Vergleich Audi S4 vs. VW Passat R36

20.04.2009
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Bisher war der Audi S4 Chef im Ring der familientauglichen Sport-Allradler. Nun trifft er mit neuem Motor und weniger Leistung auf engagierte Konkurrenz aus dem eigenen Haus – den VW Passat R36

Audi, Vorreiter bei den alltagstauglichen Allradlern, hat als besonders sportliches Familienmitglied den S4 im Programm. Statt des großen V8-Zylindermotors beim Vorgänger ist der jüngste Spross jetzt mit einem Kompressor-V6 mit drei Liter Hubraum und Benzin-Direkteinspritzung ausgestattet. Außerdem leistet das Triebwerk statt 344 PS nur 333 PS. Trotzdem soll der neue Ingolstädter – laut Audi – bei kleinerem Durst bessere Fahrleistungen ermöglichen als sein Vorgänger.

Ob dieses Versprechen allerdings ausreicht, den konzerninternen Konkurrenten VW Passat R36 zu besiegen, soll dieser Test zeigen. Immerhin ist der Power-Passat ebenfalls mit einem V6 ausgerüstet, leistet 300 PS, kommt mit Allradantrieb wie der S4 daher und hat serienmäßig ein Doppelkupplungsgetriebe (Audi: Option).
Zudem ist er mit 45525 Euro fast 7900 Euro günstiger.

 

Karosserie

Mit 4,70 (Audi) und 4,76 Meter Länge (VW) sind die zwei Rivalen stattliche Vertreter der Mittelklasse. Entsprechend gut ist das Platzangebot. Vorn sind beide luftig geschnitten und verfügen über so viel Raum, dass selbst mehr als zwei Meter große Menschen bequem sitzen. Wenn in der zweiten Reihe zwei ähnliche große Mitfahrer untergebracht werden sollen, ist der Passat allerdings die bessere Wahl.

Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Blick in die Kofferräume. Mit 480 Litern Volumen ist der S4 zwar alles andere als minderbemittelt. Doch die 541 Liter des Passat taugen eben für eine große Reisetasche mehr.

Der Passat punktet also, wo er traditionell seine Stärken hat. Und der S4? Er gefällt mit der besseren Übersichtlichkeit, der nochmals ausgeprägteren Funktionalität und einer beeindruckenden Qualitätsanmutung.

KarosserieMax. PunkteVW Passat R36Audi S4 3.0 TFSI quattro
Raumangebot vorn1007979
Raumangebot hinten1007970
Übersichtlichkeit703241
Bedienung/ Funktion1008385
Kofferraumvolumen1004639
Variabilität1002525
Zuladung/ Anhängelast805237
Sicherheit150109100
Qualität/ Verarbeitung200181183
Kapitelbewertung1000686659

 

Fahrkomfort

Gut geformte Sportsitze bieten in beiden Fahrzeugen ausreichend Seitenhalt, genügend Auflageflächen für die Beine und eine straffe, dennoch komfortable Dämpfung. Ähnlich gut wie im Audi sitzt es sich in den zupackenden, gleichwohl sehr langstreckentauglichen Polstern des Passat R36. Ein feiner Zug der Wolfsburger ist es, dass nicht nur die Vorder-, sondern auch die Rücksitze serienmäßig beheizbar sind. Im Sommer dagegen könnte der S4 die bessere Wahl sein, denn seine Vordersitze lassen sich auf Wunsch auch belüften.

Wie der zahmer motorisierte A4 lässt sich auch der S4 problemlos bedienen. Der Passat R36 ist in dieser Beziehung allerdings nur um Nuancen schlechter – auch er erfreut mit ausreichend großen Ablagen, durchdacht positionierten Tasten und Hebeln.

Selbst das Federn beherrscht die auf sportlich getrimmte Power-Ausgabe des Passat sehr manierlich. Trotz breiter Niederquerschnittsreifen kommen derbe Stöße nur sehr selten bis in die Sitze durch.
Der getestete Audi S4 verfügte über adaptive Dämpfer (835 Euro), deren Ansprechverhalten sich mittels drive select (300 Euro) variieren lässt. Im Komfort-Modus führt das zu einem guten Federungskomfort, der allerdings erst bei hoher Beladung das Niveau des Passat übertrifft.

Wie es die Klientel wohl wünscht, gehen die Konzernkollegen nicht im Flüsterton zu Werke. Von den V-Motoren hört man gerade so viel, wie man in einem Auto dieses Zuschnitts hören möchte.

FahrkomfortMax. PunkteVW Passat R36Audi S4 3.0 TFSI quattro
Sitzkomfort vorn150108108
Sitzkomfort hinten1006565
Ergonomie150121126
Innengeräusche503839
Geräuscheindruck1007978
Klimatisierung504541
Federung leer200133131
Federung beladen200133135
Kapitelbewertung1000722723

 

Motor und Getriebe

Der mechanisch angetriebene Kompressor des S4 presst die Luft mit bis zu 0,8 bar Ladedruck in die Brennräume des V6. Ohne Verzögerung reagiert der Benzin-Direkteinspritzer feinfühlig und spontan auf jede Bewegung des Gaspedals. Für den Spurt von null auf 100 km/h vergehen nur 5,1 Sekunden. Auch danach geht es ausgesprochen zügig voran – bis zur elektronisch abgeregelten Spitze von 250 km/h. Hilfreich bei der Beschleunigung ist das automatisierte Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen. Diese Schaltung macht manuelle Eingriffe nahezu überflüssig und rückt den nächsten Gang im richtigen Moment ein.

Auch das Doppelkupplungsgetriebe des Passat überzeugt. Da es nur mit sechs Gängen bestückt ist, passen die Anschlüsse nicht so exakt. Größere Drehzahlsprünge sind die Folge. Von null auf Tempo 100 verliert der Passat trotzdem nur 0,2 Sekunden. Erst danach vergrößert sich der Abstand zum Ingolstädter.

Den bei den Fahrleistungen erzielten Vorsprung verspielt der Audi – trotz des moderneren Triebwerks – aber wieder beim Verbrauch. Während er sich 13,5 Liter je 100 km gönnt, reichen dem VW 12,0 Liter.

Motor und GetriebeMax. PunkteVW Passat R36Audi S4 3.0 TFSI quattro
Beschleunigung150137138
Elastizität1000
Höchstgeschwindigkeit1509090
Getriebeabstufung1008990
Kraftentfaltung504041
Laufkultur1008287
Verbrauch325153125
Reichweite2597
Kapitelbewertung1000600578

 

Fahrdynamik

Jetzt schlägt, wie nicht anders zu erwarten, die Stunde des sportlicher ausgelegten Audi. Er wirkt handlicher und agiler, obwohl er mit 1770 Kilogramm sogar 130 Kilogramm schwerer ist als der Passat. Zu schnell angegangene Kurven quittiert der S4 allerdings mit einem deutlichen Untersteuern. Das in unserem Testwagen optionale Sportdifferenzial erlaubt ein frühes Gasgeben am Kurvenausgang, weil das kurvenäußere Hinterrad bei Bedarf mit mehr Drehmoment versorgt wird. Dadurch entsteht ein Mitlenkeffekt an der Hinterachse. Der Passat untersteuert noch ausgeprägter und verliert – auch wegen der indirekteren Lenkung – Zeit.

Auch beim Bremsen kann der Audi punkten. Exakt 35 Meter benötigt der S4 in kaltem Zustand der Bremsscheiben, um aus 100 km/h zum Stillstand zu kommen, 34,6 in warmem Zustand. Der R36 steht in beiden Disziplinen jeweils 1,5 Meter später.

FahrdynamikMax. PunkteVW Passat R36Audi S4 3.0 TFSI quattro
Handling15099106
Slalom1006871
Lenkung1008285
Geradeauslauf504242
Bremsdosierung301820
Bremsweg kalt15085100
Bremsweg warm15089104
Traktion1007682
Fahrsicherheit150138138
Wendekreis20109
Kapitelbewertung1000707757

 

Umwelt und Kosten

Klarer Vorteil für den Passat beim Grundpreis. 7875 Euro weniger sind nicht von der Hand zu weisen, zumal der Wolfsburger auch noch die bessere Ausstattung bietet. Kraftstoffkosten, Versicherung und Wertverlust bringen dem VW weitere Punkte. Der S4 kann hier nicht mithalten. Nahezu Einigkeit herrscht dagegen bei den Emissionswerten und den Garantien.

Kosten/UmweltMax. PunkteVW Passat R36Audi S4 3.0 TFSI quattro
Bewerteter Preis675127107
Wertverlust501110
Ausstattung252017
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502828
Werkstattkosten201515
Steuer1088
Versicherung403127
Kraftstoff552422
Emissionswerte258381
Kapitelbewertung1000347315

 

Fazit

Trotz der besseren Fahrdynamik setzt sich der neue S4 nicht gegen den Passat durch, der überraschend flott unterwegs ist. Die größere und variablere Karosserie bringt ihm weitere Vorteile. Ebenso der niedrigere Anschaffungspreis und der günstigere Verbrauch. Der Audi ist zweifelsohne sportlicher und schicker, aber der VW bietet das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVW Passat R36Audi S4 3.0 TFSI quattro
Summe500030623032
Platzierung12

Tags:
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