Verbundglas Das etwas andere Glas

16.12.2008

Autohersteller setzen jetzt auch bei den Seitenfenstern auf Verbundglas. Das hat Vorteile, nicht nur bei Sicherheit und Wärmedämmung

Wenn herkömmliche Seiten- oder Heckscheiben am Auto zu Bruch gehen, dann zerbröseln sie mit lautem Knall in tausend kleine Teile. "So entstehen weniger scharfe und spitze Splitter", erklärt Volkmar Offermann, Sprecher der AAGM (Advanced Automotive Glazing Manufacturers Association) - jener Organisation, die sich firmenübergreifend mit der Weiterentwicklung der Fahrzeugverglasung befasst.

Doch dieses so genannte Einscheiben-Sicherheitsglas ist ein Auslaufmodell. Immer mehr Karosseriebauer setzen auf Verbundglas. Derzeit bieten 17 Autohersteller für immerhin 63 Modelle Dächer und Seitenscheiben aus Verbundsicherheitsglas an.

Hauptvorteil: Verbundglas ist um zehn Prozent leichter, steifer und haltbarer als Einscheiben-Sicherheitsglas.

Selbst eine beschädigte Scheibe bleibt formstabil und schützt so zum Beispiel bei einem Unfall besser die Fahrzeuginsassen. Es fliegen keine Scherben herum, die zusätzliche Verletzungen verursachen, und Windowbags entfalten sich ungehindert. "Seitenscheiben aus Verbundglas taugen sogar als Einbruchschutz", so Offermann.

Das Verbundsicherheitsglas bekommt bei Gewalteinwirkung zwar Risse, der Verbund aus Glas und Folie bleibt aber weitgehend erhalten. Denn die extrem zähe Folie zwischen äußerer und innerer Glasscheibe hält auch gesprungene Scheiben oder Glasbruchteile fest zusammen und bietet einen zehn bis 15 Mal höheren Widerstand gegen Durchdringung.

Im Klartext: Während eine Scheibe aus Krümelglas in zwei bis drei Sekunden geknackt ist, geht Verbundsicherheitsglas bei einem massiven Einbruchsversuch erst nach etwa 30 Sekunden kaputt. Das schreckt so manchen Langfinger ab.

Darüber hinaus sorgt die zum Beispiel von Solutia speziell bedampfte oder eingefärbte Folie für eine wirkungsvolle Wärmedämmung. Nach Offermann lassen sich so bis zu 99 Prozent der schädlichen UV-Strahlen des Sonnenlichts herausfiltern. Und noch ein Vorteil: Durch die Entkopplung von äußerer und innerer Scheibe dringen drei Dezibel weniger Straßenlärm ins Auto.

Wer hat was?

    Audi bietet für A4, A6, A8 und Q7 Dämm- oder Akustikglas als Option an.
    Preise: 400 bis 1100 Euro.

Bentley Bei Continental GT und Flying Spur ist die Klimakomfort-
Verbundverglasung rundum serienmäßig.

BMW Für X5, 5er, 6er und 7er gibt es Isolier- (nur Türen) und Klimakomfort-
verglasung als Wärmeschutz. Preis: 400 bis 1250 Euro.

Citroen Beim C4 bestehen Seitenscheiben und Glasdach serienmäßig aus Verbundglas (Wärme-, Einbruchschutz). Bei C5 und C6 sorgt es gegen Aufpreis für Geräuschdämmung.

Mercedes In CSL, B-, E-, R-, M- und S-Klasse dient Verbundsicherheitsglas
als Wärme- und UV-Schutz. Preis: ca. 1150 Euro; beim Maybach Serie.

Lexus Der LS 430 hat Verbundglas als Einbruchschutz serienmäßig.

Peugeot bietet für 206, 407 und 607 Verbundglas gegen 450 Euro Aufpreis
an. Bei 307 SW, 407 SW und 407 Coupé ist der Wärmeschutz Standard.

Porsche Ebenfalls als Wärmeschutz: Bei 911 Targa und Carrera GT besteht das Dach aus Verbundglas. Beim Cayenne kostet es 1020 Euro extra.

Renault bietet für den Vel Satis Seitenscheiben aus Verbundglas zur
Geräuschdämmung an.

Skoda hält für den Octavia Verbundsicherheitsglas als Schutz vor Einbrüchen parat. Preis: 800 Euro.
VW Für Phaeton und Touareg gibt es Dämmverbundglas (6540 Euro).

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