch weniger drehfreudig. Der 330d kann beides: Zutreten wie ein Brauereigaul und spritzig drehen (fast) wie ein Sportler. Darüber hinaus erfüllt der 330d bereits die EU-5-Norm und ist sogar auf EU 6 vorbereitet.

Typisch BMW: Der direkt und mit knackiger Balance auf der Straße liegende 3er fährt spürbar zielgenauer. Die C-Klasse wirkt träger, schiebt stark über die Vorderräder, die Serienlenkung kann auch nicht mit der gefühlvollen, direkten Lenkung des Rivalen mithalten. Sportlich interessierte Mercedes-Fahrer sollten auf alle Fälle zur hervorragenden Parameter-Lenkung (Fahrdynamikpaket für 1118 Euro) greifen.

Bemerkenswert ist aber, dass der BMW nicht einmal unter Komfort-Gesichtspunkten vom Mercedes richtig abgehängt wird. Der neue 330d rollt so ausgewogen auf seiner 17-Zoll-Serienbereifung, dass der C-Klasse mit ihren stärkeren Karosseriebewegungen und dem kaum besseren Abrollverhalten nur der zweite Platz bleibt.
 

 

Karosserie


KarosserieMax. PunkteBMW 330 dMercedes C 320 CDI
Raumangebot vorn1006069
Raumangebot hinten1005557
Übersichtlichkeit706062
Bedienung/ Funktion1009080
Kofferraumvolumen1004453
Variabilität1001010
Zuladung/ Anhängelast803338
Sicherheit150109104
Qualität/ Verarbeitung200185185
Kapitelbewertung1000646658

 

Fahrkomfort


FahrkomfortMax. PunkteBMW 330 dMercedes C 320 CDI
Sitzkomfort vorn15095100
Sitzkomfort hinten1006260
Ergonomie150130130
Innengeräusche503433
Geräuscheindruck1007085
Klimatisierung503534
Federung leer200145142
Federung beladen200140140
Kapitelbewertung1000711724

 

Motor und Getriebe


Motor und GetriebeMax. PunkteBMW 330 dMercedes C 320 CDI
Beschleunigung150163166
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150112120
Getriebeabstufung1008585
Kraftentfaltung503643
Laufkultur1006280
Verbrauch325160156
Reichweite252927
Kapitelbewertung1000647677

 

Fahrdynamik


FahrdynamikMax. PunkteBMW 330 dMercedes C 320 CDI
Handling15096104
Slalom1004832
Lenkung1007065
Geradeauslauf503838
Bremsdosierung302012
Bremsweg kalt150124125
Bremsweg warm150127127
Traktion1003645
Fahrsicherheit150110110
Wendekreis201316
Kapitelbewertung1000682674

 

Umwelt und Kosten


Kosten/UmweltMax. PunkteBMW 330 dMercedes C 320 CDI
Bewerteter Preis675329317
Wertverlust505539
Ausstattung254646
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung501427
Werkstattkosten204438
Steuer101917
Versicherung403035
Kraftstoff554137
Emissionswerte257570
Kapitelbewertung1000653626

 

Fazit

Das Update des BMW 3er ist gelungen. Optisch harmonischer, in Ausstattung und Technik mit noch größerer Bandbreite, feiert der Mittelklasse-Bayer ein gelungenes Comeback.

Die C-Klasse von Mercedes wirkt im direkten Vergleich eine Spur behäbiger, ohne sich durch ein deutliches Mehr an Komfort als Alternative präsentieren zu können. Und auch auf der Antriebsseite hat es der C 320 CDI gegen den neuen 330d schwer:

Der 3er ist temperamentvoller, laufruhiger und sauberer. Wir sind bereits gespannt auf den ersten harten Test. Dann mit dem Dritten im Bunde: dem Audi A4.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW 330 dMercedes C 320 CDI
Summe500066783359
Platzierung12

Tags:
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